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Nico Hülkenberg übt sich in Geduld

"Es gibt keinen Zauberstab für uns"

Nico Hülkenberg - GP China 2015 Foto: xpb 104 Bilder

Nico Hülkenberg kennt das Gefühl. 2013 ging es bei Sauber in der ersten Saisonhälfte auch nur um Schadenbegrenzung. Dann kam mit einer B-Version die große Attacke. Auch in diesem Jahr liegt die ganze Hoffnung wieder auf der zweiten Saisonhälfte. Für die Zeit davor gibt es keinen Zauberstab.

16.04.2015 Michael Schmidt

Für Nico Hülkenberg gleicht ein Rennen dem anderen. Es ist ein Überlebenskampf. Der Force India hat weder Stärken noch Schwächen. Das Auto ist einfach zu langsam. Egal, ob in Shanghai oder in Bahrain. Egal, ob es heiß oder kalt ist. Für die Fahrer und Ingenieure kommt es darauf an, das beste aus einem Paket zu machen, das schlicht und einfach zu wenig Abtrieb generiert.

Hülkenberg kämpft mit stumpfer Waffe

Das Problem dabei: Der 2015er Force India hat ein viel kleineres Abstimmungsfenster als sein Vorgänger. Und einen deutlich höheren Reifenverschleiß. Ein echter Teufelskreis. Die Ingenieure müssen das Auto untersteuernd einstellen, um die Hinterreifen zu schonen. Wenn dann das Setup nicht hundertprozentig passt, kommt ab Kurvenmitte Untersteuern und am Ausgang bricht das Heck dann trotzdem aus. Das ruiniert die Reifen.

Hülkenberg sieht darin die große Aufgabe bis die B-Version des VJM08 einsatzfähig ist. "Wir müssen diesen Punkt finden, wo das Auto am besten funktioniert. Die späte Fertigstellung hat den Lernprozess verzögert. Wir versuchen jetzt zu verstehen, wie wir das Fenster größer machen können. Generell wird das nicht viel ändern. Das Auto ist langsam, und dafür gibt es keinen Zauberstab. Wir kämpfen zur Zeit mit einer stumpfen Waffe."

Force India versucht die Defizite mit alternativen Strategien zu kaschieren. So gut es geht. In der Vergangenheit war die Taktik "ein Stopp weniger" der Joker für den WM-Sechsten des Vorjahres. Daran ist wegen des hohen Reifenverschleißes zur Zeit nicht zu denken. Also macht man das Gegenteil. "Die Taktik mit einem Stopp mehr erlaubt es uns, etwas mehr zu attackieren. Aber es ist nicht der Schlüssel für jede Situation. Mein Teamkollege ist damit in China auch nur Elfter geworden."

Kapitaler Motorschaden in Shanghai

Bislang lebte Force India wenigstens von der Standfestigkeit. Das hat sich seit dem GP China geändert. Hülkenbergs Rennen war nach neun Runden vorbei. Offiziell wurde ein Getriebeschaden gemeldet. Tatsächlich war es ein kapitaler Motorplatzer. Die Kurbelwelle soll gebrochen sein. Der Mercedes-Faktor sticht nicht mehr so wie im Vorjahr. Bei der Power hat Ferrari Mercedes eingeholt.

So leben Hülkenberg und Perez von der Hoffnung, dass in der zweiten Saisonhälfte alles besser wird. In Österreich, spätestens England, soll die B-Version fertig sein. Für das späte Debüt sind nicht nur Probleme mit dem Cashflow und der Wechsel des Windkanals verantwortlich. "Wir wollten voll verstehen, was mit diesem Auto falsch ist. Das braucht Zeit." Hülkenberg hat diese Situation 2013 schon einmal mit Sauber erlebt. Ein mühsamer Saisonstart, dann ein grandioses Finale. "Die Erfahrung von damals hat mich gelehrt, dass ein Jahr lang sein kann und dass sich die Dinge grundlegend ändern können."

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