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Nico Hülkenberg

"Hätte fast Geschichte geschrieben"

Nico Hülkenberg GP Brasilien 2012 Foto: dpa 63 Bilder

Es gab viele Helden beim GP Brasilien. Weltmeister Sebastian Vettel. Vize-Champion Fernando Alonso. Sieger Jenson Button. Super-Wasserträger Felipe Massa. Und natürlich Nico Hülkenberg, der den Grand Prix seines Lebens fuhr. War die Strafe gerecht? Einhellige Meinung im Fahrerlager: Sie war etwas übertrieben.

25.11.2012 Michael Schmidt

Da rieben sich alle die Augen. Aus der ersten Runde kam Nico Hülkenberg als Sechster zurück. In der zweiten Runde war er schon Vierter. Dann verbremste sich vor ihm Fernando Alonso am Ende der Zielgeraden, und Hülkenberg hatte nur noch die McLaren vor sich. "Da hat es schon genieselt. Es war aalglatt da", nimmt Hülkenberg Alonso in Schutz.

Hülkenberg auf Slicks schneller als Button

Bis zur zehnten Runde hatte Hülkenberg Lewis Hamilton und Jenson Button im Blickfeld. Dann holte sich Hamilton wie 18 andere Fahrer Intermediates ab. Nur Button und Hülkenberg hielten mit Slicks auf nasser Fahrbahn durch. In der 18. Runde ging Hülkenberg an Button vorbei.

"Ich hatte ein gutes Gefühl mit dem Auto. Weil ich aggressiver als Jenson fahre, konnte ich mehr Temperatur im Reifen halten. Das hat sich schon 2010 bei meiner Pole Position unter ähnlichen Umständen gezeigt. Deshalb war ich in dieser Phase schneller als Jenson und konnte vorbeigehen. Mein Renningenieur hat mich jede Runde gefragt: reinkommen oder nicht? Ich bin jedes Mal draußengeblieben."

Es folgten die ersten Führungskilometer von Hülkenberg in der Formel 1. Gleich für 30 Runden am Stück. Und jede Runde fragte man sich, wann die McLaren kontern würden. Für Hülkenberg bedeutete die Führungsarbeit Stress: "Solange ich hinter Jenson lag, hatte ich einen Referenzpunkt. An der Spitze war ich immer der erste, der die nassen Stellen austesten musste."

Hülkenberg rutscht auf nasser Straße aus

Als es ab der 45. Runde wieder stärker zu regnen begann, machte Hamilton Druck. In der 48. Runde ging der McLaren-Pilot vorbei. Doch Hülkenberg ließ nicht locker und startete in der 55. Runde einen Gegenangriff, als Hamilton hinter einem Caterham eingeklemmt war. "Der hat uns eigentlich nicht so groß gestört. Mein Problem war, dass ich auf einem feuchten Stück Straße bremsen musste. Hamilton dagegen auf der trockenen Spur fahren konnte. Deshalb ist mir das Heck ausgebrochen. Es tut mir leid für Lewis, aber das kann im Zweikampf passieren."

Die Sportkommissare brummten Hülkenberg eine Durchfahrtsstrafe auf. Zu Recht? "Man kann sie geben, muss aber nicht", erwiderte der Force India-Pilot. Nach der Zieldurchfahrt ging der Deutsche in den McLaren-Pavillon, um sich nachträglich bei seinem Crashgegner zu entschuldigen.

Eigentlich ist nach so einer Kollision Schluss. Das dachte auch Hülkenberg. "Nach meiner Airshow mit dem Auto dachte ich, dass ich den Motor abstellen kann. Plötzlich merke ich: Es geht ja und bin weitergefahren." Sogar ganz ordentlich. Hülkenberg verlor nur zehn Sekunden und lag weiter komfortabel vor Alonso.

Hülkenberg will Sieg für Sauber holen

Force India holte seinen Fahrer nur einen Tick zu spät zum dritten Reifenwechsel an die Box. "Ich bin gerade durch das Senna-S gefahren, als es zu schütten anfing. Da musste ich den Rest der Runde ganz langsam auf meinen Slicks zu Ende fahren." Eine Runde später musste Hülkenberg seine Strafe absitzen. "Ohne die wäre ich Zweiter geworden." So hing er bis zum Schluss hinter Mark Webber fest.

Auch in der Schlussphase gab es noch einmal mächtig Aufregung. "Ich wäre die Steigung zur Zielgeraden hoch wegen Aquaplaning fast abgeflogen. Das ist eine ganz üble Stelle. Da willst du nicht in der Mauer landen. Ich habe noch am Funk gesagt, dass da bald einer crashen wird, da sehe ich schon die gelben Flaggen und wusste sofort, dass es schon passiert ist."

Es war Teamkollege Paul di Resta. Trotz der verlorenen Chance fiel Hülkenbergs Fazit positiv aus: "Heute hätte ich fast Geschichte geschrieben. Von so einem Rennen nehme ich viel mit. Ich habe viel gelernt." Als Sauber-Teammanager Beat Zehnder hinzutrat, lachte Hülkenberg: "Den Sieg hole ich nächstes Jahr bei euch nach."

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