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Nürburgring vor Einigung mit Ecclestone

"Bin bereit wenn das Geld stimmt"

Bernie Ecclestone - GP Monaco 2014 Foto: xpb 41 Bilder

Der Nürburgring steht kurz vor einem Fünfjahres-Deal mit Formel 1-Chef Bernie Ecclestone. Wenn es zu einem Vertrag kommt, dann wird der GP Deutschland ab 2015 für fünf Jahre am Nürburgring stattfinden. Im Gespräch mit auto motor und sport erklärte Ecclestone, was für den Nürburgring und gegen Hockenheim spricht.

17.06.2014 Michael Schmidt

Am 20. Juni findet der GP Deutschland in Hockenheim statt. Laut Vertrag gastiert die Königsklasse bis 2018 abwechselnd im badischen Motodrom und am Nürburgring. Also wäre 2015 wieder die Eifel am Zug. Doch es deutet sich immer mehr an, dass der Nürburgring ab der kommenden Saison für fünf Jahre den Zuschlag erhält. Hockenheim wäre damit aus dem Rennen.

Der neue Betreiber des Nürburgring Capricorn bestätigte in einer Pressemitteilung dahingehende Gespräche mit Bernie Ecclestone in London. Im Wortlaut: Bernie Ecclestone und Capricon-Gründer Dr. Robertino Wild haben ein gemeinsames Verständnis darüber, die prestigeträchtige Formel 1 ab 2015 für den Zeitraum von mindestens fünf Jahren jedes Jahr am Nürburgring durchzuführen. Beide Parteien sind davon überzeugt, dass dieser Weg für alle an der Veranstaltung Beteiligten deutliche Vorteile und einen Mehrwert erbringt. Mit anderen Worten. Die Fans und Sponsoren haben dann Planungssicherheit.

Ecclestone will Nürburgring-Vertrag wie in Spa

Bernie Ecclestone bestätigte auf Anfrage auto motor und sport gegenüber die Gespräche und deren Inhalt: "Ich habe mich mit den Leuten von Capricorn getroffen und mit ihnen besprochen, wie wir mit ihnen einen längerfristigen Vertrag abschließen können. Ich bin dazu bereit. Am Ende bleibt ein Problem: Es muss das Geld gefunden werden. Die Einkünfte müssen sich dem Niveau der anderen europäischen Rennen anschließen. Da sich der Nürburgring in unmittelbarer Nähe zu Spa befindet, kann ich mir einen ähnlichen Vertrag wie in Belgien vorstellen."

In Spa tritt Ecclestone quasi selbst als Veranstalter auf. Er verzichtet auf ein Startgeld, doch sämtliche Einnahmen, auch die der Ticketverkäufe, landen bei ihm. Die Rennstrecke muss die Fixkosten, die bei einem Formel 1-Rennen entstehen, selbst tragen und dafür Partner oder Sponsoren finden oder einen Zuschuss aus der Landeskasse bekommen.
 
Das wird für Hockenheim zum Problem. Laut Ecclestone ist der in Aussicht stehende Vertrag mit dem Nürburgring kein Misstrauensvotum gegen Hockenheim: "Es spricht nichts gegen Hockenheim, außer dass es den Anschein hat, dass unsere Freunde in Hockenheim nicht in der Lage sind, unsere Bedingungen zu erfüllen. Deshalb haben wir mit ihnen einen Spezialvertrag gemacht, um ihnen zu helfen. Aber auf dieser Basis können wir nicht ewig weitermachen."

Kündigungsklausel im laufenden Hockenheim-Vertrag?

Ecclestone beteuert, dass er den laufenden Vertrag mit Hockenheim und dem Nürburgring über die alternierende Austragung des Rennens respektieren wolle. Gleichzeitig beteuert er, dass bei einem Abkommen mit dem Nürburgring der neue Vertrag sinnvollerweise schon 2015 beginne.

Das ist nur scheinbar ein Widerspruch. Offenbar gibt es im bestehenden Vertrag Klauseln, wonach der kündbar ist, wenn ein Veranstalter in Deutschland zu besseren Konditionen abschließen kann. Noch einmal Ecclestone: "Wir werden den Vertrag mit Hockenheim respektieren. Wenn wir mit dem Nürburgring ein langfristiges Abkommen abschließen, dann ist es das Beste den bestehenden Vertrag zu beenden und bereits 2015 mit dem neuen zu beginnen. Das gleiche würde für Hockenheim gelten, wenn wir mit ihnen einen neuen Vertrag abschließen könnten. Hockenheim müsste dann aber zu den gleichen Konditionen abschließen wie andere Leute."

EU-Kommission für Bernie Ecclestone kein Problem

Gerüchte, wonach der Nürburgring-Verkauf an den Autoteile-Zulieferer Capricorn erst amtlich sei, wenn die Europäische Kommission diesen nicht von der Rückzahlung von Subventionen seitens der Landesregierung abhängig mache, lassen Ecclestone kalt: "Die Entscheidung der Europäischen Kommission über den Kauf des Nürburgrings hat nichts mit uns zu tun. Ich habe seinerzeit für den Nürburgring mitgeboten. Capricorn hat uns mit seinem Angebot übertroffen. Wenn ich morgen mit Capricorn einen Vertrag über das Rennen abschließe, und übermorgen sagt die Europäische Kommission, dass Capricorn den Nürburgring nicht kaufen kann, dann wäre unser Vertrag ungültig. Ich bezweifle aber, dass Capricorn mit uns einen Vertrag abschließt, ohne sich sicher zu sein, dass da nichts mehr aus Brüssel droht. Die Leute dort machen mir einen vernünftigen Eindruck."

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