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Nico Hülkenberg über das neue Fahrgefühl

"Das alte Auto muss aus dem Kopf"

Nico Hülkenberg - Force India - Formel 1 - Test - Bahrain - 19. Februar 2014 Foto: ams 144 Bilder

Nico Hülkenberg stellte die erste Bestzeit in Bahrain auf. Nachdem der Force India-Pilot in Jerez kaum zum Fahren gekommen war, drehte er am ersten Testtag in Bahrain 78 Runden. Und konnte danach zum ersten Mal das neue Fahrgefühl beschreiben. Hülkenberg gab interessante Einblicke in die neue Formel 1-Welt.

20.02.2014 Michael Schmidt

Nico Hülkenberg war erleichtert. Force India hat die Kinderkrankheiten beseitigt, die das Auto in Jerez in der Garage festhielten. Nach 78 Runden stand der lange Kerl aus dem Rheinland am ersten Testtag in Bahrain mit 1:36.889 Minuten sogar ganz oben in der Zeitentabelle. Trotzdem blieb Hülkenberg auf dem Boden: "Die Rundenzeiten sagen im Moment gar nichts aus. Der Reifen spielt hier in Bahrain eine große Rolle. Der weiche ist eine Sekunde schneller als der medium und der wiederum eine Sekunde besser als die harte Mischung. Deshalb war eigentlich Hamilton der schnellste am ersten Tag. Seine Zeit mit 1.37,908 Minuten auf den harten Reifen war echt stark."

Hülkenberg mit gemischten Gefühlen

Der erste geregelte Testtag gab Hülkenberg einen ersten Einblick, was ihn in diesem Jahr erwartet. Mit wenigen Worten: eine völlig neue Welt. "Es ist wirklich alles neu und komplett anders. Auch aus Fahrersicht. Du hast keinerlei Referenzen zum Vorjahr. Deshalb ist es wichtig, dass du das alte Auto so schnell wie möglich aus dem Kopf bekommst. Der Vergleich mit dem letzten Jahr bringt gar nichts."

Auf der Geraden hat Hülkenberg gemischte Gefühle. Wenn der Motor auf voller Power läuft und ERS seine 160 PS beisteuert, geht es ordentlich vorwärts. "Wenn aber nicht alle Systeme voll laufen, ist es schon ziemlich mager. Da hilft dir dann auch der geöffnete Heckflügel nicht viel."

Die 15 Prozent weniger Anpressdruck spürt man als Fahrer am meisten. Besonders beim Beschleunigen. Da kommt der Gripverlust am stärksten zum Tragen. "Weil der Auspuff den Diffusor nicht mehr anbläst. Das merkst du brutal. Beim Beschleunigen musst du jetzt im Trockenen so fahren wie früher im Regen. Ich will gar nicht wissen, wie es sich anfühlt, wenn es dann mal wirklich regnet. Besonders in Melbourne mit seinen glatten weißen Linien. Im Regen wird das kein Spaß." Hülkenberg vergleicht den Grip im Trockenen so: "Als wärst du mit Intermediates auf halbnasser Strecke unterwegs."

Auswahl zwischen fünf Bremsbalance-Programmen

Auch das Bremsen ist eine neue Erfahrung. Force India hat die elektronische Bremskraftverteilung schon ganz gut im Griff. Da klagen andere Teams auf einem ganz anderen Niveau. Hülkenberg sieht trotzdem noch viel Nachholbedarf: "Unglaublich, was du da alles einstellen kannst. Du hast fünf Bremsbalance-Programme, die du anwählen kannst. Aber innerhalb dieser Programme gibt es unendlich vele Möglichkeiten zum Feintuning."

Obwohl Kollege Computer dem Fahrer beim Bremsen viel Arbeit abnimmt und bei genügend Erfahrung mit dem System immer die optimale Bremskraftverteilung einstellen wird, werfen die Fahrer jetzt früher den Anker. "Es fehlt einfach der Abtrieb. Da steigst du am Ende der Geraden 20 bis 30 Meter früher in die Eisen."

Drehmoment kommt beim Fahrer nicht an

Die Reifen könnten in diesem Jahr noch eine große Rolle spielen. Aus den langsamen Ecken raus stehen die Autos oft quer, oder die Hinterräder drehen durch. Und das bis zum vierten Gang. Hülkenberg amüsiert sich: "Wenn du es übertreibst, qualmt es hinten richtig. Ich habe hier ein Mal auf 100 Meter zwei dicke schwarze Streifen gezogen."

Der WM-Zehnte des Vorjahres findet es schade, dass die 550 Newtonmeter Drehmoment beim Fahrer nicht so richtig ankommen. "Du hast so wenig Grip, dass dir der Kick beim Beschleunigen verloren geht. Das Drehmoment spürst du erst, wenn du die Kraft auf den Boden bringst. Im Moment geht die Power noch voll ins Leere."

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