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Formel 1: Mercedes GP-Pilot Nick Heidfeld exklusiv

"Ich würde es wieder so machen"

Jerez Test 2010 Tag 2 Foto: xpb 42 Bilder

Nick Heidfeld ist der dritte Mann im Mercedes-Werksteam. Als Ersatz für Michael Schumacher und Nico Rosberg muss er bei den Testfahrten in Jerez zuschauen. Im Interview mit auto-motor-und-sport.de erzählt Heidfeld, warum für ihn am Ende nur noch ein Testjob übrig geblieben ist.

11.02.2010 Michael Schmidt

Wie fühlt man sich, wenn man am Streckenrand steht und nicht mitfahren kann?
Heidfeld: Es ist schon ein komisches Gefühl, vor allem wenn man zehn Jahre dabei war wie ich. Zu einem Test zu fahren und dann selbst nicht zu fahren, ist ungewohnt. Trotzdem ist die Motivation da, mich für das Team voll reinzuhängen.

Was können Sie denn für das Team tun?
Heidfeld: Es gibt schon Dinge, wo ich mich einbringen kann. Ich war schon zwei Mal in der Fabrik in England und habe einen Sitz anpassen lassen, und ich nehme auch an den technischen Besprechungen teil. Wenn ich der Meinung bin, dass ich meinen Senf beisteuern kann, dann tue ich es. Zum Beispiel, wo ich in der Vergangenheit ähnliche Erfahrungen gemacht habe. Ich rede sicher nicht permanent mit, aber wenn ich mir sicher bin, dass ich zur Lösung beitragen kann, tue ich es.

Können auch Sie von der Zusammenarbeit profitieren? Immerhin arbeiten Sie jetzt mit Michael Schumacher zusammen.
Heidfeld: Auf jeden Fall. Diese Erfahrung hilft mir hoffentlich weiter, weil ich ja nicht auf ewig Ersatzfahrer bleiben will, auch wenn ich mich zur Zeit voll in meine Aufgabe reinhänge. Ich kann sicher etwas dazulernen, wenn ich mit einem siebenfachen Weltmeister im Cockpit und dem Meistermacher Ross Brawn am Regiepult zusammenarbeiten kann. Es ist super interessant, da dabei sein zu dürfen. Das war auch ein Grund, warum ich bei dem Team unterschrieben habe.

Wie groß sind die Chancen, dass Sie wieder in einen Stammplatz aufrücken?
Heidfeld: In letzter Zeit haben es viele Testfahrer wieder zurück in ihren Job geschafft. Ohne vermessen klingen zu wollen, denke ich, dass ich in einer guten Position sein sollte.

Hofft man in Ihrer Situation darauf, dass einer der Stammpiloten mal eine Grippe bekommt?
Heidfeld: So paradox es klingt, nein. Natürlich wäre ich froh, wenn ich fahren könnte, doch ich wünsche keinem meiner Piloten etwas Schlechtes.

Was passiert, wenn bei Sauber, Renault oder Toro Rosso einer krank wird? Können sie kurzfristig einspringen?
Heidfeld: Über Einzelheiten meines Vertrages will ich nicht reden. Natürlich haben wir uns dieses Szenario überlegt. Es wäre sicher hilfreich, wenn es eine Vakanz in einem Mercedes-Team gäbe. Das ist aber weder geplant noch die Zielsetzung.

Wie halten Sie sich fit für einen überraschenden Einsatz?
Heidfeld: Ich werde wieder mit dem Kartfahren beginnen und auch einige Zeit im Simulator verbringen. Ins Formel 1-Auto werde ich kaum reinkommen. Das Testpensum erledigen Michael und Nico.

Wäre es nicht hilfreich, wenn Sie nebenher DTM-Rennen fahren?
Heidfeld: Das ist nicht mein Ziel. Diese Autos sind einfach zu anders. Das hat man daran gesehen, wie schwer sich einige meiner Ex-Kollegen mit der DTM getan haben. Ich will meinen Fahrstil nicht verwässern, solange ich mir noch eine Chance ausrechne, mal wieder zurück in die Formel 1 zu kommen. Le Mans wäre dagegen eine denkbare Alternative, aber einerseits findet am gleichen Tag der GP Kanada statt und andererseits hat Mercedes kein Le Mans-Auto.

Sie hatten die Chance, bei Lotus unterzukommen, haben aber weiter auf die Karte Mercedes GP gesetzt. Ärgert Sie das heute?
Heidfeld: Ich hätte bei einigen Teams unterschreiben können, aber meine Priorität war einfach, bei einem Top-Team unterzukommen. Ich würde es aus damaliger Sicht wieder genauso machen.

Haben Sie die Ernsthaftigkeit der Gespräche zwischen Mercedes und Schumacher unterschätzt?
Heidfeld: Ich glaube, dass ich immer ganz gut informiert war, was auf dem Transfermarkt abging, auch wenn es sicher eine Handvoll Leute gab, die noch mehr wussten. In der Phase hatte ich auch Kontakt zu Michael. Ich wollte wissen, woran ich bin.

Eine Ihrer Möglichkeiten war auch Sauber. Glauben Sie, dass Sie Peter Sauber damit verärgert haben, dass sein Team für Sie nur eine Ersatzlösung war?
Heidfeld: Ich habe nie gesagt, dass Sauber für mich eine Ersatzlösung war, wo ich nur mit der Hand winken muss, und schon habe ich einen Vertrag. Mein Hauptaugenmerk lag eben auf einem Top-Team. Dass es anderswo nicht geklappt hat, dafür gibt es verschiedene Gründe. Teilweise nachvollziehbar, teilweise nicht.

Sie waren nah an McLaren und Mercedes GP dran. Dann kamen Ihnen Button und Schumacher dazwischen. Sind Sie sauer auf das Schicksal?
Heidfeld: Ich bin nicht sauer darauf. Ich hatte diesen Weg gewählt, weil ich für mich gute Chancen sah. Und bei McLaren hatte ich wirklich gute Möglichkeiten. Und später bei Mercedes. Da sind dann Dinge passiert, auf die ich keinen Einfluss hatte. Als ich mit McLaren sprach, ging ich voll davon aus, dass Button bei Brawn bleibt.

Was erwarten Sie von Rennen ohne Tankstops?
Heidfeld: Aus Kosten- und Sicherheitsgründen ist es verständlich, dass man diesen Weg gegangen ist. Ob die Rennen dadurch spannender werden, bezweifle ich. Aber die Wahrheit werden wir erst bei den Rennen erleben. Oft ist es anders gekommen, als man es sich vorher gedacht hat.

Wo stehen die einzelnen Teams?
Heidfeld
: Schwer zu sagen. Die Spritunterschiede sind so groß, dass es unmöglich ist herauszufinden, wer wann mit wie viel Benzin unterwegs war.

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