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Lauda als Aufpasser

Neue Rollenverteilung bei Mercedes

Niki Lauda Dieter Zetsche GP Spanien 2012 Foto: xpb

Seit Freitag (28.9.) steht bei Mercedes kein Stein mehr auf dem anderen. Lewis Hamilton kommt, Michael Schumacher geht. Und Niki Lauda wird Vorsitzender des Aufsichtsgremiums des Formel 1-Teams. Ein Aufsichtsrat in der Formel 1? Was soll das denn? Wir erklären Laudas neue Rolle bei Mercedes.

02.10.2012 Michael Schmidt

Die Nachricht stand etwas verschämt im vierten Absatz der Mercedes-Pressemitteilung vom letzten Freitag. Und da auch nur im letzten Satz. "Demnächst wird der dreifache Weltmeister Niki Lauda seine große Erfahrung in der Position des Vorsitzenden des Aufsichtsgremiums unseres Formel 1-Teams einbringen und damit Mercedes weiter stärken."

Niki Lauda als sichtbarer Undercover-Agent

Der hochtrabende Titel verrät zwei Dinge: Erstens, dass es für Niki Laudas neue Rolle keine passende Berufsbezeichnung gibt. Zweitens, dass Lauda in Zukunft viele Funktionen bei Mercedes hat. Der 63-jährige Österreicher ist weder Rennleiter noch Teamchef, weder Sportdirektor noch Aufsichtsratsvorsitzender, weil es eine solche Position in einem Formel 1-Team gar nicht gibt. Er wird seine rote Mütze auch nicht gegen eine silberne eintauschen.

Doch was ist der Mann mit dem Kapperl dann? Sagen wir es so: Er ist Aufpasser, Antreiber, Berichterstatter, Vermittler, Mann für unlösbare Fälle, Auf-die Füße-Treter, gewissermaßen eine Art sichtbarer Undercover-Agent.

Lauda soll mit dem Abstand eines Außenstehenden die Schwachstellen des Teams analysieren, intern unangenehme Fragen stellen, die Nabelschnur zwischen Stuttgart und Brackley so kurz wie möglich halten, dem Vorstand berichten, Kontakte knüpfen und zwischen den Parteien vermitteln, bevor Reibungsverluste auftreten. An der Rennstrecke hat er keinerlei Funktion. Das ist das Hoheitsgebiet von Ross Brawn und Norbert Haug.

Lauda für Mercedes am Verhandlungstisch

Eigentlich hat Lauda diese Position bereits seit Anfang Mai ausgefüllt. Er hat die im Streit um das Concorde Abkommen getrennten Parteien wieder an einen Tisch gebracht. Bernie Ecclestone wollte nicht mehr mit Ross Brawn reden, Vorstandschef Dieter Zetsche nicht mehr mit CVC-Direktor Donald Mackenzie. Beim GP Spanien brach das Eis. In den folgenden Verhandlungen assistierte Lauda den damit betrauten Mercedes-Vorständen, erklärte ihnen nach all dem zerschlagenen Porzellan was möglich ist und was nicht.

Nachdem beide Parteien einen akzeptablen Vertragsentwurf ausgearbeitet hatten, fragte Dieter Zetsche den Ex-Rennfahrer, ob er sich nicht weiter in das Formel 1-Projekt einbringen wollte. Lauda wollte, aber nicht in Form eines Fulltime-Jobs. Er ist als unabhängiger Beobachter im Hintergrund wertvoller.

Ohne Siege rollen bei Mercedes Köpfe

Vor dem GP Belgien besuchte Lauda mit Mercedes-Vorständen erstmals die Fabrik in England und stellte fest, dass Mercedes von der Ausrüstung her optimal gerüstet ist. Die Maschinen, Prüfstände, der Windkanal und der neue Simulator sind State of the Art. Es muss also an den Leuten oder den Strukturen liegen, wenn die Ergebnisse nicht Schritt halten können.

Laudas Aufgabe ist es, der englischen Fraktion Beine zu machen. Mit Lewis Hamilton hat er das optimale Druckmittel. Wenn mit dem Weltmeister von 2008 nichts läuft, dann werden Ende nächsten Jahres Köpfe rollen. Die Verpflichtung des 20-fachen GP-Siegers soll die gesamte Mannschaft neu motivieren. Lauda sagt dazu: "Wir sind dazu verpflichtet, ihm ein Siegerauto hinzustellen, und es ist meine Aufgabe mir zusammen mit Ross Brawn zu überlegen, wie wir das hinkriegen."

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