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Nico Hülkenberg

Geblitzt, verbremst und durchgeschüttelt

Nico Hülkenberg Foto: xpb 13 Bilder

Im ersten Freien Training durfte Force India-Tester Nico Hülkenberg für 90 Minuten ans Steuer. Ein Bremsplatten schmälerte allerdings die Freude am Fahren. Am Ende wartete auch noch ein Knöllchen auf den Rheinländer.

25.03.2011 Tobias Grüner

Nico Hülkenberg muss in dieser Saison mit einer neuen Rolle zurechtkommen. Der Deutsche wird in Diensten von Force India jeweils nur noch eine Trainingssitzung am Freitag bestreiten. Sein Rennwochenende war also auch in Melbourne nach nur 90 Minuten und 20 Runden schon wieder beendet.

Hülkenberg auf der Ersatzbank

"Daran muss ich mich erst gewöhnen", erklärte der sympathische Rheinländer anschließend. "Jetzt muss ich aus dem Rennoverall raus und den Helm an den Nagel hängen. Ich kann mich gemütlich bei Kaffee und Tee hinsetzen und dem Funkverkehr lauschen. Das ist neu für mich, aber so ist es halt in diesem Jahr. Das Gefühl ist aber ehrlich gesagt scheiße."

Nachdem Hülkenberg schon bei den Testfahrten in Spanien nur ein reduziertes Programm absolvierte, freute er sich besonders auf den Einsatz in Australien. Allerdings kämpfte der Youngster dabei auch mit Problemen. "Es war nicht einfach. Ich bin nur 20 Runden gefahren und wir hatten ein neues Paket auf dem Auto. Da waren noch einige Sachen neu für mich und die musste ich erst lernen."

Heftiger Verbremser sorgt für Vibrationen

Auch die Reifen sorgten im Training für Schwierigkeiten. Bei Sebastian Vettel und Felipe Massa konnte man erkennen, wie sich ganze Gummiblöcke aus der Lauffläche gelöst hatten. "Richtige Blöcke sind bei uns nicht rausgeflogen", berichtete Hülk. "Es war aber sehr leicht, sich zu verbremsen. Man hat ein schlechtes Gefühl für den Reifen beim Bremsen. Das Feedback ist schlecht."

Wie viele andere Fahrer auch, war Hülkenberg mit qualmenden Gummis zu beobachten. "Bei meinem letzten Run habe ich mir einen dicken Bremsplatten eingefangen. Danach bist du am Ende. Es vibriert extrem. Da kann man nicht einmal mehr die Strecke richtig sehen. Ich musste vor Kurve elf immer zwei Meter Platz lassen, weil ich keine Ahnung hatte, wie weit die Mauer noch weg war."

Hülk zu schnell in der Box

Trotz Platz 18 und mehr als vier Sekunden Rückstand war der Force India-Pilot nicht unzufrieden. Nach dem Bremsplatten war er nur noch mit vollen Tanks unterwegs. "Das war ganz okay."

Nach 20 Runden war das Vergnügen auch schon wieder vorbei. "Ich habe den Reifen wirklich ausgelutscht. Aber er war am Ende noch fahrbar. Vom Grip her geht das. Das war besser als erwartet. Ohne den Bremsplatten hätte ich wohl noch ein paar mehr Runden geschafft."

Nach dem Training bekam Hülkenberg noch Post von der FIA. Der Ex-Williams-Pilot wurde mit 62,5 km/h in der Boxengasse geblitzt. Erlaubt sind aber nur 60 km/h. Nun muss Hülk 600 Euro an die Kontrollbehörde überweisen. Zeit genug für einen kurzen Besuch bei der Bank hat der Deutsche ja jetzt.

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