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Nico Rosberg

Zu schnell aber keine Strafe

Nico Rosberg Foto: dpa 72 Bilder

Nico Rosberg wurde nach seinem fünften Platz von Suzuka zu den Stewards zitiert. Er war in der Safety-Car-Phase zu schnell unterwegs. Trotzdem ging der Pilot am Ende straffrei aus. Ein Fehler im System bewahrte Rosberg vor der Rückstufung.

04.10.2009 Tobias Grüner

Für Nico Rosberg lief das Japan-Wochenende perfekt. Nach einem elften Platz im Qualifying profitierte der Williams-Pilot von den Strafen gegen sechs seiner Kontrahenten. Am Sonntag ging er von Rang sieben ins Rennen. "Ich habe davon schon am Samstagabend erfahren. War echt super."

Die Laune des Yougsters sollte sich im Rennen noch heben. Mit viel Benzin an Bord und einer fehlerfreien Fahrt konnte er seinen Platz sicher behaupten. Kurz vor seinem zweiten Stopp krachte dann Jaime Alguersuari mit knapp 300 km/h in den Reifenstapel der 130R-Kurve. Die Rennleitung schickte direkt das Safety-Car auf die Strecke, was normalerweise einen Automatismus in der Bordelektronik der Piloten auslöst.

Fehler im System

Auf dem Lenkrad-Display erscheint dann eine Zielzeit, die der Pilot bis zur ersten Safety-Car Linie kurz vor der Boxengasse nicht unterschreiten darf. Sowohl die Stewards als auch die Konkurrenz bemerkte schnell, dass Rosberg sich nicht an die vorgegebene Countdown-Zeit hielt, sondern zu schnell unterwegs war. Dadurch kam er nicht nur an Rubens Barrichello, sondern auch an Nick Heidfeld vorbei.

Trotzdem wurde der Pilot nach dem Rennen nicht bestraft. "Ich konnte die Zeit gar nicht einhalten, weil sie gar nicht angezeigt wurde", erklärte Rosberg anschließend. "Das war ein Fehler im System. Da ich sowieso auf dem Weg in die Box war, bekam ich eine automatische Warnung angezeigt, dass ich zu wenig Sprit im Tank ("Low Fuel") hatte." Williams-Technikchef Sam Michael erklärt das Problem: "Die Spritwarnung hat im System eine höhere Priorität als die Safety-Car-Zeit und überschreibt diese deshalb."

Rosberg fährt vorsichtig und gewinnt zwei Plätze

Die Stewards schauten sich die Telemetrie-Daten des Williams genau an und entschieden zu Gunsten des Angeklagten. "Ich konnte beweisen, dass ich langsam und vorsichtig an der Unfallstelle vorbeigefahren bin und auf der Fahrt an die Box aufgepasst habe", erklärt Rosberg. "Ich war sowieso nicht viel schneller als ich durfte. Vielleicht eine Sekunde." Allerdings hätte es laut Rosberg ohne Safety-Car wohl nicht gereicht an Heidfeld und Barrichello vorbeizukommen. Michael sieht das anders: "Den Brawn hätten wir sowieso geschnappt", ist sich der Ingenieur sicher.

Der Australier fordert, das Standard-System in der Zukunft zu überarbeiten und die Prioritäten zu ändern. Auch die Box konnte den Piloten nicht warnen. Die Zeiten werden viel zu spät an den Kommandostand übermittelt.

Brawn-Party verschoben

Bei Konkurent Brawn GP war man offenbar nicht so glücklich mit dem Resultat. Nach der Meldung über die Untersuchung wurden bereits die Champagnerflaschen kaltgestellt. Nur ein halber Punkt fehlt dem Team von Jenson Button und Rubens Barrichello noch zum Gewinn der Konstrukteurs-WM. Mit der erwarteten Zeitstrafe wäre Rosberg hinter die beiden Brawn-Piloten gefallen. Dementsprechend wortkarg gab sich Teamchef Ross Brawn auch, nachdem die Party abgesagt wurde. "Kein Kommentar." Auch BMW-Sauber hätte von einer Strafe profitiert. Teamchef Mario Theissen war allerdings auch nicht viel auskunftsfreudiger als sein Kollege: "Wir sind enttäuscht und prüfen momentan noch einen Protest."

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