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Nico Rosberg ist sauer

"Das müssen wir intern besprechen"

Rosberg & Hamilton - Formel 1 - GP Ungarn - 27. Juli 2014 Foto: xpb 24 Bilder

Der GP Ungarn bot viele Highlights. Doch die Schlagzeilen füllt die Fortsetzung des Stallkrieges bei Mercedes. Lewis Hamilton machte nicht wie befohlen Platz, und er war auch im direkten Zweikampf mit Nico Rosberg unversöhnlich. Rosberg konnte seinen Ärger auch drei Stunden nach dem Rennen nicht verleugnen.

28.07.2014 Michael Schmidt

Die Schlacht zwischen Nico Rodberg und Lewis Hamilton ist ein Fortsetzungsroman. Dem Eklat in Monte Carlo folgte die Versöhnung. Beim GP England flackerte die Fehde mit ein paar Sticheleien aus dem Lager von Hamilton kurz wieder auf, um in Hockenheim erneut einzuschlafen. Seit dem letzten Rennen vor der Sommerpause ist wieder richtig Feuer unter dem Dach. Hamilton ignorierte einen Teambefehl Rosberg vorbeizulassen, und der fühlte sich verschaukelt. Das zumindest verriet seine Körpersprache.

Lewis Hamilton ist kein Diplomat. Er redete nicht lange um das Thema herum. Schockierend sei es gewesen am Funk zu hören, dass er Rosberg vorbeilassen solle, nur weil der auf einer anderen Strategie mit anderen Reifen unterwegs war. "Ich war im gleichen Rennen wie Nico." Deshalb hörte Hamilton drei Mal weg.

Und Rosberg begann innerlich zu kochen. Er hatte in den Runden zuvor jeweils eine halbe Sekunde auf Hamilton aufgeholt, und musste sich nun von seinem Teamkollegen einbremsen lassen. Immer mit dem Wissen, dass ihm noch ein Boxenstopp bevorstehen würde, der Stallrivale aber durchfahren könne.

Rosberg verlor vier Sekunden in neun Runden

Als Rosberg in der 56. Runde zum dritten Reifenwechsel an die Boxen abbog, hatte er fast zehn Runden lang in Hamilton Auspuffrohre geblickt. Die Strategie-Experten von Mercedes wollten offiziell keine Einschätzung geben, hielten es aber nicht für ausgeschlossen, dass Rosberg da das Rennen verloren hat. Die reine Zahlenwelt sagt, dass der WM-Spitzenreiter in dieser Phase vier Sekunden eingebüßt hat. Der Rückstand auf Sieger Daniel Ricciardo betrug 6,3 Sekunden.

Teamchef Toto Wolff resümierte: "In unserer Situation müssen wir nicht darüber nachdenken, ob es Nico des Sieg gekostet hat." Unausgesprochener Nachsatz: Weil es eine ohnehin schwierige Situation noch schwieriger machen würde.

Trotzdem ließ sich Rosberg bei Nachfragen nicht aus der Reserve locken. "Ich will mich über die Situation mit Lewis nicht äußern. Das müssen wir intern besprechen." Rosberg wollte sich noch nicht einmal auf die Diskussion einlassen, ob ihm ein möglicher Sieg gestohlen wurde. "Das ist jetzt alles Theorie. Was hat Toto gesagt? Wenn er meint, ich hätte gewonnen, dann wird es wohl stimmen. Er muss es besser wissen als ich."

Die kleinen Seitenhiebe von Hamilton überhört Rosberg. Er kennt seinen Kollegen. "Ich werde nicht darauf reagieren, nur weil ihr es so wollt. Es ist nicht mein Stil, darauf zu reagieren. Jeder macht es so, wie er das will. Das Titelrennen wird bis zum Ende intensiv bleiben, und könnt euch darüber freuen."

Es fehlten 30 Zentimeter

Auskunftsfreudiger war Rosberg auf Fragen nach dem direkten Duell in den letzten beiden Runden. "Da bin ich sauer, weil das etwas ist, das unter meine Kontrolle fällt. Lewis hat sich fair verteidigt. Er lag innen, also ist es seine Kurve. Dass er mich langsam nach außen drängt, ist okay. Das ist bei uns so üblich. Inakzeptabel wäre es nur, wenn er mich plötzlich rausstoßen würde. Ich ärgere mich deshalb, weil da vielleicht nur 30 Zentimeter gefehlt haben."

Frust schwingt auch mit, dass Rosberg wie Vettel, Alonso und Bottas ein Opfer des Safety-Cars wurde. "Für mich war das der Mega-GAU. Das Safety-Car und das Arztauto sind uns an der Boxenausfahrt vor die Nase gefahren. Wir waren die ganze Runde dahinter eingeklemmt und dadurch zurückgerutscht. Alle sollten die Runde mit der vorgeschriebenen Delta-Zeit zu Ende fahren dürfen. Sonst ist es ein Glücksspiel."

An der eigenen Dreistopp-Strategie hatte Rosberg nichts auszusetzen. "Hätte ich früher hinter Lewis ausscheren sollen? Das ist immer schwierig zu beurteilen. Du stoppst so, dass der letzte Reifensatz genau in den letzten zwei Runden vom Grip her seinen Höhepunkt hat. Wenn du zu früh Reifen wechselst, ist es auch nicht gut."

Auch für sein zögerliches Verhalten hinter Jean-Eric Vergne hat der vierfache Saisonsieger eine Erklärung: "Auf der Innenspur der ersten Kurve war es lange nass. Wenn du innen auf der Bremse überholen wolltest, wärst du auf diese Stelle gefahren."

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