Das Leben als Teamkollege von Michael Schumacher ist nicht leicht. Denn der Name des siebenfachen Weltmeisters folgt Nico Rosberg wie ein Schatten. Bevor er etwas über sich selbst sagen darf, wird nach Schumacher gefragt. Diesmal wurde Rosberg mit einem Spruch von Rubens Barrichello konfrontiert, den der Brasilianer am Tag zuvor im Scherz auf die Frage geantwortet hatte, was er Rosberg rate. "Schnell raus aus diesem Auto", polterte Schumachers Ex-Teamkollege. Es dauerte nicht lange, und verschiedene Internetseiten machten daraus eine große Story. Wohlwissend, dass Barrichello mit seiner Nummer-zwei Rolle bei Ferrari immer ein Problem hatte.
Rosberg blieb cool
Rosberg ließ sich mit dem Zitat nicht aus der Reserve locken. Selbst wenn es Barrichello ernst gemeint hätte, dann könne er damit leben. "Ich weiß, dass es gegen Michael schwierig wird. Er ist einer der besten aller Zeiten. Aber genau darin besteht auch der Reiz. Ich kann unheimlich viel von ihm lernen. Und ich fühle mich in meinem neuen Team unheimlich wohl."
So bilanzierte Rosberg seinen ersten vollen Testtag, den er nach 119 Runden mit einer Zeit von 1.12,899 Minuten auf Platz fünf abschloss. "Es war schön, in den Rhythmus zu kommen. Gestern der halbe Tag, da habe ich mich noch nicht zuhause gefühlt." Rosberg spulte mit Unterbrechungen eine ganze Renndistanz ab. Und einmal wurde sein Auto mit 150 Kilogramm Benzin vollgefüllt. Die Befürchtungen, das vollgetankte Auto könne sich wie ein Lastwagen anfühlen, bestätigte sich aus Rosbergs Sicht nicht: "Es ist das gleiche Auto, nur langsamer."
Noch immer Probleme mit der Sitzposition
Erstmals war der 24-jährige Deutsche auch mit der weicheren der beiden Reifenmischungen unterwegs. Er konnte jedoch nicht davon profitieren, "weil am Nachmittag die Temperaturen gefallen sind und die Strecke langsamer wurde." Rosberg bestätigte den Eindruck seiner Kollegen, dass sich mit den Reifen trotz der geringeren Lauffläche vorne und der neuen Karkasse nicht viel geändert habe: "Beim Reinbremsen in die Kurven spürst du vorne etwas weniger Grip, und beim Beschleunigen ist die Traktion ein bisschen schlechter geworden."
Mit seiner Sitzposition und damit mit der Sicht auf die Straße ist Rosberg immer noch nicht zufrieden. "Ich bin im Verlauf des Tages um eineinhalb Zentimeter eingesackt. Es ist nach wie vor schwer, die Kurven richtig einzusehen." Auf die Schnelle muss ein Provisorium herhalten. Bis zum nächsten Test in Jerez ist das Problem gelöst.
| Position | Fahrer | Team | Zeit | Runden |
|---|---|---|---|---|
| 1. | Felipe Massa | Ferrari | 1:11.722 | 124 |
| 2. | Kamui Kobayashi | Sauber | 1:12.056 | 96 |
| 3. | Lewis Hamilton | McLaren Mercedes | 1:12.256 | 108 |
| 4. | Robert Kubica | Renault | 1:12.426 | 119 |
| 5. | Nico Rosberg | Mercedes GP | 1:12.899 | 119 |
| 6. | Rubens Barrichello | Williams | 1:13.377 | 102 |
| 7. | Sebastien Buemi | Toro Rosso | 1:13.823 | 107 |





