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Norbert Haug

Ein Mann, der zum kleinen Jungen wurde

Siegerpodest  - Formel 1 - GP China - 15. April 2012 Foto: xpb 25 Bilder

Viel besser hätte das Ergebnis für Mercedes-Sportchef Norbert Haug kaum ausfallen können. Nico Rosberg holte den ersten Sieg, McLaren-Mercedes füllte das Podium auf. Nach dem Rennen stand sein Handy nicht mehr still.

15.04.2012 Bianca Leppert

Mercedes holte seinen letzten Sieg im Jahr 1955. Da war Mercedes-Sportchef Norbert Haug gerade mal zwei Jahre alt. Wir setzen uns in die Zeitmaschine. 57 Jahre später. Es ist der 15. April 2012. Norbert Haug wird wieder zu einem kleinen Jungen.

Haug zu spät bei Siegerehrung

Er freut sich wie ein Bub, der gerade sein erstes Fußballspiel gewonnen hat. Nach dem Sieg herzt er Nico Rosberg so fest, wie wir es nur von unserer Großmutter kennen. Er kämpft mit den Tränen. Und ist so im Freudentaumel, dass er nicht mal mehr den Weg zum Siegerpodest findet. "So oft bin ich da ja nicht", scherzt Haug. Weil er so lange sucht, kommt er auch noch zu spät zur Siegerehrung.

Eine halbe Stunde später sitzt Haug hinter dem Teampavillon von Mercedes. Hinter ihm der braune Tümpel, der das Fahrerlager einsäumt. Seine Haare sind zerzaust. Sein neuer Duft: Eau de Champagner. Hastig tippt er auf seinem Smartphone herum. So ein Sieg kann ganz schön hektisch sein. Wie viele SMS und entgangene Anrufe mittlerweile eingegangen sind, kann er gar nicht sagen. Viele müssen es sein. Denn auf diesen Moment hat er seit der Gründung des Mercedes-Werksteams vor der Saison 2010 gewartet.

Weltmeisterschaft noch kein Thema

Der Druck war groß. Nach zwei durchwachsenen Jahren ohne große Erfolge kam Mercedes in Erklärungsnot. "Es ist wichtig, dass man sich selbst positiven Druck macht", sagt Haug. "Der positive Druck ist größer und besser als der von außen."

Noch am Abend ging es für Haug wieder zurück nach Deutschland. Im Flugzeug hatte er rund zwölf Stunden Zeit, den Triumph nocheinmal sacken zu lassen. Den Pokal nahm er nicht gleich mit. Der wird in der Vitrine zum Team nach England wandern. Wie schnell die sich in Zukunft füllen wird, weiß Haug nicht. Zum den Weltmeisterschafts-Kandidaten will er Mercedes noch nicht zählen. Er ist vorsichtig mit Prophezeiungen. Vorhersagen sind nicht sein Ding. "Es ist zu früh, um eine Prognose abzugeben. Ich hoffe wir sind an der Spitze dabei. Aber wir haben in drei Rennen drei verschiedene Sieger gesehen."

Erfolg braucht Geduld

Rosberg und Haug teilen das gleiche Schicksal. Sie mussten lange warten. Rosberg schaffte seinen ersten Grand Prix Sieg im 111. Anlauf. Seinen persönlichen Held herzte Haug nicht nur, sondern tätschelte ihm auch mental die Schulter. "Seine große Leistung war es, die Reifen richtig einzuteilen. Wir wussten schon wie lange die Reifen ungefähr halten würden. Aber der beste Platz ein Rennen zu fahren, ist nun mal an der Spitze. Es war wirklich ein Bilderbuchsieg", sagt Haug.

Hinter ihm geht die Sonne unter. Das vom Smog grau wirkende Licht, färbt sich leicht rötlich. Der 15. April neigt sich dem Ende zu. Bleibt für die Silberpfeile zu hoffen, dass Mercedes nicht wieder 57 Jahre warten muss, um diesem Bilderbuch ein neues Kapitel hinzuzufügen.

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