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Nur ein Manor in Malaysia am Start

Gab es nur eine Motor-Elektronik?

Will Stevens - Manor-Marussia - Formel 1 - GP Malaysia - 28. März 2015 Foto: xpb 40 Bilder

In Australien fuhr Manor keinen Meter. In Malaysia traten die Überlebenskünstler mit einem Auto an. Das andere blieb wegen eines angeblichen Defekts im Benzinsystem in der Garage. Tatsächlich aber soll es von der 2015er Motorsteuerung nur ein Exemplar gegeben haben.

01.04.2015 Michael Schmidt

Die Sympathien für das kleinste Team im Feld halten sich in Grenzen. In Melbourne zog sich Manor Marussia den Zorn der Konkurrenz zu, weil der Eindruck entstand, dass der Rennstall nie die Absicht hatte, einen Meter zu fahren. Tatsächlich fehlte die 2015er Software für den 2014er Ferrari-Motor. Mechanisch sei das Auto bereit gewesen, stellte der Technikreport der FIA fest.

Bernie Ecclestone zürnte. Er hat den Verdacht, dass die neuen Besitzer nur scharf auf die 47 Millionen Dollar sind, die er dem Neunten der letztjährigen Konstrukteurs-WM bezahlen muss. Ecclestone drohte dem Team die Gratifikation und die Transportkostenvergütung zu streichen, wenn die Autos nicht fahren. Damit war jedem klar: Manor musste in Malaysia antreten.

Manor-Autos nur 2 Minuten gemeinsam auf der Bahn

Was dann auch geschah. Will Stevens und Roberto Merhi drehten in drei Trainingssitzungen und 240 Minuten insgesamt 45 Runden. Zur Qualifikation trat aber nur Merhi an. Das Auto von Stevens blieb in der Garage. Nach Aussage des Teams wegen Problemen mit dem Benzinsystem. Als am Sonntag durchsickerte, dass Stevens auch zum Rennen nicht antreten würde und dass der Defekt im Benzinsystem immer noch nicht behoben sei, wurden die Kritiker hellhörig.

Bei einer Analyse der drei freien Trainingssitzungen fiel auf, dass beide Manor nur ein einziges Mal gleichzeitig auf der Strecke waren. Die Überschneidung in der zweiten Sitzung dauerte exakt 2 Minuten. Das nährte den Verdacht, dass es ab Samstag nur noch eine funktionierende 2015er Motorsoftware bzw. eine Steuerungsbox gab und dass die Probleme mit der Benzinversorgung vorgeschoben waren.

Vielleicht wollte Manor auch einen seiner beiden Uralt-Motoren für den GP China schonen. Beide Triebwerke sollen bereits über 2.000 Kilometer auf der Uhr haben. Frische Aggregate gibt es erst beim GP Bahrain.

Machtkampf Todt gegen Ecclestone

Am Samstag gab es neuen Ärger. Beide Manor-Piloten wurden zum GP Malaysia zugelassen, ohne die 107-Prozent-Hürde geschafft zu haben. Roberto Merhi fehlten 0,460 Sekunden auf die geforderte Zeit. Er war im Q1 stolze 7,408 Sekunden langsamer als Lewis Hamilton. Teamkollege Will Stevens fuhr in der Qualifikation keinen Meter.

Dass die Sportkommissare den Manor-Piloten trotzdem die Starterlaubnis gaben, ist vom Reglement gedeckt. Begründung: Merhi und Stevens hätten im freien Training zufriedenstellende Rundenzeiten erzielt.

Die 107 Prozent-Regel muss in den freien Trainingssitzungen nicht unbedingt erfüllt sein. Sie dient nur als Richtwert. Die Sportkommissare können selbst festlegen, was sie unter "zufriedenstellend" verstehen.

Im Formel 1-Zirkus munkelt man, dass die Resteverwalter von Marussia unter dem Schutz von FIA-Präsident Jean Todt stehen. Und der wolle Bernie Ecclestone am Beispiel von Manor zeigen, dass die FIA doch noch ein bisschen Macht hat. Aus Sicht des Verbandes sehen 20 Autos besser aus als 18.

Ecclestone würde sich lieber das Geld sparen. Auf sein Drängen wurde vor Jahren die 107-Prozent-Regel wieder eingeführt, um zu verhindern, dass Teams nur antreten, um die Prämien abzukassieren. Merhi schaffte dann immerhin die Renndistanz. Der Debütant kam drei Runden hinter Sieger Sebastian Vettel ins Ziel.

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