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Nick Heidfeld in Jerez

Renault-Entscheidung am Montag

F1 Test 2011 Jerez Foto: xpb 101 Bilder

Offiziell fällt die Entscheidung über den Kubica-Ersatz erst am Montag. Doch der erste Testtag von Nick Heidfeld in Jerez lässt Renault-Teamchef Eric Boullier kaum eine Wahl. Er wird am schnellsten Mann des dritten Testtages kaum vorbeikommen.

12.02.2011 Michael Schmidt

Nick Heidfeld wirkte gelöst. Wie ein Mann, der weiß, dass er die Aufnahmeprüfung bestanden hat. 86 Runden, kein einziger Fehler, konstante Rundenzeiten, dazu die Bestzeit. Heidfeld spielte den Ehrenplatz an der Spitze herunter: "Das kann jeder, wenn er es darauf anlegt. Du musst nur mit wenig Sprit fahren und die superweichen Reifen nehmen."

Heidfelds Favorit bleibt Red Bull

Womit er nicht sagen will, ob er zu diesem Trick gegriffen hat. "Internas bleiben geheim", grinste Quick Nick. Dass der Renault R31 deshalb gleich ein potenzielles Siegerauto ist, will Heidfeld aus der Bestzeit nicht ableiten. "Von dem, was ich auf der Strecke gesehen habe, bleibt mein Favorit weiter Red Bull."

Teamchef Eric Boullier ließ durchblicken, dass er am Montag eine Entscheidung treffen werde. "Mit einem kühlen Kopf und in Absprache mit unseren Ingenieuren." Viel sollte es da nicht zu entscheiden geben. "Ich habe das Gefühl, diesen Test bestanden zu haben. Mehr als mein Bestes konnte ich nicht geben", konstatierte Heidfeld.

Heidfeld lässt Renault umbauen

Dabei begann der Tag nicht nach Wunsch. "Das Auto war nicht gut ausbalanciert. Ich hatte nicht das Gefühl, eins mit meinem Fahrzeug zu sein. Das kam erst gegen Mittag, als ich einige Setupänderungen vornehmen ließ. Dann passte der Renault besser zu meinem Fahrstil. Und ich konnte den Ingenieuren schon einige Hilfestellungen geben." Heidfeld stürzte sich gleich ins Basisprogramm.

Reifenvergleich, KERS, verstellbarer Heckflügel. "Wenn du dir das in der Theorie überlegst, dann denkst du: Na ja, zwei Knöpfe mehr. Aber im Auto merkst du, dass du schon viel mehr mit den Knöpfen beschäftigt bist." Das Lenkrad muss Renault für Heidfeld noch anpassen. "So wie ich in der Körpergröße kürzer als Kubica bin, trifft das auch auf meine Finger zu. Einige der Knöpfe konnte ich nicht richtig greifen."

Pirelli-Reifen auch für Heidfeld neu

Die Pirelli-Reifen hat der ehemalige Reifentester Heidfeld nicht wiedererkannt. "Als ich Testfahrer war, haben wir die Konstruktionen entwickelt. Die Mischungen sind seitdem völlig neu. Der Arbeitsbereich der Reifen erscheint mir kleiner als letzten Sommer." Heidfeld notierte wie der Rest einen starken Abbau der Reifen, schien damit aber besser zurechtzukommen als viele seiner Kollegen. "Da hilft mir vielleicht mein runder Fahrstil, der die Reifen schont."

Dass die Renault-Teamleitung noch bis Montag mit der Antwort warten will, stört Heidfeld nicht. "Wann ich eine Antwort bekomme, ist völlig egal. Ich wollte mich heute einfach nur auf meine Arbeit konzentrieren." Dass es so reibungslos lief, war für den 33-jährigen Deutschen keine Überraschung: "Unter Druck bringe ich immer meine besten Leistungen. Es ist nicht das erste Mal, dass ich vor so einer Situation stand."

Heidfeld im Stress: Superlizenz und Sitzprobe

Für Heidfeld geht mit dem Test für Renault eine hektische Woche zu Ende. Alles begann mit jenem dramatischen Sonntag, als er am Internet die Nachrichtenlage über Robert Kubica verfolgte. "Es ist schon ein beklemmendes Gefühl. Du weißt ganz genau, dass das Pech des einen dein Glück bedeuten kann. So etwas wie es dem Robert passiert ist, wünschst du keinem. Aber es ist deine Chance, und du musst sie nutzen."

Nach einem Fabrikbesuch musste sich Heidfeld erst einmal um die Verlängerung der Superlizenz kümmern. Als designierter Reservepilot von Mercedes hatte er keine Eile damit. Donnerstag und Freitag schlug er sich in Jerez die Nächte mit Sitzproben um die Ohren. "Einmal wurde es drei Uhr morgens, einmal zwei Uhr." Den geruhsamsten Tag hat Heidfeld am morgigen Sonntag. "Da fährt Bruno Senna, und ich schaue nur zu."

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