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Nico Hülkenbergs neue Jobs

Freitags fahren, Sonntags kommentieren

Nico Hülkenberg Foto: xpb 10 Bilder

Für Nico Hülkenberg ist die Saison 2011 ein Übergangsjahr. Der Ex-Williams-Pilot fährt als dritter Mann von Force India alle Freitagstrainings. Beim Test in Valencia war er zum ersten Mal für seinen neuen Arbeitgeber unterwegs. Nebenbei wird Hülkenberg noch TV-Experte.

09.02.2011 Michael Schmidt

Nico Hülkenbergs Gemütslage lässt sich mit einem Satz beschreiben: "Ich will da rein." Gemeint ist nicht das Kanzleramt oder das Dschungelcamp, sondern das Cockpit bei Force India. Nach dem ersten Testtag in Valencia hat der lange Blonde aus Emmerich wieder Blut geleckt. "Es war einfach nur wieder geil, diese Autos zu fahren. Und jetzt habe ich gemerkt, was ein Jahr Erfahrung ausmacht. Ich bin ein ganz anderer Rennfahrer. Die ganzen Abläufe sind bekannt, und du kannst dich auf andere Dinge konzentrieren."

Überrascht stellte Hülkenberg fest, "wie schnell ich in dem für mich neuen Auto nach zwei Monaten Pause Fuß gefasst habe". Das führte zu der Erkenntnis: "So viel anders als der Williams ist der Force India gar nicht."

Zuschauen tut Hülkenberg weh

Nach zehn Runden hatte sich Hülkenberg auch mit den Pirelli-Reifen angefreundet. Den ganz großen Unterschied zu den Bridgestones konnte er nicht feststellen, was vielleicht auch daran lag, dass Force India in Valencia mit dem Vorjahresauto unterwegs war: "Wir hatten den Doppeldiffusor noch drauf und deshalb im Heck mehr Abtrieb als die andern. Hätten sie heimlich die Reifen getauscht, ich hätte es vielleicht gar nicht gemerkt. Die Tendenz zum Untersteuern ist immer noch da. Nur die Hinterreifen bauen stärker ab."

Die nächsten Tage in Valencia waren für Hülkenberg schon härter. Zuschauen ist nicht sein Ding. Als er in den Boxen und an der Strecke verfolgte, wie sein Kollege Paul di Resta Runde um Runde drehte, da merkte Hülkenberg, was ihm in diesem Jahr fehlen wird. "Zuschauen tut schon weh. Und nach dem einen Testtag in Valencia hat sich diese Wehmut nur noch gesteigert. Aber ich muss da jetzt durch. Hauptsache, ich bleibe am Ball. Die Hoffnung stirbt zuletzt."

Hülkenberg behält Kontakt zur Szene

Trotzdem ist Hülkenberg noch mit einem blauen Auge davongekommen. Der Job als Reservefahrer bei Force India ist eine Art Schadensbegrenzung. "Das beste, was möglich war, nachdem uns Williams so lange hingehalten hatte", konstatiert Manager Willi Weber. Immerhin darf Hülkenberg noch einen Tag in Bahrain testen und an jedem Freitag eine Trainingssitzung bestreiten. Die meisten seiner Leidensgenossen kommen nie zum Fahren. "Das ist ganz klar besser als nichts. Ich behalte Fahrpraxis und bin im Kontakt mit der Szene", macht sich der Ex-Williams-Pilot Mut. Willi Weber ist als unerschütterlicher Optimist sowieso überzeugt: "2012 sitzt der Nico wieder in einem Auto."

Fahrpraxis war ein entscheidender Faktor für Hülkenbergs Entscheidung. Ein Platz als dritter Fahrer bei McLaren oder Mercedes mag auf dem Papier attraktiver erscheinen, doch dort hätte er vermutlich keinen Kilometer abgespult. "Es gab auch nie Kontakt zwischen Mercedes und mir. Dort wäre es für mich viel schwieriger geworden, auf mich aufmerksam zu machen, damit ich 2012 wieder einen Stammplatz habe. Mercedes hat zwei gute Fahrer, die dort einbetoniert sind."

Kurzer Weg zu McLaren

Bei McLaren liegt der Fall anders. Teamchef Martin Whitmarsh hatte schon seit der GP2-Zeit ein Auge auf den jungen Rheinländer geworfen. "Wir kamen nur nicht zusammen, weil ich damals schon bei Williams unter Vertrag stand." Er soll auch zu jenen gezählt haben, die den Deutschen als Kubica-Ersatz bei Renault empfohlen haben.

Whitmarsh hat bei Force India die Möglichkeit, Hülkenberg genau auf die Finger zu schauen. Er bekommt bei seinem Technikpartner Einblick in alle Daten. "Es kann ja nichts schlechtes sein, wenn die mich beobachten", meint Hülkenberg. Der Aufstieg von Paul di Resta vom Reserve- zum Stammfahrer macht Mut. Der Schotte hatte 2010 seine Chefs durch gute Leistungen bei den Freitagstrainings überzeugt. "Das ist meine Chance", betont Hülkenberg, "und die muss ich nutzen."

Nebenjobs in der Le Mans-Serie und als TV-Experte

Um die Fahrpraxis wachzuhalten hat Hülkenberg kurz überlegt, eine zweite GP2-Saison dranzuhängen. "Aber die guten Teams sind schon weg", verwarf der GP2-Meister von 2009 den Plan wieder. Dafür fährt er vielleicht das ein oder andere Rennen in der europäischen Le Mans-Serie. Und er wird TV-Kommentator auf Zeit. Beim Bezahlsender Sky spielt Hülkenberg in dieser Saison bei den Grand Prix den TV-Experten. Vor Ort ist er ja sowieso.

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