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Nick Heidfeld

"Thema Formel 1 noch nicht abgeschlossen"

Nick Heidfeld 24h Rennen Nüburgring 2012 Foto: ams 14 Bilder

Für Nick Heidfeld war das 24h Rennen am Nürburgring nach nur einem Stint beendet. Gemballa-Teamkollege Klaus Ludwig krachte mit dem McLaren schon nach wenigen Stunden in die Leitplanke. Heidfeld sprach anschließend mit auto motor und sport über das Erlebnis Nordschleife und seine Gedanken an die Formel 1.

21.05.2012 Tobias Grüner
Der Schritt von der Formel 1 auf die Nordschleife hätte größer nicht sein können. Was hat Sie dazu bewogen?

Heideld: Ich habe schon vor Jahren gesagt, dass ich irgendwann mal die 24h von Le Mans und die 24h am Nürburgring fahren will. Jetzt ist es das erste Jahr, in dem ich leider keine Formel 1 fahren kann. Da habe ich die Chance direkt genutzt. Das war eine einfache Entscheidung für mich. Der Spaß steht im Vordergrund. Die Strecke hier ist einmalig. Eine der schwersten der Welt.

In welchem Punkt mussten Sie sich am meisten umstellen?

Heidfeld: Im Vergleich zur Formel 1 ist einfach alles anders. Ich bin zum Glück vorher schon LMP-Sportwagen gefahren. Die sind schon schnell, aber im Vergleich zur Formel 1 ist das eine andere Welt. Die GT3 ist natürlich noch einmal ein Schritt nach unten, was den Speed angeht.

Wie muss man sich da fahrerisch anpassen?

Heidfeld: Das Auto bewegt sich natürlich viel mehr. Es braucht ein paar Ründchen, bis man sich daran gewöhnt hat. Aber auch das macht Spaß. Natürlich möchte ich gerne Formel 1 fahren, aber das hier ist auch eine tolle Herausforderung. In der Formel 1 weiß ich nach zwei Runden in etwa, was abgeht. Hier sind viele Sachen neu für mich, zum Beispiel mit dem Verkehr und der langen Strecke.

Wie sehr bedauern Sie es, auf der Nordschleife nicht in der Nacht gefahren zu sein?

Heidfeld: Das ist schon schade. Ich bin schon in Sebring in der Nacht gefahren und bei einem Test in Magny Cours 1999 für Mercedes. Das hat mir beides Spaß gemacht. Das wäre spannend, auch hier in der Nacht zu fahren. Das ist noch einmal eine andere Hausnummer, auf so einer langen Strecke die Anhaltspunkte zu finden. Viele verschwinden in der Dunkelheit und das merkt man dann erst in der Nacht. Aber vielleicht komme ich ja irgendwann noch einmal dazu.

Wie gut sind Sie mit dem dichten Verkehr zurechtgekommen?

Heidfeld: Das ging ganz gut. Natürlich habe ich da noch die Möglichkeit, mich deutlich zu verbessern. Als Nordschleifen-Spezialisten würde ich mich nach einem VLN-Rennen und einem Stint beim 24h-Rennen sicher noch nicht bezeichnen. Man lernt immer wieder dazu. Es gibt nicht eine Runde, die frei ist. Man kommt ab und zu an eine Ecke und denkt: Hier war ich ja noch nie ohne Verkehr.

Sie haben gesagt, dass der Spaß im Mittelpunkt steht. Wie groß war der Ehrgeiz, ein gutes Ergebnis abzuliefern?

Heidfeld: Der Ehrgeiz ist immer da. Wir wussten natürlich, dass wir nicht das schnellste Auto haben. Aber das Ziel war auf jeden Fall durchzukommen. Und alleine wenn man schon durchhält, kann man halbwegs weit vorne ankommen.

Sehen wir noch weitere Auftritte in diesem Jahr auf der Nordschleife? Haben Sie Blut geleckt?

Heidfeld: In der VLN werde ich erstmal nicht mehr fahren. Es ist etwas blöd, unverrichteter Dinge wieder abzureisen. Ich könnte mir gut vorstellen, noch einmal dabei zu sein. Aber ob das nächstes Jahr oder später ist, das weiß ich jetzt noch nicht.

Es sieht ein bisschen so aus, als sei das Thema Formel 1 damit für Sie schon abgeschlossen?

Heidfeld: Das könnte man denken, ist aber nicht der Fall. Es ist natürlich nicht einfach, einen Platz zu finden, sonst wäre ich im Moment schon dabei. LMP1 macht mir aber auch sehr viel Spaß und ich schaue einfach mal, was die Zukunft bringt.

Wie sehr fehlt Ihnen die Formel 1?

Heidfeld: Das ist schon sehr schwierig. Wenn die Gedanken ein bisschen davon weg sind, dann geht es. Aber wenn man irgendwo was hört oder was sieht, dann knabbert es schon an einem. Ich halte auch noch Kontakt zur ehemaligen Freunden in der Formel 1 und verfolge das Geschehen noch - was aber nicht immer ganz leicht für mich ist.

Noch ein paar Sätze zum aktuellen Geschehen. Jeder Woche ein anderer Sieger. Wie gefällt Ihnen das?

Heidfeld: Das ist unglaublich. Auch bei den Teams versteht es wohl noch keiner so richtig, warum es manchmal geht und manchmal nicht. Es macht den Zuschauern Spaß und ich denke auch den meisten Teams, wenn man weiß, dass man immer mal wieder eine gute Chance hat. Nicht wie in den letzten Jahren, wo nur Red Bull oder vielleicht mal ein McLaren gewinnt und der Rest kämpft nur noch um die hinteren Plätze.

Können Sie die Klagen Ihrer ehemaligen Kollegen über die Reifen nachvollziehen?

Heidfeld: Michael (Schumacher) hat sich zuletzt etwas beklagt und das wird natürlich etwas mehr hochgekocht, als wenn ein anderer etwas gesagt hätte. Natürlich will man als Fahrer immer bessere Reifen. Aber man muss sich immer an die Situation anpassen. Das klappt manchmal besser, manchmal schlechter.

Letzte Frage - ganz einfach: Wer wird Formel 1-Weltmeister?

Heidfeld: Lewis Hamilton!

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