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Nick Heidfeld unterschätzt

Heidfeld noch immer ohne Cockpit für 2010

Es ist das ewige Problem von Nick Heidfeld. Der Deutsche wird unterschätzt. Obwohl Heidfeld im Teamvergleich mit Robert Kubica mit 15:9 Punkten führt, hat sein polnischer Kollege bereits ein Cockpit fürs nächste Jahr. Heidfeld ist noch auf der Suche.

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Es war eine mittelmäßige Saison. Anfangs lahmte der BMW F1.09, und jetzt lernt er nur mühsam das Laufen. Was die BMW-Piloten Nick Heidfeld und Robert Kubica im Mittelfeld des Formel 1-Feldes leisten, fällt kaum einem auf. So blieb es den meisten verborgen, dass Heidfeld das Trainingsduell gegen den Pole nach 15 Rennen mit 7:8 fast ausgeglichen gestaltet hat. Und dass er nach WM-Punkten mit 15:9 führt.

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Gerade bei den letzten Rennen machte der 32-jährige Deutsche eine bessere Figur. Seit BMW sein Auto in Valencia einem dritten Facelift unterzogen hatte, fuhr Heidfeld drei Mal in die Punkte. Dabei musste er in Monza wegen eines Motorschadens von Platz 15 aus ins Rennen gehen. In Singapur verdammte ihn ein Chassiswechsel sogar zu einem Start aus der Boxengasse. In Spa verhinderte die falsche Reifenwahl beim Start eine bessere Platzierung. Und in Suzuka fühlte sich Heidfeld um einen Punkt durch Nico Rosberg betrogen. Der Williams-Pilot hatte die Safety Car-Phase dazu genutzt, drei Plätze gutzumachen. Ein Programmierfehler der Standardelektronik rettete ihn vor Strafe.

Kubica gilt als Juwel

Heidfeld und Kubica fahren jetzt seit Mitte 2006 in einem Team. Die Saison 2007 ging klar an Heidfeld, das Vorjahr ebenso deutlich an Kubica. In diesem Jahr hat der dienstälteste deutsche Formel 1-Pilot leicht die Oberhand. Trotzdem gilt Kubica in der Szene als Juwel, das nur im richtigen Auto sitzen muss, und Heidfeld als Auslaufmodell. "Ich liege in der öffentlichen Wahrnehmung hinter Fahrern, die schlechter sind als ich", bemerkt auch Heidfeld.

Das letzte Jahr, in dem er teilweise alt gegen Robert Kubica aussah, geistert laut Heidfeld immer noch in den Köpfen der Leute herum. "Ich war 2007 schneller als Robert, ich bin es jetzt. Aber alle reden nur von 2008." Für Heidfeld unverständlich: "Ich habe mit Ausnahme der Saison 2008 alle nach Punkten geschlagen. Das ist für mich ein Fakt, aber da denke ich vielleicht zu logisch. Ich hätte gedacht, dass es in der Formel 1 auch so sein müsste. Leider entsteht das Image nicht nur durch Zahlenvergleiche."

Heidfeld kommt spät in Schwung

Das Imageproblem hat nicht unbedingt etwas mit dem Auftreten zu tun. Wie Kubica sagt auch Heidfeld ungeschminkt seine Meinung. Beide sind keine Selbstdarsteller. Kubica hatte im Gegensatz zu Heidfeld nur das Glück, dass er schon in der Frühphase seiner Karriere einige Glanzlichter setzte: Der dritte Platz in Monza 2006, seinem erst dritten Grand Prix überhaupt. Der Horrorcarsh von Montreal 2007 und das schnelle Comeback, bei dem ihm ein vierter Platz gelang. Die Pole Position von Bahrain 2008 und der Sieg beim GP Kanada im gleichen Jahr.

Mit Kimi Räikkönen war es ähnlich. Der Neuling Kimi avancierte 2001 zum Star, obwohl Heidfeld am Saisonende besser dastand als der Finne. Heidfelds Karriere nahm viel langsamer Fahrt auf. Die erste Saison versauerte er mit null Punkten bei Prost. Als er zum ersten Mal mit Podestplätzen, einer Pole Position und Führungsrunden auf sich aufmerksam machte, war er nach Formel 1-Normen fast schon ein Veteran. Da hatte sich im Fahrerlager schnell bereits die Meinung verfestigt, Heidfeld sei ein ewiges Talent. Es hilft auch nicht, dass er nach 165 Starts immer noch keinen Grand Prix gewonnen hat.

