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Nick Wirth unter Druck

Virgin droht Designer mit Plan B

Timo Glock Foto: xpb 26 Bilder

Für Virgin war der erste Grand Prix des Jahres eine große Ernüchterung. Das neue Auto ist ein Rückschritt. Der Abstand zum Mittelfeld und zur Spitze wuchs. Technikchef Nick Wirth muss nacharbeiten. Wenn das Facelift für den GP Türkei keinen Erfolg zeigt, greift Plan B.

01.04.2011 Michael Schmidt

Timo Glock war bedient. Eigentlich hatte er davon geträumt, mit Virgin den Anschluss ans Mittelfeld zu schaffen. In Melbourne stellte er fest, dass er stattdessen Angst haben muss, die 107-Prozent-Hürde nicht zu schaffen.

Sein neues Auto ist kein Fortschritt, sondern ein Rückfall in die schlimmsten Zeiten des Vorjahres. Auf die Pole Position von Sebastian Vettel fehlten 6,3 Sekunden. Letztes Jahr war die Spitze im Schnitt vier bis fünf Sekunden weg. Das Mittelfeld, das mit den Force India endet, liegt 3,6 Sekunden entfernt. Dabei wollte Virgin diese Lücke mit dem neuen Auto schließen.

An Glock hat es nicht gelegen. Der Hesse fuhr um sein Leben, denn nach den freien Trainingssitzungen breitete sich im Lager von Virgin das Schreckgespenst der Nichtqualifikation aus. Wie sehr Glock Gas gegeben hat, zeigt sich im Vergleich zu Teamkollege Jérôme d‘Ambrosio. Der Belgier verlor eine ganze Sekunde.

Heckflügel-Problem gemildert

Dem Virgin fehlt es ganz einfach an Abtrieb. Nico Hülkenberg sagte schon bei den Testfahrten: "Das ist mit freiem Auge zu erkennen. Der Timo ist ein armer Hund. Das Auto baut viel zu wenig Anpressdruck auf, vor allem auf der Hinterachse."

Insgesamt gibt es drei große Problemzonen, von denen nur eine halbwegs behoben wurde. Der Heckflügel neigt nicht mehr so stark zum Strömungsabriss wie das bei den Testfahrten der Fall war. Das untere Flügelelement hatte ein neues Profil erhalten.

Türkei-Update: Neue Nase, neuer Auspuff

Die Idee mit der tiefen Nase ist ein Flop. Es strömt viel zu wenig Luft unter der Vorderachse zum Kiel des Unterbodens durch. Dabei bräuchte der gekappte Diffusor soviel Luft wie möglich. Auch mit dem Auspuff entwickelte Technikchef Nick Wirth gegen den Trend. Er orderte bei Cosworth extrem lange Auspuffrohre, was automatisch einen Leistungsverlust bedeutet.

Statt die Länge aber dazu zu nutzen, den Auspuff möglichst weit vorne austreten zu lassen, münden die Endrohre kurz vor dem Ende des Diffusordachs. So wird die Energie der Auspuffgase nur auf einer ganz kurzen Wegstrecke genutzt. "Der Nick hat da wohl was falsch verstanden", spottete einer aus dem Team.

Also Kommando zurück. Bis zum GP Türkei soll der Radikalumbau des Virgin VR-02 fertig sein. Mit Hochnase. Mit einem neuen Auspuffsystem. Mit einem neuen Diffusor, einem nochmals modifizierten Heckflügel.

Wenn die Aktion schiefgeht, hat Wirth ein Problem. Angeblich ist Plan B bereits in Vorbereitung. Dann soll in Zukunft eine separate Techniktruppe die Entwicklung des Autos vorantreiben. Das aber kostet Geld. Und nach dem suchen die Sponsorbetreuer von Virgin gerade. Mit einem Etat von 40 Millionen Euro operiert das Team von Glock auf Minimalniveau. Eine alternative Entwicklungsabteilung lässt sich damit nicht betreiben.

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