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Nico Hülkenberg im Interview

"Plötzlich nur noch Passagier"

Nico Hülkenberg - GP Ungarn 2015 Foto: Wilhelm 66 Bilder

Nico Hülkenberg verabschiedete sich spektakulär vom GP Ungarn. Nach einem Frontflügelbruch krachte der Force India-Pilot in die Leitplanken. Im Gespräch mit auto motor und sport erzählt Hülkenberg, wie sich der Crash aus der Cockpit-Perspektive angefühlt hat und wo er ohne den Zwischenfall gelandet wäre.

30.07.2015 Michael Schmidt
Was ist da genau passiert?

Hülkenberg: Es ging alles recht schnell. Ich habe so eine Sekunde vorher Vibrationen gespürt. Und dann ist das Ding schon abgefallen. Wenn du nicht mehr verzögern und nicht mehr lenken kannst, bist du nur noch Passagier. Ich hatte noch ein Auto vor mir und habe gehofft, dass ich da nicht einschlage. Dann ging es geradeaus in die Wand rein. Die war aber echt gut gepolstert, weil es zwei Reihen hintereinander mit einem Zwischenraum waren. Das hat gut die Energie absorbiert.

Warum fällt der Frontflügel runter. Wieder die Vibrationen über die Randsteine?

Hülkenberg: Null Ahnung. Ich bin kein Ingenieur. Das müssen die Jungs jetzt analysieren und verstehen. Ich bin mir sicher, dass die das machen werden, und in Spa greifen wir wieder frisch an.

Sind die Randsteine in Budapest so besonders?

Hülkenberg: Die sind hier schon recht aggressiv. Vielleicht sogar die aggressivsten des Jahres. Die geben schon einige Energie aufs Auto.

Wie ärgerlich war der Ausfall. Sie hätten bei all dem Chaos Dritter werden können. Immerhin lagen Sie vor Kvyat?

Hülkenberg: Aber das Chaos habe ich ja organisiert. Durch meinen Unfall ging es drunter und drüber. Bis dahin war das Rennen echt unspektakulär. Jeder ist so sein Rennen gefahren, ohne große Zwischenfälle. Also an ein Podium glaube ich nicht, aber ich hätte sicher schöne Punkte geholt.

Sie lagen zwischen Bottas und Kvyat. Hätten sie den einen überholen und den anderen halten können?

Hülkenberg: Glaube ich nicht. Immer wenn ich nah an Bottas rangekommen bin, hatte der auch eine Antwort. Und in seinem Windschatten habe ich zu viel Abtrieb verloren, als dass ich hätte angreifen können. Kvyat hat wahnsinnig gedrückt. Er war auf frischen weichen Reifen unterwegs. Es wäre schwierig geworden, die Red Bull zu halten. Für uns wäre es ja noch einer langer Stint bis zum Ende geworden.

Als Ricciardo Sie überholt hat, haben Sie sich kaum gewehrt. Hat er Sie auf dem falschen Fuß erwischt?

Hülkenberg: Der kam so spät, da habe ich gar nicht mehr damit gerechnet. Der kann spät bremsen mit dem Auto, das ist abartig. Fernab von Gut und Böse. Wenn er dann einmal neben dir ist, kannst du nicht mehr einlenken. Sonst kracht es gleich. Aber so war es eh gut. Hätte ich mich mit Daniel angelegt, hätte mir das nur Reifen und Zeit gekostet. Die Red Bull sind in einer eigenen Liga gefahren. Da hätten wir uns nur unser eigenes Rennen ruiniert.

Die Startrunde war wieder einmal phänomenal. Wie kommt man von Platz 11 auf Rang 6?

Hülkenberg: Ich hatte einen guten Start von der Linie weg, und habe mir direkt einen Toro Rosso und einen Lotus vor der ersten Kurve geschnappt. Dann gab es eine Berührung zwischen einem Red Bull und einem Williams. Das hat mir noch einen Platz gebracht. Lewis ist durchs Kiesbett gerauscht. Wieder einer vor. Eingangs der zweiten Runde konnte ich noch den anderen Red Bull vor Kurve 1 ausbremsen. Alles hat gepasst, und schon war ich Sechster.

Bleibt der Eindruck vom umgebauten Auto positiv?

Hülkenberg: Absolut. Es ist so toll, endlich Abtrieb auf der Hinterachse zu spüren. Ein ganz anderes Fahren. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir das vorher gemacht haben. Und es kommt ja noch etwas ans Auto.

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