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Nick Heidfeld

"Platz fünf wäre drin gewesen"

Nick Heidfeld Foto: Renault 62 Bilder

Nick Heidfeld hätte es gerne gesehen, wenn der Grand Prix von Kanada mit der Sintflut in der 24. Runde abgebrochen worden wäre. Aus einem vierten Platz wurde später eine Nullrunde. Auf der Fahrt in die Punkteränge stand Kamui Kobayashi im Weg.

14.06.2011 Michael Schmidt

Als der Grand Prix von Kanada auf nasser Piste gestartet wurde, da wusste Nick Heidfeld, dass er am Vortag richtig gezockt hatte. Er verzichtete im Abschlusstraining auf zehn km/h Top-Speed und zwei, drei Zehntel Rundenzeit, um für ein mögliches Regenrennen mit mehr Abtrieb gerüstet zu sein. Trotzdem stand er in der Startaufstellung vor Vitaly Petrov, der beim typischen Trocken-Setup für Montreal geblieben war.

Heidfeld bei Abbruch auf Rang vier

Teil eins des längsten Grand Prix aller Zeit lief für Heidfeld wie geplant. Als die rote Flagge die Fahrer nach 24 Runden in eine zweistündige Pause schickte, da stand das Auto mit der Startnummer neun auf Position vier. Das hätte bei einem Abbruch und halben Punkten immerhin noch sechs Zähler gegeben. "Bis dahin haben wir alles richtig gemacht", blickt Heidfeld zurück. "Wir sind die ganze Zeit auf unseren Regenreifen auf der Strecke geblieben, und das war der Schlüssel für unsere gute Ausgangsposition."

Auch wenn Heidfelds Fahrzeugabstimmung für die abtrocknende Strecke nicht mehr ganz ideal war, hielt sich der Mönchengladbacher mit Teamkollege Petrov im Schlepptau immer in den Punkterängen. "Webber ist mir durchgerutscht, weil er zwei Runden früher als ich auf Slicks gewechselt hat. Aber der war sowieso zu schnell für uns." Das größte Problem beim Umstellen auf Trockenreifen war die Boxenausfahrt. "Die Spur blieb lange nass, weil dort nicht so viel gefahren wurde. Es war unheimlich glatt dort. Da musstest du irgendwie durchrollen."

Auffahrunfall mit Kobayashi

Auf der Strecke hatte sich inzwischen eine trockene Fahrspur gebildet, die kaum breiter war als ein Formel 1-Auto. "Das hat das Überholen erschwert, weil es in den Bremszonen neben der Ideallinie lange nass geblieben ist. Da hat dir selbst der Vorteil mit dem flach gestellten Heckflügel nicht viel geholfen. Deshalb kam ich an Kobayashi nicht gleich vorbei, obwohl ich deutlich schneller war."

Heidfeld hatte Platz fünf im Visier, als sein Rennen in Runde 56 unsanft zu Ende ging. "Kamui kam extrem langsam aus der zweiten Kurve. Ich weiß nicht, ob er in den Leerlauf geschaltet oder eine nasse Stelle getroffen hat. Ich habe ihn ziemlich hart im Heck getroffen, dachte mir schon, dass dabei mein Frontflügel beschädigt worden sein könnte, aber du fährst natürlich weiter, bis nichts mehr geht."

Renault-Frontflügel wird zur Sprungschanze

Kobayashi klärte auf: "Ich bin in eine Pfütze gefahren und kam nicht vom Fleck." 200 Meter später fiel der Flügel auf die Straße und wurde für Heidfelds Renault zur Sprungschanze. Exakt an der Stelle, an der 1980 Jean-Pierre Jabouille seinen schweren Unfall nach einem Bremsversagen hatte. "Zum Glück ist der Auslauf dort heute viel größer. Aber es war schon ein Schreck, als mein Auto vorne plötzlich abgehoben hat."

Für Heidfeld war der Ausfall ärgerlich. "Platz fünf wäre möglich gewesen." Den erbte der Teamkollege. Und der liegt in der WM-Tabelle jetzt wieder zwei Punkte vor ihm. Nach der leisen Kritik, die Teamchef Eric Boullier zuletzt übte, hat Heidfeld in Montreal eine gute Chance zur passenden Antwort verpasst.

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