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Nico Rosberg erklärt seinen Fehler

Die Angst vor dem Bremsplatten

Nico Rosberg - Mercedes  - Formel 1 - GP Italien - 7. September 2014 Foto: xpb 90 Bilder

Nico Rosbergs Duell mit Lewis Hamilton fand nie statt. Als es ernst zu werden drohte, bremste sich Rosberg in den Notausgang. Es war bereits der zweite Fehler dieser Art. Rosberg gibt zu, dass ihn Hamilton unter Druck gesetzt hat. Und er erklärt, wie er das Beste aus seinen zwei Fehlern machen wollte.

07.09.2014 Michael Schmidt

Mercedes-Teamchef Toto Wolff fasste nach dem GP Italien Nico Rosbergs Rennen in einem Satz zusammen: "Die Fehler waren nicht Nico-like." Sein Fahrer erwiderte darauf: "Da hat er Recht." Die Szenen in der 9. und in der 29. Runde waren fast identisch. Beim Anbremsen der ersten Schikane aus 350 km/h blieben kurz die Vorderräder stehen. Dann löste Rosberg die Bremse und steuerte seinen Mercedes in den Notausgang. Der Slalom durch die Reifenbarrieren kostete ein Mal 1,7 und später dann 2,3 Sekunden.

Der erste Ausrutscher blieb ohne Folgen. Der Vorsprung auf Felipe Massa schrumpfte von 3,6 auf 2,0 Sekunden. Beim zweiten Verbremser kam es zum rennentscheidenden Führungswechsel. "Für einen Moment dachte ich noch, dass ich vorne bleiben könnte", erzählte Rosberg. Doch der Deutsche hatte zu diesem Zeitpunkt nur noch 1,3 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen.

Rosberg musste auf Druck von Hamilton antworten

Rosberg gab zu, dass ihn das Näherrücken von Hamilton in den Fehler getrieben hatte. "Lewis war verdammt schnell unterwegs. Ich musste mehr riskieren und noch mehr aus mir rausholen. Dabei ist es dann passiert." Toto Wolff entschuldigte Rosberg damit, dass die Bremsmanöver in Monza besonders heikel sind. "Nico hatte die Bremsbalance nach vorne gestellt, um die Hinterreifen zu entlasten. Da bleibt dann schon mal ein Rad stehen."

Rosberg selbst suchte keine Ausreden. "Ich hätte die Kurve noch schaffen können, aber dann wäre der Vorderreifen eckig gewesen und ich hätte einen zusätzlichen Boxenstopp gebraucht." Bremsplatten sind bei einem Einstopp-Rennen ein Schreckgespenst. Weil man mit ihnen unter Umständen lange fahren muss. Wenn die Vibrationen besonders schlimm werden wie bei Rosberg in Spa, zwingt einen das Risiko vor Schäden an der Radaufhängung unplanmäßig an die Box.

Rosberg will nicht auf Abwarten fahren

Der WM-Spitzenreiter ärgerte sich über die Niederlage, konnte aber mit ihr leben. Weil Monza eine Hamilton-Strecke war. "Hier kommt es vor allem aufs Bremsen an. Auf der Bremse fühle ich mich seit Saisonbeginn nicht hundertprozentig wohl. Wir wollten das Problem mit neuem Scheibenmaterial lösen, doch nachdem Lewis in Hockenheim einen Unfall damit hatte, liegt das auf Eis."

Und die sieben Punkte Verlust? "Es hätte schlimmer kommen können." Obwohl der Vorsprung mit jetzt 22 Zählern immer noch komfortabel ist, will Rosberg noch nicht auf Abwarten fahren. "Dazu ist es noch zu früh. Ich fahre weiter auf Sieg." Schon beim GP Singapur will der Blondschopf wieder angreifen: "Das ist eine Strecke, auf der ich immer stark war." Hamilton aber auch.

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