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Niki Lauda

"Ich hatte eine Angstattacke“

Foto: Wolfgang Wilhelm 66 Bilder

Es war sein wichtigstes Rennen, obwohl Niki Lauda beim Großen Preis von Italien 1976 in Monza "nur" Vierter wurde. Doch Monza war Laudas erstes Rennen nach dem schlimmen Feuerunfall auf dem Nürburgring im gleichen Jahr.

16.06.2011

Im Gespräch mit auto motor und sport erinnert sich Lauda an sein bestes und wichtigstes Rennen seiner Karriere.

Schon rund zehn Tage nach dem Crash in der Eifel verließ Lauda das Krankenhaus, um sich in seinem Haus in Hof zu erholen. Trotz großer Schmerzen war ihm rasch klar, dass er wieder ins Ferrari-Cockpit zurück wollte. Doch mental war Lauda faktisch tot. "Das Hauptproblem war nicht die Wundheilung, sondern dass in meinem Körper keine Kraft mehr war. Ich war ja quasi tot."

Lauda mit Angstattacke

In Italien war der Rummel um seine Person eine enorme Belastung für Lauda. "Als ich nach Monza kam, war medienmäßig der Teufel los. Da kam ein Halbtoter vom Sterbebett zurück. Es war eine Odyssee." Erst nach einer Sonderuntersuchung durch Rennärzte durfte Lauda in Monza antreten – gegen den Widerstand seines Rennstalls. "Unter diesem Druck bin ich am Freitag bei strömendem Regen das erste Mal auf die Strecke. Als ich den zweiten Gang einlege, kriege ich eine Angstattacke. Wie wenn dir einer eine auf den Schädel haut. Ich konnte nicht mal in den dritten Gang schalten. Es ging einfach nicht. Ich bin sofort zurück in die Box. Ich war fertig. Als unser Ingenieur Forghieri kam, habe ich ihm gesagt: Ich kann nicht fahren."

Im Hotel fasste Lauda den Entschluss, trotzdem das Rennen zu fahren. "Es war klar: Da muss ein anderes Programm im Kopf her. Ich fahre am Samstag wieder, aber so, als ob das gar kein Grand Prix wäre. Ich nehme keine Rücksicht auf Rundenzeiten, auf Regazzoni oder Reutemann (seine Teamkollegen, die Red.)."

Ampelstart statt Flaggen-Mann

Das Training überstand Lauda nicht nur mental, er legte auch noch die fünftbeste Zeit hin. "Dann kommt der Start. Ich suche den Mann mit der Flagge, finde ihn aber nicht. Ich habe noch gar keinen Gang drin, als alle anderen an mir vorbeipfeifen. Zwei Rennen davor hatten sie den Ampelstart eingeführt. Davon wusste ich natürlich nichts. Ich war ja zwei Rennen nicht dabei. Nach der ersten Runde war ich Zwölfter. Der Verkehr hat mich ein bisschen gestört. Da fehlte mir noch die Sicherheit. Dann fängt es auch noch zu nieseln an, die Bahn wird rutschig, gerade so an der Grenze, dass man noch mit Slicks fahren konnte. Das hat mich wieder zurückgeworfen. Gottseidank hat es dann wieder aufgehört zu regnen. Von da an habe ich Platz um Platz gutgemacht und bin am Ende Vierter geworden. Das fanden einige Leute ganz gut. Dass mein WM-Gegner James Hunt ausgefallen ist, habe ich erst später mitgekriegt. Ich hatte an diesem Wochenende hauptsächlich mit mir zu tun."

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