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Nico Hülkenberg steigert Marktwert

Rettet die Pole Position den Arbeitsplatz?

Nico Hülkenberg Foto: xpb 25 Bilder

Der Marktwert von Nico Hülkenberg ist nach seiner ersten Pole Position explodiert. Der 23-Jährige aus Emmerich wurde von allen Seiten mit Lob überschüttet. Trotzdem hat er noch keinen Vertrag bei Williams für die nächste Saison.

07.11.2010 Michael Schmidt

Nico Hülkenberg strahlte über das gesamte Gesicht. Im 18. Anlauf gelang ihm bereits seine erste Pole Position. Damit hat er den Sprung in die Rekordbücher geschafft. Nur 83 andere Rennfahrer standen seit 1950 wenigstens einmal auf dem besten Startplatz. Der jüngste Pole Position-Halter schätzte seine Leistung richtig ein: "Sie bleibt für immer in den Büchern stehen, das nimmt mir keiner mehr. Aber sie bringt mir keine Punkte für das Rennen." Stallrivale Rubens Barrichello bestätigt: "Wir müssen im Rennen hart kämpfen, um in den Top sechs zu landen."

Hülkenberg mit Aufwärtstrend

Auch der sonst so strenge Patrick Head lobte: "Das war eine super Fahrt von Nico. Sehr entschlossen, sehr diszipliniert, fehlerlos." Die graue Eminenz des Teams zeigt sich besonders beeindruckt vom Lernprozess seines Youngsters: "Nico ist auf einem guten Niveau eingestiegen, aber er hat unheimlich schnell dazugelernt. Je wohler er sich im Auto fühlt, umso sicherer wird er in seinen Entscheidungen. Das zeigt sich an kleinen Beispielen wie dem dritten freien Training. Nico war happy mit seinem Auto im Regen. Er hat nach zwölf Runden Schluss gemacht, um die Reifen zu schonen. Am Anfang der Saison wäre er Runde um Runde gefahren, um mehr Sicherheit zu bekommen."

Rubens Barrichello ist Hülkenbergs bester Verbündeter, wenn es darum geht, den Deutschen im Team zu behalten. Dabei könnte es den Oldie selbst den Platz kosten, sollte Williams weiter auf Hülkenberg setzen. "Ich habe zu Frank gesagt, dass er mit Nico einen Champion der Zukunft hat. Er ist einer der stärksten Teamkollegen, die ich je hatte. Natürlich fehlt ihm noch Erfahrung, aber er lernt schnell. Das hat sich in der Qualifikation gezeigt. Es waren schwierige Bedingungen, aber für uns die einzigen, in denen wir für eine Überraschung sorgen konnten. Bei ganz nass oder ganz trocken wäre das nicht möglich gewesen. Nico hat die Umstände perfekt zu seinem Vorteil genutzt."

Patrick Head mit Zittern in der Stimme

Die Gerüchte, dass er am Ende ohne Cockpit dasteht, lassen den dienstältesten Fahrer kalt. "Ich rede mit dem Team über Einzelheiten am neuen Auto, als ob ich auch nächstes Jahr an Bord wäre. Am Ende liegt es in Franks Händen, aber nach dem, was ich weiß, habe ich ein gutes Gefühl."

Williams ist ein erzbritisches Team. Emotionen sind da tabu. Ein "well done" zählt wie ein Ritterschlag. Patrick Head sprang nach der ersten Pole Position für sein Team nach 100 Rennen über seinen Schatten, wie Hülkenberg belustigt erzählt: "Er hat gesagt: Super gemacht Nico. Aber da war ein Zittern in seiner Stimme, und er hat gelacht. Man hat mir erzählt, dass er nicht immer so emotional reagiert."

"Well done" von Frank Williams

Frank Williams meldete sich fünf Sekunden nach der Pole Position bei Head am Handy. Der Technikpapst grinst: "Typisch Frank. Er hat well done gesagt und wollte ab dann nur noch über das Rennen reden."

Hülkenberg freute sich über den Applaus, blieb aber auf dem Teppich: "All die schönen Worte bringen mir keinen Vertrag. Ich muss weiter kämpfen, mein Bestes geben und hoffen, dass meine Leistung ausreicht." Talent bringt er mit, Geld nicht. Spätestens seit der Pole Position sind aber auch andere Teams auf ihn aufmerksam geworden. Wenn sich bei Renault, Force India oder gar Red Bull noch eine Vakanz auftut, dann steht Hülkenberg jetzt weiter oben auf der Liste als vorher.

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