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Nico Rosberg im Interview

"Teamintern ist Saft auf der Zwiebel"

Nico Rosberg 2012 - Mercedes GP Foto: Wolfgang Wilhelm 110 Bilder

Nico Rosberg will's wissen. Mal wieder. Der 26-Jährige hat bereits 108 Formel-1-Rennen absolviert. Siege? Fehlanzeige. Ob es in diesem Jahr endlich soweit ist? Rosberg will sich nicht festlegen. Die Anspannung wächst aber.

12.03.2012 dpa
Was haben Sie bei der ersten Fahrt im neuen Mercedes F1 W03 gedacht?

Rosberg: Es hat sich von Beginn an sehr gut angefühlt. Der Silberpfeil erschien mir direkt als sehr kompakt und durchdacht. Er fühlte sich direkt sehr agil und mit niedrigem Schwerpunkt an. Ich hatte also von Beginn an ein gutes Bauchgefühl.

Inwiefern hat sich der erste Eindruck bewahrheitet?

Rosberg: Es hat sich durch die ganzen Tests bestätigt. Wir hatten keine Standfestigkeits-Probleme mit dem W03, wie wir sie vor einem Jahr hatten. Ich bin sehr happy, wie viele Runden ich testen konnte. Wir werden dadurch ständig an der Verbesserung der Performance arbeiten können, was uns allen natürlich sehr gefällt.

Wie wichtig ist es, ein gutes Gefühl von Beginn an zu haben?

Rosberg: Das ist natürlich sehr wichtig. Es ist gut für die Stimmung im Team. Die Mechaniker und Ingenieure arbeiten bei den Tests teilweise 130 Stunden in 7 Tagen. Das ist unglaublich. Aber wohin das alles führt, weiß man erst in Melbourne.

Sie haben mit ihrer Vertragsverlängerung vorzeitig für Ruhe und Klarheit gesorgt: Wie wichtig war das für Sie?

Rosberg: Ich war und bin überzeugt, dass ich mit diesem Team gewinnen kann. Ich bin sehr dankbar, in dieser Position und ein Teil davon zu sein. Ich möchte mir meinen großen Traum erfüllen und im Silberpfeil siegen. Das wären unglaubliche Emotionen.

Gehen Sie vor diesem Hintergrund eigentlich entspannt in diese Saison?

Rosberg: Momentan bin ich entspannt, aber am Sonntag um kurz vor 17:00 Uhr in Australien bin ich das nicht mehr.

Wie entspannt kann man denn überhaupt sein, wenn viele auf den ersten Sieg hoffen und manch einer ihn womöglich auch erwartet?

Rosberg: Was andere hoffen und denken, respektiere ich natürlich. Aber letztendlich gebe ich momentan Vollgas und volle Kraft voraus, darum ist teamintern schon Saft auf der Zwiebel.

Erwarten Sie Ihren ersten Rennerfolg denn auch schon in diesem Jahr?

Rosberg: Wir wollen uns verbessern zum letzten Jahr und den Weg in Richtung bestes Team der Formel 1 beginnen.

Man kann es ja weder wegdiskutieren, noch ignorieren - wie bedeutsam wäre es denn für Sie, den ersten Mercedes-Sieg zu schaffen? Und nicht Michael Schumacher.

Rosberg: Es wird eine gigantische Erfahrung, im Silberpfeil zu gewinnen. Und darauf freuen wir uns alle.

Norbert Haug hat jüngst so etwas wie einen Titel-Countdown gestartet. Am Ende würde der WM-Triumph 2014 stehen. Wie weit reicht denn Ihre Geduld?

Rosberg: Wenn Sie in meiner Situation wären und mit so vielen kompetenten, motivierten Menschen gemeinsam, noch dazu mit dem Silberpfeil, zusammenarbeiten könnten, dann würden Sie auch nicht über Geduld nachdenken. Wir alle teilen die gleiche Vision.

Rechnen Sie damit, dass Michael dann auch noch an Ihrer Seite fährt?

Rosberg: Gut möglich und das wäre auch gut so. Wir ergänzen uns technisch gut, was natürlich für die Weiterentwicklung des Autos immer wieder hilfreich ist.

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