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Nico Hülkenberg: "Der Schuh passt immer besser"

Formel 1-Test, Barcelona, 21.2.2012, Nico Hülkenberg, Force India

Nico Hülkenberg ist beim Auftakt der Barcelona-Tests die zweitbeste Zeit gefahren. Das Klassement interessiert den Force India-Piloten aber nicht. Wichtiger ist, dass er sich an das Auto gewöhnt - und andersrum.

In Jerez war Nico Hülkenberg der Frust noch ins Gesicht geschrieben. Nach dem Unfall von Ersatzmann Jules Bianchi blieb dem Rheinländer nur ein einziger Testtag, um sich mit dem neuen Dienstwagen vertraut zu machen. In Barcelona sah die Miene des 24-Jährigen schon deutlich freundlicher aus. Nach der zweitbesten Testzeit zum Auftakt auch kein Wunder.

Force India erwischt einen "runden Tag"

"Schlecht war gar nichts heute. Es haben eindeutig die positiven Sachen überwogen", so das zufriedene Fazit nach 97 beinahe problemfreien Runden. "Es war ein sehr runder Tag fast ohne Vorfälle. Das Auto ist rund gelaufen. Wir sind gut durch das Programm gekommen. Das Gesamtbild sieht wirklich gut aus im Moment."

Die Zeiten stimmten auch. Am Vormittag drehte "Hülk" im Rahmen eines Fünf-Runden-Stints eine 1:23.440 Minuten-Runde. Nur Sebastian Vettel konnte diese Zeit noch unterbieten. "Das weckt nichts in mir. Das hat überhaupt nichts zu bedeuten", winkt der Blondschopf mit einem Lächeln ab.

Noch sei es viel zu früh für den Vergleich mit der Konkurrenz. "Ich habe keine Zeiten und Daten von den Konkurrenten gesehen. Deshalb habe ich wenig zu vergleichen. Ich schaue nur auf mich und unser Auto und versuche beides so gut es geht zu optimieren."

Hülkenberg: "Die Basis ist gut"

Dieser Optimierungsprozess scheint schnell voranzuschreiten. Hülkenberg und der VJM05 bilden bereits eine gute Einheit. "Ich passe mich an das Auto an und das Auto an mich. Wir lernen uns beide kennen. Es wird von Stunde zu Stunde besser. In Jerez hatte ich meinen ersten Tag. Als ich heute Morgen ins Auto gestiegen bin, war das Gefühl schon wieder ganz anders. Nach der Mittagspause war es nochmal alles irgendwie bequemer. Der Schuh hat immer besser gepasst."

Hülkenberg warnt allerdings vor verfrühter Euphorie: "Wir haben noch Arbeit vor uns. Es gibt immer Sachen, die man verbessern kann. Die Basis ist gut, aber jetzt geht es darum, das Auto weiterzuentwickeln, die Feinheiten herauszukitzeln und zu lernen, wie es auf Setup-Änderungen und verschiedene Reifen reagiert."

Das Fahrverhalten seines neuen Sportgeräts ist noch etwas tückisch. Eine generelle Tendenz im Grenzbereich kann Hülkenberg noch nicht erkennen. "Das ist ein bisschen unterschiedlich von Kurve zu Kurve. Manchmal driftet man über alle vier Reifen, manchmal will das Auto plötzlich ausbrechen."

Kritisch sei der Abtriebsverlust durch den Wegfall des angeblasenen Diffusors aber nicht. "Wartet mal ein halbes Jahr ab, dann ist das alles wieder aufgeholt", prophezeit der Emmericher. Nur der Blick auf die Zeiten machte ihn etwas stutzig. "In Jerez sind wir locker aus dem Ärmel super Zeiten unter 1:20 Min. gefahren - das ist für Jerez nicht normal. Hier schaffen wir das nicht so. Wir sind noch drei Sekunden vom Vorjahr weg."

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