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Nicolas Hülkenberg

Der neue Regengott?

Foto: A1 GP

Der erst 19-jährige Nico Hülkenberg sorgt in der A1 GP-Serie für Furore. Beim Regenrennen in Malaysia schwamm er dem Rest des Feldes auf und davon. Schon hat Schumacher-Manager Willi Weber seine Fühler ausgestreckt.

28.11.2006 Markus Stier

Natürlich neigt die deutsche Fan-Gemeinde nach dem Abgang von Michael Schumacher zum Zweckoptimismus und überlegt bei jedem Halbwüchsigen, der in ein Formel 1-Auto steigt, ob er der nächste Schumi sein könnte. So ein Fall ist auch Nicolas Hülkenberg aus Emmerich, geboren am 19. August 1987.

1999 macht der Junior vom Niederrhein erstmals auf sich aufmerksam. Er gewinnt den Kart- Winterpokal in Kerpen, bei dem auch Michael Schumacher ab und an noch spaßeshalber antritt. Nun macht der deutsche Kartmeister 2003 auch international von sich reden.

Nach zwei Rennen zur A1-GP-Serie liegt das Team Germany an der Tabellenspitze, dank zwei Siegen von Nico Hülkenberg. Beim zweiten Rennwochenende in Malaysia war der 19-Jährige in allen Trainings der Schnellste, nur in der Qualifikation landete er auf Rang drei weil ihm die Bestzeit wegen einer kleinen Rangelei gestrichen worden war.

42 Sekunden Vorsprung

Im Sprintrennen am Samstag bescheidete sich der Youngster noch mit Rang drei, aber am Sonntag schlug seine große Stunde. Bei heftigem Regen übernahm Hülkenberg nicht nur nach kurzer Zeit die Spitze, er schwamm dem Feld anschließend auf und davon. Obwohl er mit einem abgewürgten Motor beim Boxenstopp Zeit verlor, gewann er das Rennen über 131 Kilometer mit 42 Sekunden Vorsprung.

Das Rennen sei ganz okay gewesen, gibt er anschließend zu Protokoll. Auf die Frage, was ihn so gut mache, antwortet der Junior in der Pressekonferenz, das Rangieren mit dem Gabelstapler in Papas Spedition helfe beim präzisen Fahren.

Zweifellos profitierte Hülkenberg beim Gang übers Wasser von einer perfekten Regenabstimmung, aber, dass Hülkenberg nur Glück gehabt habe, wagt im Fahrerlager niemand zu sagen. Der junge Deutsche ist auch im Trockenen eine Rakete.

David Sears: "Willi, den brauchen wir"

Es war im Sommer letzten Jahres, als der Mann vom Niederrhein sich erstmals in den 500 PS starken Lola setzte, den er nie zuvor gesehen hatte. Es war in Silverstone, eine Strecke, die er nicht kannte. Nach nur fünf Runden brannte er eine Zeit auf den Asphalt, die der Rest des Feldes erst Stunden später mit frischen Reifen knackte.

Teamchef David Sears rief umgehend den Betreiber des deutschen A1-GP-Teams an, kein geringerer als ein gewisser Willi Weber. "Den brauchen wir", sagte Sears und Weber bot darauf dem Youngster nicht nur eine A1-GP-Fahrkarte sindern auch einen Management-Vertrag.

Im Sears-Rennstall schwärmen sie, den Deutschen bringe nichts aus der Ruhe. Es sei ein absoluter Genuss, mit ihm zu arbeiten. Willi Weber sagt: "Das ist einer der einmal in Michael Schumachers Fußstapfen treten könnte."

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