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Nico Hülkenberg

"Top Ten bei normalen Rennen schwierig"

Force India GP Malaysia 2012 Foto: xpb 77 Bilder

Für Nico Hülkenberg waren es die erste WM-Punkte seit dem GP Brasilien 2010. Der Force India-Pilot war beim GP Malaysia als Neunter bester Deutscher. Obwohl Force India beide Autos in die Punkteränge brachte, muss sich das Team steigern.

26.03.2012 Michael Schmidt

Das liest sich gut. Bester Deutscher beim Grand Prix von Malaysia. Nico Hülkenberg zog nach dem GP Malaysia eine positive Bilanz: "Ich bin mein erstes echtes Rennen seit 2010 gefahren und gleich in den Punkten gelandet." Sein Debüt bei Force India eine Woche zuvor in Melbourne war nach einer unverschuldeten Startkollision mit Mark Webber nach drei Kilometern zu Ende. "Dagegen fühlte sich dieses Rennen mit der Regenpause wie zwei Tage an."

Der Kampf im Mittelfeld ist brutal. Auf Platz sieben fehlten Hülkenberg 3,4 Sekunden. Der Zehntplatzierte Michael Schumacher lag nur 2,1 Sekunden hinter ihm. Schon im Training entschied ein Augenzwinkern. "Ein halbes Zehntel schneller, und ich wäre drei Startplätze weiter vorne gestanden."

Teamkollege Paul di Resta war diesmal den kleinen Tick schneller und glücklicher. Im Training trennten die beiden Force India-Piloten 0,013 Sekunden. Das machte zwei Startplätze aus. Hülkenberg stand mit den ersten beiden Kurven auf Kriegsfuß, di Resta mit den letzten. Bei beiden blieben ungefähr drei Zehntel liegen. Für den Sprung in die Top Ten der Startaufstellung hätte es nicht gereicht.

Arbeitsbereich der Reifen deutlich kleiner

Viel hängt im Augenblick davon ab, ob und wie man die Reifen zum Arbeiten bringt. Besonders der Medium-Reifen ist kritisch. "Das Arbeitsfenster ist nur noch ein Drittel so groß wie früher", urteilt der deutsche Pilot. Deshalb ließen Hülkenberg und di Resta im letzten Abschnitt des Rennens auch die harten Reifen aufziehen. Die sind berechenbarer.

Der Force India ist im Rennen tendenziell eine Spur besser als im Training. Das Auto geht nett mit seinen Reifen um. Trotzdem zweifelt Hülkenberg, ob bei einem normalen Rennverlauf beide Autos in die Punkte gefahren wären. "Dort wo wir im Moment mit unserem Auto stehen, ist es schwierig, in die Top Ten zu fahren."

Nach zwei Rennen lässt sich festhalten: Sauber, Williams und Lotus sind stärker. Toro Rosso fährt auf Augenhöhe. Hat der Eindruck der guten Testergebnisse in Jerez und Barcelona getrogen? Hülkenberg schüttelt den Kopf: "Die Medien haben uns in die Favoritenrolle geschrieben. Wir haben uns dort erwartet, wo wir sind. Es kann aber auch sein, dass die anderen Teams seit dem letzten Barcelona-Test noch etwas zugelegt haben."

Zu Beginn des Rennens lag Hülkenberg vor seinem Teamkollegen. Die ersten Runden waren ein Blindflug. "Ich habe nichts gesehen. Einmal wäre ich dem Karthikeyan fast von hinten draufgeknallt. Ich dachte, der steht zum Überrunden an, doch dann sagt mir meine Box: Der fährt mit dir um Positionen." Jenson Button ging es genauso. Er fuhr sich den Frontflügel an dem HRT krumm.

Hülkenberg fährt auf Verteidigungskurs

Beim Restart reihte sich Hülkenberg als Elfter in die Schlange hinter dem Safety-Car ein. Teamkollege di Resta im Rückspiegel. Der zweite Boxenstopp drehte die Reihenfolge um. Di Resta wurde eine Runde früher abgefertigt. Jetzt begann die schwierige Zeit für den Deutschen im Team Force India.

"Mit den Intermediates stimmten die Reifendrücke nicht. Vorne zu hoch, hinten zu niedrig. Das hat Traktion gekostet. Es war die Phase im Rennen, wo ich den Anschluss auf Paul und den Rest verloren habe." Der Rest, das waren in wechselnder Reihenfolge Jean-Eric Vergne im Toro Rosso, Bruno Senna und Pastor Maldonado im Williams, Michael Schumacher im Mercedes. "Meistens bin ich auf Verteidigung gefahren."

Erst als die Slicks aufgezogen waren, konnte Hülkenberg wieder seinen Blick nach vorne richten. "Es wäre vielleicht eine Runde früher gegangen, aber ich habe es dem Team zu spät gesagt. Da der Abstand zu Paul nur fünf Sekunden betrug, konnten wir beide Autos nicht gleichzeitig reinholen." Im Finale wurde es noch einmal eng. Senna war schon weg, aber Vergne und di Resta lagen in Reichweite. "An Vergne gab es kein Vorbei. Dazu waren wir auf der Geraden zu kurz übersetzt."

Force India wird sich steigern müssen, wenn man sich im Mittelfeld behaupten will. Jede kleine Ausbaustufe kann den entscheidenden Unterschied ausmachen. Für den GP Spanien ist ein großer Schritt geplant. Hauptsächlich im Bereich Auspuff und Aerodynamik. Hülkenberg fordert: "Wir brauchen mehr Abtrieb und eine bessere Traktion."

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