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Nur halbe Sekunde Rückstand

Ferrari packt Power-Modus aus

Sebastian Vettel - GP Bahrain 2016 Foto: sutton-images.com 23 Bilder

Ferrari hat im dritten Training zum GP Bahrain zum ersten Mal einen neuen Power-Modus ausgepackt. Er hat nach Messungen von Mercedes 0,45 Sekunden gebracht. Trotzdem waren die Silberpfeile um eine halbe Sekunde schneller.

02.04.2016 Michael Schmidt

Nach dem dritten Training waren Teamchef Toto Wolff, Technikchef Paddy Lowe und Motorenchef Andy Cowell hinter der Mercedes-Garage in ein ernstes Gespräch vertieft. Nicht dass sie die Bestzeiten der Ferrari groß beunruhigt hätten. Mercedes war im dritten freien Training nicht volle Power gefahren und die Autos waren mit einem Setup für die kühlen Abendstunden unterwegs. Das musste bei 25 Grad Luft- und 38 Grad Asphalttemperatur ein Nachteil sein.

Ferrari holt mehr Power für Qualifying raus

Die Mercedes-Delegation trieb etwas anderes um. Die eigenen Analysten hatten bei den schnellen Ferrari-Runden einen Motor-Modus entdeckt, den Ferrari zum ersten Mal aus dem Hut gezaubert hat. Ein Modus, bei dem die volle Motorleistung und die volle Elektrokraft über die gesamte Runde zur Verfügung stand. Das brachte allein 0,45 Sekunden gegenüber den bisher bekannten Einstellungen im Ferrari SF16-H.

In Melbourne und am ersten Trainingstag von Bahrain ging den Ferrari ab Hälfte der Geraden immer die Luft aus. Die Frage ist, wie lange Ferrari in diesem Power-Modus unterwegs sein kann. Offenbar nur für diese eine Runde.

Das schafft das Problem mit den Turboladern nicht aus der Welt. Da man inzwischen hört, dass die neuen Turbinen vielleicht erst im siebten oder achten Rennen kommen, muss sich Ferrari anders behelfen. Die neue Software der Leistungselektronik hat nun scheinbar doch Wirkung gezeigt.

Der Power-Schub hat Ferrari allerdings nur unwesentlich näher an Mercedes herangebracht. In Melbourne betrug der Abstand 6 Zehntel. Diesmal war es eine halbe Sekunde. Auch Mercedes hat an der PS-Schraube gedreht, als man merkte, dass Ferrari näher kommt. Toto Wolff war dennoch überrascht über den großen Zeitgewinn im Q3: "Ich weiß nicht, wo Lewis und Nico da noch so viel Zeit rausgeholt haben. Wir sind schon im Q2 mit voller Leistung gefahren."

Der Mercedes ist auch in den Kurven ein Ass. GPS-Messungen verraten, dass die Silberpfeile den Ferrari in den langsamen Ecken überlegen sind. Sebastian Vettel war trotzdem zufrieden: "Das Auto fühlte sich bei warmen und kühlen Bedingungen gut an. Letztes Jahr konnte Kimi im Rennen Druck auf die Mercedes ausüben. Ich habe die Erwartung, dass uns das morgen auch gelingt."

Ferrari setzt auf Reifen-Joker

Ferrari setzt auf gute Starts und vor allem die Strategie. Und da könnte es wieder auf Risiko hinauslaufen. Obwohl Mercedes und Ferrari mit Reifensätzen jetzt gleich bestückt sind, sind am Ende unterschiedliche Taktiken denkbar. Auch wenn der Supersoft-Gummi keine so gute Option für das Rennen ist wie in Melbourne. "Die Variante supersoft-supersoft-supersoft-soft muss man im Auge behalten. Bei drei Stopps werden die Stints so kurz, dass der supersoft-Reifen überleben kann", warnen die Mercedes-Strategen.

Mit dieser Reifenfolge hat Vettel in Australien versucht, die Silberpfeile aus der Reserve zu locken. Diesmal hält sich der Ferrari-Star bedeckt: "Alles hängt davon ab, an welcher Stelle du am Ende der ersten Runde bist. Ich sehe schon Spielraum für Überraschungen. Kimi hat es ja letztes Jahr mit einer alternativen Taktik gezeigt."

Mercedes denkt eher über eine Zweistopp-Strategie nach. Dafür muss die erste Garnitur Reifen bis Runde 12 oder 13 halten. Man muss sich auch keine allzu großen Sorgen machen, dass Romain Grosjean und die Toro Rosso-Piloten nach der Serie der ersten Boxenstopps in Führung gehen und den großen Teams in die Suppe spucken. "Dafür werden uns die Williams den Rücken freihalten", glaubt man bei Mercedes.

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