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Nico Rosberg nennt es Rennunfall

"Für mich ein Manöver ohne Risiko"

Nico Rosberg - GP Belgien 2014 Foto: xpb 58 Bilder

Die Krisensitzung im ersten Stock des Mercedes-Motorhomes dauerte 38 Minuten. Nico Rosberg, Lewis Hamilton, Teamchef Toto Wolff, Technikdirektor Paddy Lowe und Niki Lauda kamen zu dem Schluss: Eine Entscheidung fällt später. Nico Rosberg sprach nach dem TV-Studium von einem normalen Rennunfall.

24.08.2014 Michael Schmidt

Sie kamen einzeln aus der Sitzung, die die Wogen im Mercedes-Team glätten sollte. Es aber nicht getan hatte. Es war eine Bestandsaufnahme, mehr nicht. Zuerst ließ sich Nico Rosberg im Erdgeschoss des Mercedes-Motorhomes blicken, dann Niki Lauda, Teamchef Toto Wolff, Technikchef Paddy Lowe und zuletzt Lewis Hamilton. Hinter ihnen lagen 38 Minuten Meinungsaustausch.

Es ging um eine Szene in der zweiten Runde, als Nico Rosberg bei einem Angriff auf seinen Teamkollegen mit der rechten Frontflügelendplatte den linken Hinterreifen von Lewis Hamilton aufschlitzte. Resultat: Rosberg wurde trotz eines haushoch überlegenen Autos nur Zweiter. Hamilton ging leer aus.

Rosberg resümierte: "Es war ein schlechter Tag für das Team. Mercedes erwartet Doppelsiege von uns, und mit diesem Auto können wir das auch schaffen. Aus der Perspektive des Teams war es nicht akzeptabel, was heute passiert ist."

In Bezug auf den Unfall blieb Rosberg zunächst einsilbig. "Die Sportkommissare sahen es als normalen Rennunfall. So sehe ich das auch." Für die Kritik zeigt der Beschuldigte sogar Verständnis: "Ich akzeptiere, dass man über den Unfall unterschiedlicher Meinung sein kann. Solange sie nicht polemisch eingefärbt ist."

Rosberg wollte nicht auf zweite Chance warten

Auf Nachfragen nach dem Unfallhergang wurde Rosberg etwas gesprächiger. "Ich war schneller als Lewis und sah meine Chance. Warum sollte ich warten? Für mich war es ein Manöver ohne Risiko. Es ist hypothetisch zu behaupten, dass ich auch so lange warten könnte, bis ich DRS hätte einsetzen dürfen."

Doch war die Situation schon verloren, als die Mercedes Seite an Seite durch die Schikane von Les Combes fuhren? "Es hätte nur einen Ausweg gegeben. Den, dass ich von der Strecke fahre", sagt Rosberg. So wie er es in Ungarn in der letzten Runde getan hat. Schwingt da vielleicht der Frust mit, nicht noch einmal ein Duell gegen Hamilton durch Nachgeben zu verlieren? "Nein", antwortet Rosberg. "Die Szene von Ungarn hat keine Relevanz mit dem Manöver von heute."

Offenbar hatte Rosberg den Vorfall vom Hungaroring auch in der Krisenrunde mit Hamilton und seinen Chefs erwähnt. Und möglicherweise bekam Hamilton das in den falschen Hals, als er den Kollegen in der englischen Medienrunde erklärte, Rosberg habe zugegeben es absichtlich getan zu haben.

Teamchef Toto Wolff und Niki Lauda wollten in der aufgehetzten Situation keine Entscheidung über die künftige Vorgehensweise treffen. Sie spielten auf Deeskalation. "Das könnte nur ein Schuss aus der Hüfte sein, und das macht keinen Sinn."

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