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Norbert Haug

"Es fehlt der allerletzte Schritt"

Foto: dpa

Der Mercedes-Sportchef spricht im Interview über die schwierige Saison bei McLaren, über Kimi Räikkönen, Michael Schumacher und den Verlust eines Grand Prix in Deutschland.

25.07.2006

Statt mit Renault und Ferrari um den WM-Titel zu kämpfen, liegt McLaren-Mercedes abgeschlagen auf dem dritten Platz der Konstrukteurs-Wertung und bei den Fahrern sieht es auch nicht besser aus. Warum läuft es nicht wie erwartet?

Haug: "Wir hatten in den letzten fünf Formel-1-Rennen drei Mal die Chance auf den Sieg, in Monaco, Silverstone und Montréal, wir schafften drei Podiumsplätze, aber keinen Sieg. In Indianapolis beim Grand Prix der USA sind wir nur zwei Kurven weit bis zum Crash unserer Autos gekommen. Acht Teams liegen hinter, zwei vor uns und das wollen wir ändern. Die Formel 1 ist gnadenlos hart, die drei derzeit hinter uns platzierten Teams beispielsweise haben mit sechs Autos bisher so viele Punkte gemacht wie wir mit zwei. Bei uns geht das Licht nicht aus, bis wir unseren ersten Sieg 2006 eingefahren haben. Im letzten Jahr gewannen wir ab Mai 10 von 14 Rennen und haben seither nichts verlernt. Im Gegenteil, wir sind besser als 2005, aber zwei Gegner haben sich 2006 noch mehr gesteigert als wir. Es fehlt uns derzeit der allerletzte Schritt, aber den machen wir, garantiert."

Welches Ergebnis ist beim Heimrennen in Hockenheim realistisch?

Haug: "Wir wollen aufs Podium und Podium heißt 1-2-3."

Was ist in dieser Saison noch möglich, was Ihr Minimalziel?

Haug: "Es gibt kein Minimalziel und es ist reine Zeitverschwendung, Vorhersagen zu machen. Bevor wir letztes Jahr mehr gewonnen haben als alle anderen Teams, habe ich gehört, dass wir nie mehr gewinnen werden. Das haben die Experten Ferrari nach einem sieglosen Jahr auch nachgesagt, heute werden sie als Meisterschaftsfavoriten gehandelt."

Gehen Sie davon aus, dass Michael Schumacher weiterfährt?

Haug: "Ja."

Ihr Pilot Kimi Räikkönen soll bei Ferrari bereits einen Vorvertrag für 2007 unterschrieben haben, aber auch Renault will den Finnen als Nachfolger des zu McLaren-Mercedes wechselnden Fernando Alonso verpflichten. Für welches Team wird Räikkönen künftig fahren?

Haug: "Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Wenn Kimi klug ist, bleibt er, wo er ist. Er kann dann zeigen, wer besser ist, er oder Fernando Alonso. Mir sagt er, er habe nirgendwo eine Verpflichtung eingegangen. Und ich werde nicht annehmen, dass mich unser Fahrer anlügt."

Ist Ihr Nachwuchsmann Lewis Hamilton, der in der GP2-Serie vor dem Titelgewinn steht, ein Mann für die kommende Saison?

Haug: "Lewis muss sich zunächst voll und ganz auf den Gewinn der GP2-Meisterschaft konzentrieren. Anschließend ist er eine unserer Optionen, er hat viel Potenzial, kein Zweifel. Und er ist ein Hausgewächs, was viele Vorteile hat."

Sind Sie dafür, von 2007 an nur noch einen Großen Preis in Deutschland abwechselnd auf dem Hockenheimring und dem Nürburgring zu haben?

Haug: "Nein, das bin ich nicht. Eine Veranstaltung alle zwei Jahre zu füllen, ist nicht leichter als einmal pro Jahr. Außerdem hat Deutschland zwei Grand Prix verdient. Mit vier deutschen Fahrern, BMW und Mercedes ist kein Land in der Formel 1 stärker, bedeutsamer und siegreicher vertreten als Deutschland. Wir haben zuletzt bei der Fußball-WM gesehen, was mit Engagement, Arbeit und positiver Leidenschaft alles zu erreichen ist. Zwei Grand Prix heißt allerdings, dass Hockenheim um sein Rennen hart und leidenschaftlich kämpft."

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