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Norbert Haug beantwortet Leser-Fragen

"Es geht nur um die Startnummer eins"

Norbert Haug - Mercedes Foto: Wolfgang Wilhelm 51 Bilder

Norbert Haug hat sich bei den Testfahrten in Barcelona den auto motor und sport-Lesern gestellt. Im Live-Ticker beantwortete der Mercedes-Motorsportchef die dringendsten Fragen der Leser. Hier gibt es noch einmal alle Antworten zum Nachlesen.

01.03.2012 Tobias Grüner
Frage von Formel Schumi: Wie stark sehen Sie ihr Team im Vergleich zu Ferrari, McLaren, Red Bull Racing und Lotus?

Norbert Haug: Unmöglich das hier bei den Testfahrten verbindlich abzuschätzen. Fährt beispielsweise ein Team 20 Kilogramm mehr Sprit als ein anderes, ist der Zeitunterschied schon 0,8 Sekunden.

Frage von Maximilian: Letztes Jahr hatte ihr Team ein sehr schnelles Auto in puncto Höchstgeschwindigkeit. Denken Sie, dass das dieses Jahr ebenfalls so sein wird?

Norbert Haug: Bisher sieht es so aus.

Frage von Stefan Osterreich (und anderen): Passt der neue W03 eher zu den Vorlieben von Michael Schumacher als die letzten beiden Mercedes-Autos?

Norbert Haug: Beide Fahrer haben bisher einen guten Eindruck hinterlassen. Wie stark wir letztlich sind, wird sich allerdings erstmalig in Melbourne zeigen. Das geht allen Teams so.

Frage von Florian G. (und anderen): Im letzten Jahr war vor allem der hohe Reifenverschleiß auf der Hinterachse zum Saisonbeginn ein Problem. Konnte Ihr Team diese Schwierigkeiten mittlerweile abstellen?

Norbert Haug: Ich denke, dass wir da auf einem guten Weg sind.

Frage von Bluenetix: Wird es noch ein größeres Update für den W03 geben vor dem ersten Rennen?

Norbert Haug: Wir werden heute und morgen zumindest Teile unseres Melbourne-Updates ausprobieren.

Frage von Florian Howe: Mich würde interessieren wie so ein Testprogramm für den Winter entsteht. Ist es ein angesetzter "Stundenplan" für die Woche oder wird ein Programm gestartet und dann basierend auf den Daten entschieden, was als nächstes passiert?

Norbert Haug: Die Programme werden vorgeplant. Es ist dann ein gutes Zeichen, wenn sie strikt eingehalten werden. Denn dann läuft alles wie am Schnürchen.

Frage von Christoph: Wenn man beide Autos - den W02 und den W03 - zusammen auf der Strecke hätte, wäre der Alte dem Neuen mit angeblasenem Diffusor noch überlegen?

Norbert Haug: Das ist schwer zu sagen. Wir denken, dass man ordentlich aussieht, wenn man mit dem aktuellen Auto konstant die Rundenzeiten der letztjährigen Autos mit dem angeblasenen Diffusor fahren könnte.

Frage von Mark: Ist in der heutigen Formel 1 die Aerodynamik wirklich schon zu wichtig, wie es Ferrari immer behauptet? Macht es für einen etablierten Autohersteller wie Mercedes überhaupt noch Sinn, Formel 1-Autos zu bauen, wenn man sich über die Mechanik nicht mehr differenzieren kann.

Norbert Haug: Man kann sich in keinem Bereich erlauben, auch nur ein halbes Prozent schlechter als der Konkurrent zu sein, wenn man Rennen gewinnen will.

Frage von John Monopoly: Warum bekommt Michael Schumacher schon wieder die niedrigere Startnummer im Team, obwohl Nico Rosberg letztes Jahr wieder besser abgeschnitten hat?

Norbert Haug: Michael hat lieber eine ungerade Nummer. Nico ist vollkommen entspannt. Am Ende geht es nur um die Startnummer 1. Jede andere ist nicht so wichtig.

Frage von Chrischi: Ich habe den Verdacht, die Teams mit Defiziten hauen mit wenig Benzin vermehrt Top-Zeiten raus, wogegen die Teams mit guten Autos eher konservativ testen. Dazu scheint auch Mercedes zu gehören. Können Sie das so grob bestätigen?

