Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Niki Lauda zur F1-Motoren-Entwicklung

Druck und Temperaturen sind kritisch

Niki Lauda - Formel 1 Tests 2013 Foto: Wilhelm 28 Bilder

Für die Formel 1-Teams und die Motorenhersteller beginnt der Endspurt vor den ersten Testfahrten. Niki Lauda spricht von der größten technischen Herausforderung aller Zeiten. Der Österreicher berichtet über die letzten Prüfstandsläufe bei Mercedes.

03.01.2014 Michael Schmidt

Für Mercedes, Renault und Ferrari wird es ernst. Am 28. Januar drehen die neuen Formel 1-Autos in Jerez mit den Turbomotoren ihre ersten Runden. Die Experten fragen sich aber bereits, ob die Autos mehr Zeit in der Garage als auf der Rennstrecke zubringen werden.

Ferrari-Technikchef James Allison gibt sich gelassen: "Sagen wir das nicht jedes Jahr? Und immer wieder haben die Autos gleich beim ersten Test eine erstaunliche Zuverlässigkeit hingelegt."

Allison gibt jedoch zu, dass diesmal die Aufgabe besonders schwierig ist. Vor allem für die Ingenieure, die für die Antriebseinheit zuständig sind. Die begeben sich auf unbekanntes Terrain. "Ich gehe trotzdem davon aus, dass sie gut vorbereitet sein werden."

Ferrari gut gerüstet für 2014

Ausgerechnet von Ferrari hört man jetzt, dass die Entwicklung des Ferrari V6-Turbo und seiner Elektromotoren gut im Zeitplan liege, und dass all die kolportierten Probleme mit dem Gewicht und dem Spritverbrauch unter Kontrolle seien. Dafür erzählt man sich in der Gerüchtebörse der Formel 1, dass Renault etwas im Verzug geraten sei.
 
Angeblich habe Red Bull-Teamchef Christian Horner in Teamkreisen angefragt, ob es nicht sinnvoll sei, den ersten Test um eine Woche zu verschieben. "Da wird nichts verschoben", sagt Niki Lauda. "Es geht wie geplant Ende Januar los." Der Mercedes-Aufsichtsrat-Chef gibt aber zu: "Das wir für alle eine Riesenaufgabe."

Mercedes testet F1-Motor mit halbem Auto

Mercedes lässt seinen Motor gerade auf einem Spezialprüfstand Rennen fahren. Der neue V6-Turbo ist samt Hybridtechnik, Getriebe und Kühlung in ein Originalchassis eingebaut, das ab der Vorderachse nach vorne abgeschnitten ist. Die Kühler sind dabei so in den Seitenkästen installiert wie später beim 2014er Silberpfeil. Und auch das Heck ist bereits so schlank, wie es in Wirklichkeit sein wird.

So können die Ingenieure am echten Objekt erkennen, ob die Kühlung funktioniert. Laut Lauda eines von vielen neuen Problemen, die auf alle Ingenieure zukommen. "Wir lernen laufend neue Sachen. Auf einmal muss man auf Dinge wie Wasserdruck oder Ladeluftkühlung aufpassen. Öl und Wasser müssen in einem exakten Temperaturfenster liegen. Wenn es da nur ein paar Grad über eine bestimmte Grenze hinausgeht, zerreißt es alles."

Kundenteams im Nachteil

Deshalb kann Lauda mit den Kundenteams mitfühlen. "Die haben keinen vergleichbaren Prüfstand. Sie müssen anhand der Angaben des Motorpartners ihre Kühlung zum Funktionieren bringen." Wer da eine Spur zu viel riskiert, hat vielleicht aerodynamisch ein paar Punkte Abtrieb gewonnen, bezahlt aber mit mangelnder Standfestigkeit.

Laudas Einschätzung bestätigt auch James Allison: "Noch nie war der Vorteil so groß, Auto und Motor unter einem Dach zu bauen." Als drittes Team wird Red Bull von dieser Konstellation profitieren. Der Titelverteidiger ist Renaults Entwicklungspartner Nummer eins.

Mercedes und Renault haben jeweils vier Kunden. Lauda sieht auch darin einen Vorteil. "Vier Kunden, vier Informationsquellen. Jeder hat seine individuellen Probleme. Ich werde dafür sorgen, dass die bei uns alle an einer Stelle auflaufen. So können wir schneller lernen und reagieren."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden