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Norbert Haug

Keine eklatanten Motorenunterschiede

Norbert Haug Foto: dpa 27 Bilder

Acht der zwölf Saisonrennen wurden von Mercedes-Motoren gewonnen. Das Aggregat aus der Fabrik in Brixworth gilt als das Stärkste in der Formel 1. Doch ausgerechnet Mercedes-Sportchef Norbert Haug tritt auf die Euphoriebremse.

08.09.2009 Tobias Grüner

Der Klassiker auf dem Highspeedkurs in Monza steht vor der Tür. Wer hier den stärksten Motor hat, steht auf der Favoritenliste ganz weit oben. Bei den Experten im Formel 1-Fahrerlager herrscht Einigkeit darüber, dass der Mercedes-V8 aktuell das beste Paket aus Leistung und Verbrauch bringt. Doch Norbert Haug sieht das Kräfteverhältnis nicht so eindeutig.

"Er gibt Märchen, die besagen, wir hätten 30 PS oder drei Zehntel mehr im Motor. Die hätten wir natürlich gerne, aber es gibt solch große Unterschiede nicht." Die Motorenhersteller in der Königsklasse würden untereinander sehr stark auf ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis achten. Auch die FIA hat ein Auge darauf. "Natürlich gibt es eine Konkurrenzüberwachung", erklärt Haug. "Per Soundanalyse kann man da sehr genaue Rückschlüsse ziehen."

Verschiedene Erklärungen für Spritunterschied

Auch beim Verbrauch gebe es keine eklatanten Unterschiede. "Wenn ein Motor ein Prozent weniger verbraucht dann ist das schon viel", erklärt der Motoren-Experte. In Spa war das Thema Verbrauch auf die Tagesordnung gekommen, nachdem Giancarlo Fisichella in der gleichen Runde zum Tanken an die Box ging wie Kimi Räikkönen, obwohl der Ferrari des Finnen sieben Kilo schwerer war. "Dass man in 15 Runden sieben Kilo Sprit herausfährt, kann ich mir nicht vorstellen."

Haug glaubt, dass es dafür verschiedene Erklärungen gibt. "Räikkönen hat sicher seine Reifen aggressiver angefahren als Fisichella. Das kostet viel Sprit. Außerdem weiß man ja nicht, wie viel Benzin noch im Tank war. Es kann sein, dass der Force India fast leer war und Ferrari noch etwas mehr Reserven hatte. Ich weiß auch nicht, ob alle Auto auf das Kilo genau am Gewichtslimit sind."

Ferrari durstiger als Mercedes

Auch wenn Haug nicht an einen großen Vorteil glaubt, zeigen die Analysen des zweiten Stints von Spa und das Rennen zuvor in Valencia, dass Ferrari auf jeden Fall mehr Sprit verbraucht, als das Mercedes-Aggregat. Richtig interessant könnte das Thema in der nächsten Saison werden, wenn die Piloten während des Rennens nicht mehr nachtanken dürfen.

Was die Kunden für das kommende Jahr angeht, konnte Haug noch immer keine Entscheidung vermelden. "Wir hatten Monza angepeilt, aber wir können noch nicht sicher alle nennen." Mercedes will sein gesamtes Paket für 2010 in einem Zug verkünden. "Wir stehen aber unter keinem Zwang, dass wir bis zum 15. September alles gesagt haben müssen."

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