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Niki Lauda zu F1-Streitfragen

"Das dümmste wäre Maulkorb für Fahrer"

Niki Lauda Foto: Wolfgang Wilhelm 19 Bilder

Niki Lauda nimmt Stellung zu aktuellen Formel 1-Themen. Der dreifache Weltmeister hat wie immer eine klare Meinung zur Frage der Cockpit-Sicherheit, der Diskussion um den Fahrer-Aufstand, der geplanten Ecclestone-Absetzung und den aktuellen Mercedes-Problemen.

09.05.2016 Michael Schmidt

Der Formel 1 gehen die Themen nicht aus. Das Fahrerlager diskutiert gerade die jüngsten Entwicklungen rauf und runter. Neue Autos für 2017, die Anpassung des Motoren-Reglements, Gegenwind für Bernie Ecclestone, den Aufstand der Fahrer, den Kopfschutz für das Cockpit und die Motorpannen bei Mercedes. Wir haben Mercedes-Außenminister Niki Lauda nach seiner Meinung gefragt.

Lauda würde nicht alle neuen Regeln für Auto und Motor unterschreiben, aber er findet sich damit ab. Weil es der kleinste gemeinsame Nenner ist, den man bei so vielen unterschiedlichen Meinungen erwarten durfte. "Wenn wir die Entscheidung darüber noch einmal aufgeschoben hätten, wäre auch nichts Besseres dabei rausgekommen. Es ist ein Kompromiss. Ob er alle Erwartungen erfüllt, wird sich zeigen. Wir sollten das Beste hoffen."

"Mit Kompromissen darf man nie zufrieden sein. Wir müssen aber akzeptieren, dass es bei den aktuellen Machtverhältnissen nur noch Kompromisse geben kann, weil jeder an seinen eigenen Vorteil denkt. Und unter diesen Umständen ist es die bestmögliche Lösung. Die Autos werden auf jeden Fall schneller und aggressiver aussehen. Und beim Motor haben wir Zeit gewonnen. Es bleibt bei der Hybrid-Technologie. Das ist auf jeden Fall besser, als die alten Achtzylinder wieder auszugraben."

Lauda glaubt nicht an Ecclestone-Absetzung

Ähnlich fatalistisch gibt sich der dreifache Weltmeister beim Thema Cockpitschutz. Die Schlacht ist nach Meinung von Lauda geschlagen, weil sich keiner trauen wird gegen eine Sicherheitsmaßnahme zu argumentieren, selbst dann wenn noch nicht einmal sicher ist, ob sie in allen Lebenslagen den Schutz bietet, den man sich davon erhofft.

"Wir können das Ding nicht mehr wegdiskutieren. Es ist richtig, dass die DNA der Formel 1 dadurch gestört wird, aber es gab auch Unfälle, die vielleicht glimpflicher ausgegangen wären, hätten wir diesen Schutz gehabt. Jetzt muss man die beste Lösung wohl durchdacht ans Auto bringen. Der Halo gefällt mir gar nicht. Dagegen sieht der Red Bull-Ansatz wirklich besser aus."

Den Bestrebungen, Bernie Ecclestone aus dem Amt zu drängen, gibt Lauda wenig Chancen: "Wenn einige Leute hier glauben, dass es leicht ist, ihn wegzukriegen, dann täuschen sie sich. Bernie gehören immer noch 15 Prozent von diesem Geschäft. Und wie er es geschafft hat, unsere Motorteile in Russland durch den Zoll zu kriegen, das macht ihm so schnell keiner nach."

Vertrauen in Mercedes-Ingenieure

Nachdem sich bei der letzten Sitzung der Strategiegruppe einige Teamchefs darüber echauffiert hatten, dass die Fahrer sich in jüngster Zeit zu viel in die Politik einmischen würden und mehr mitreden wollen, bricht Lauda eine Lanze für den Berufsstand, den er selbst einmal vertrat.

"Es ist wichtig, dass die Fahrer ihre Meinung äußern und etwas sagen. Sie sind die Hauptdarsteller in diesem Sport, die Rennen gewinnen und verlieren. Es wäre dumm, ihnen jetzt das Mundwerk zu verbieten. Man muss die jüngsten Aktionen von ihnen einfach als Teil der Show betrachten."

Zum Schluss noch etwas in eigener Sache. Bei Mercedes haben in den letzten beiden Rennen die sonst so zuverlässigen Motoren Schwächen gezeigt. Hat der Wettbewerb mit Ferrari auch die PS-Zauberer aus Brixworth ans Limit getrieben?

Dazu Lauda: "Ich bin am Dienstag nach dem Rennen in Sochi in die Fabrik geflogen um mir ein Bild von der Motorsituation zu machen. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass der Mensch das, was er technisch bauen kann auch erklären und lösen können muss. Wir entwickeln in diesem Motor-Puzzle immer aggressiver. Da kann es passieren, dass etwas in die Hose geht. Ich vertraue aber unseren Leuten, dass sie das in den Griff bekommen."

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