Norbert Haug: In ein paar Wochen sind wir alle schlauer. Und bis dahin bleibt es total spannend.

Frage von WM2012: Inwiefern konnten über den Winter im Bereich des Motors Verbesserungen erzielt werden und ist es möglich, mit KERS weitere Fortschritte zu machen und das aktuelle System noch effizienter zu gestalten, bevor das neue Reglement in Kraft tritt?

Norbert Haug: Es gibt im Rahmen der eng gesteckten Möglichkeiten des Reglements Möglichkeiten für Weiterentwicklungen. Riesen Schritte sind dabei aber nicht möglich.

Frage von dbwmhn: Ihr neuer alter Partner heißt AMG. Können Sie uns verraten, wie viel AMG im Mercedes Formel 1 Wagen steckt?

Norbert Haug: AMG ist die Performance-Marke von Mercedes-Benz. Es wird im nächsten Jahr einen SLS E-Cell geben, der aus den bei uns gemachten Kenntnissen der KERS-Technologie entstanden ist. Mitarbeiter von Mercedes AMG wechseln zu Mercedes High Performance Power Trains. Und Kollegen von dort wechseln nach Deutschland. Hier entwickelt sich eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit.

Frage von Stephan Intemann: Wie groß war die Herausforderung den, durch den angeströmten Diffusor verlorengegangenen Abtrieb einzudämpfen bzw. nicht allzu groß ausfallen zu lassen?

Norbert Haug: Diese Herausforderung war groß und sie bleibt groß. Wie eingangs gesagt: Wer 2012 ähnliche Rundenzeiten fahren kann, wie im letzten Jahr mit dem Einsatz des "Blown Diffusors", der sollte ganz gut aussehen.

Frage von Resu Jurt: Spart man durch das KERS Sprit?

Norbert Haug: In unserer S-Klasse 400 Hybrid, wo das prinzipgleiche System verbaut wird, sehr wohl. In der Formel 1 wird die KERS-Power für zusätzlichen Speed, bessere Rundenzeiten und damit letztlich auch höheren Verbrauch eingesetzt.

Frage von Rolf: Nach welchem Verteilungsschlüssel werden die Mercedes-Motoren an die Teams Mercedes AMG, McLaren und Force India vergeben? Wo Bruchteile von Sekunden über Erfolg oder Misserfolg entscheiden, wäre es doch legitim, wenn Mercedes AMG die entsprechend Prüfstand besten Motoren bekommt. Oder werden die Motoren an die Teams verlost?

Norbert Haug: Alle Teams werden gleich bedient. Das ist bei Mercedes-Benz ein Gebot der Fairness. Der Kunde war bei uns schon immer König.

Frage von Hybrid: Wird Mercedes auch in Zukunft McLaren beliefern?

Norbert Haug: Das ist so vorgesehen. Wir pflegen nach wie vor eine hervorragende Partnerschaft mit McLaren. McLaren-Mercedes ist eine der erfolgreichsten Formel 1-Mannschaften, mittlerweile schon im 17. Jahr.

Frage von Peter Wied: Wann wird Mercedes entscheiden, ob Michael Schumacher noch länger Silberpfeil fahren darf. Noch vor der Sommerpause?

Norbert Haug: Dazu gibt es keine Eile. Wir konzentrieren uns voll auf die Saisonvorbereitung. Danach sehen wir in aller Ruhe weiter.

Frage von Marcel L.: Bisher sehe ich von Mercedes beim Test leider keine Ausrufezeichen. Wann dürfen wir mit schnellen Rundenzeiten rechnen?

Norbert Haug: Ich hoffe im Laufe der Saison.

Frage von Stefan G. (und anderen): Wie wahrscheinlich ist es Ihrer Meinung nach, dass es dieses Jahr den ersten Sieg für Mercedes AMG gibt?

Norbert Haug: Drücken Sie uns die Daumen. Wir haben nie Siegesansagen gemacht. Auch nicht, als wir mit McLaren-Mercedes regelmäßig um die vordersten Plätze gefahren sind. Unser Team braucht noch Aufbauzeit. Wir sind erst im dritten Jahr. Von WM-Platz vier auf eins zu springen, ist sicher nicht möglich, aber die richtige Richtung ist möglich.

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