Kubica neue Nummer 1 bei Renault

"Das ist", so Heidfeld, "aber mehr für die Leute ein Problem, die mir das immer wieder vorhalten, als für mich selbst." Jetzt sieht sich Heidfeld wieder mit seinem altbekannten Problem konfrontiert. Robert Kubica kam nach dem Rückzug von BMW schnell wieder unter die Haube. Renault machte den Polen zur Nummer eins. Ferrari hatte zuvor überlegt, ihn als Aushilfsfahrer für Felipe Massa zu engagieren, und Toyota-Chef John Howett träumte von ihm noch, als der Mann aus Krakau längst bei Renault unter Vertrag war.

Heidfeld hofft auf Sauber

Heidfeld hat noch keinen Platz für 2010, "nur ein paar Optionen". Bei Sauber steht er ganz oben auf der Liste, aber erst braucht dieses Team eine Startgenehmigung. Die Karte Williams ist verspielt. Dort dockte Rubens Barrichello an. Zu Brawn GP gibt es noch Kontakt, doch stehen Nico Rosberg und Kimi Räikkönen höher im Kurs. Toyota wird auf ihn zurückkommen, sobald das Team weiß, ob es im nächsten Jahr weitergeht.

Bis dahin wird Heidfeld einen Platz gefunden haben. So schlimm wie im Winter 2004/2005 wird es nicht werden, als er im Februar noch nicht wusste, ob er fahren würde. Aber eben auch nicht so komfortabel wie bei einigen seiner Kollegen, die heute schon einen Vertrag in der Tasche haben.

Autor: Michael Schmidt
realist | 21.10.2009, 00:07 Uhr

nach dem 2. Platz in Sao Paulo dürfte auch der letzte Träumer und Pseudo erkannt haben warum Kubica von den Rennställen umworben wird. Heidfeld ist gut, ihm fehlt aber der letzte Wille zu Siegen oder letztlich doch das Talent. Hoffe er fährt nächster Jahr mit, er wäre sicher eine gute Wahl für ein neues und unerfahrenes Team.

Helmut KohlesMan | 15.10.2009, 10:17 Uhr

Niki Lauda "Mit Robert Kubica haben sie einen Piloten, der alle Anlagen hat, ein Toppilot zu sein. Sauschnell, redet keinen Blödsinn, ein richtig cooler Hund. Was er noch beweisen muss: Dass er mit einem Auto, mit dem er Weltmeister werden kann, auch den Titel nach Hause fahren kann. Ich glaube, er könnte es... Heidfeld ist ein solider Pilot, der gut überholen kann, stark im Regen ist und kaum Fehler macht. Aber ich habe meine Zweifel, ob der das Siegergen hat, das ich bei Kubica vermute."

David1 | 14.10.2009, 18:08 Uhr

Nick - 215 pkt/165 start = 1.3
Robert - 129 pkt/55 start = 2.35

BMWmer | 13.10.2009, 20:37 Uhr

Es ging mir darum, dass um Kubica trotz Benachteiligung in Sachen Sponsoren mehrere Rennstaelle buhlen. Die Insider sehen in ihm ganz klar einen Star, nicht zuletzt dank seines legendaeren Tests bei Renault (auf dessen Basis er sofort von BMW engagiert wurde). Diese Saison verlief so annomal bei BMW, dass sich daruerber kaum etwas aussagen laesst; bei einem Punkteunterschied von 15:9 und Kubicas Motorenproblemen und Vettels Aushebeler schon gar nicht. Also, trotz seiner geringeren technischen Stoerungen schafft Heidfeld nur 6 Puenktchen mehr und trotz seiner besseren Vermarktungslage (Sponsoren, Deutschland etc) will ihn keiner so recht. Die Rennstaelle haben erkannt, dass Kubica - so wie Alonso - einfach mehr "raw speed" hat, also ein Naturtalent ist. In dieser Diagnose sind sich bis auf die deutschen Fans (die in Vettel einen Babischumi sehen wollen) eigentlich so alle in der Pitlane einig.

karsten | 13.10.2009, 17:52 Uhr

wollen wir doch alle mal ganz ehrlich bleiben,fact ist doch das kubica der am meist überschätzte fahrer in der formel1 ist.bin echt gesagt kein heidfeld fan aber was der hier sagt kann man doch in keinster weise kritisieren er hat doch eindeutig recht ich glaube kubica wird so schnell wie er da war auch wieder weg sein weil ihm renault auch kein siegfähiges auto bauen kann. spätestens ende nächste saison werden das auch die jetzigen fürsprecher so sehen. kubica genau wie heidfeld haben beide keine weltmeisterqualität oder sie fahren irgendwann mal bei der scuderia oder im mercedes

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