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Nick Heidfeld unterschätzt

Heidfeld noch immer ohne Cockpit für 2010

Heidfeld & Kubica Foto: BMW Sauber 14 Bilder

Es ist das ewige Problem von Nick Heidfeld. Der Deutsche wird unterschätzt. Obwohl Heidfeld im Teamvergleich mit Robert Kubica mit 15:9 Punkten führt, hat sein polnischer Kollege bereits ein Cockpit fürs nächste Jahr. Heidfeld ist noch auf der Suche.

12.10.2009 Michael Schmidt

Es war eine mittelmäßige Saison. Anfangs lahmte der BMW F1.09, und jetzt lernt er nur mühsam das Laufen. Was die BMW-Piloten Nick Heidfeld und Robert Kubica im Mittelfeld des Formel 1-Feldes leisten, fällt kaum einem auf. So blieb es den meisten verborgen, dass Heidfeld das Trainingsduell gegen den Pole nach 15 Rennen mit 7:8 fast ausgeglichen gestaltet hat. Und dass er nach WM-Punkten mit 15:9 führt.

Gerade bei den letzten Rennen machte der 32-jährige Deutsche eine bessere Figur. Seit BMW sein Auto in Valencia einem dritten Facelift unterzogen hatte, fuhr Heidfeld drei Mal in die Punkte. Dabei musste er in Monza wegen eines Motorschadens von Platz 15 aus ins Rennen gehen. In Singapur verdammte ihn ein Chassiswechsel sogar zu einem Start aus der Boxengasse. In Spa verhinderte die falsche Reifenwahl beim Start eine bessere Platzierung. Und in Suzuka fühlte sich Heidfeld um einen Punkt durch Nico Rosberg betrogen. Der Williams-Pilot hatte die Safety Car-Phase dazu genutzt, drei Plätze gutzumachen. Ein Programmierfehler der Standardelektronik rettete ihn vor Strafe.

Kubica gilt als Juwel

Heidfeld und Kubica fahren jetzt seit Mitte 2006 in einem Team. Die Saison 2007 ging klar an Heidfeld, das Vorjahr ebenso deutlich an Kubica. In diesem Jahr hat der dienstälteste deutsche Formel 1-Pilot leicht die Oberhand. Trotzdem gilt Kubica in der Szene als Juwel, das nur im richtigen Auto sitzen muss, und Heidfeld als Auslaufmodell. "Ich liege in der öffentlichen Wahrnehmung hinter Fahrern, die schlechter sind als ich", bemerkt auch Heidfeld.

Das letzte Jahr, in dem er teilweise alt gegen Robert Kubica aussah, geistert laut Heidfeld immer noch in den Köpfen der Leute herum. "Ich war 2007 schneller als Robert, ich bin es jetzt. Aber alle reden nur von 2008." Für Heidfeld unverständlich: "Ich habe mit Ausnahme der Saison 2008 alle nach Punkten geschlagen. Das ist für mich ein Fakt, aber da denke ich vielleicht zu logisch. Ich hätte gedacht, dass es in der Formel 1 auch so sein müsste. Leider entsteht das Image nicht nur durch Zahlenvergleiche."

Heidfeld kommt spät in Schwung

Das Imageproblem hat nicht unbedingt etwas mit dem Auftreten zu tun. Wie Kubica sagt auch Heidfeld ungeschminkt seine Meinung. Beide sind keine Selbstdarsteller. Kubica hatte im Gegensatz zu Heidfeld nur das Glück, dass er schon in der Frühphase seiner Karriere einige Glanzlichter setzte: Der dritte Platz in Monza 2006, seinem erst dritten Grand Prix überhaupt. Der Horrorcarsh von Montreal 2007 und das schnelle Comeback, bei dem ihm ein vierter Platz gelang. Die Pole Position von Bahrain 2008 und der Sieg beim GP Kanada im gleichen Jahr.

Mit Kimi Räikkönen war es ähnlich. Der Neuling Kimi avancierte 2001 zum Star, obwohl Heidfeld am Saisonende besser dastand als der Finne. Heidfelds Karriere nahm viel langsamer Fahrt auf. Die erste Saison versauerte er mit null Punkten bei Prost. Als er zum ersten Mal mit Podestplätzen, einer Pole Position und Führungsrunden auf sich aufmerksam machte, war er nach Formel 1-Normen fast schon ein Veteran. Da hatte sich im Fahrerlager schnell bereits die Meinung verfestigt, Heidfeld sei ein ewiges Talent. Es hilft auch nicht, dass er nach 165 Starts immer noch keinen Grand Prix gewonnen hat.

Kubica neue Nummer 1 bei Renault

"Das ist", so Heidfeld, "aber mehr für die Leute ein Problem, die mir das immer wieder vorhalten, als für mich selbst." Jetzt sieht sich Heidfeld wieder mit seinem altbekannten Problem konfrontiert. Robert Kubica kam nach dem Rückzug von BMW schnell wieder unter die Haube. Renault machte den Polen zur Nummer eins. Ferrari hatte zuvor überlegt, ihn als Aushilfsfahrer für Felipe Massa zu engagieren, und Toyota-Chef John Howett träumte von ihm noch, als der Mann aus Krakau längst bei Renault unter Vertrag war.

Heidfeld hofft auf Sauber

Heidfeld hat noch keinen Platz für 2010, "nur ein paar Optionen". Bei Sauber steht er ganz oben auf der Liste, aber erst braucht dieses Team eine Startgenehmigung. Die Karte Williams ist verspielt. Dort dockte Rubens Barrichello an. Zu Brawn GP gibt es noch Kontakt, doch stehen Nico Rosberg und Kimi Räikkönen höher im Kurs. Toyota wird auf ihn zurückkommen, sobald das Team weiß, ob es im nächsten Jahr weitergeht.

Bis dahin wird Heidfeld einen Platz gefunden haben. So schlimm wie im Winter 2004/2005 wird es nicht werden, als er im Februar noch nicht wusste, ob er fahren würde. Aber eben auch nicht so komfortabel wie bei einigen seiner Kollegen, die heute schon einen Vertrag in der Tasche haben.

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