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Palastrevolution bei McLaren

So kam Ron Dennis an die Macht

Ron Dennis - McLaren 2013 Foto: xpb 51 Bilder

Eigentlich war Ron Dennis bei McLaren abgemeldet. Doch der frühere McLaren-Teamchef hat sich an die Macht zurückgekämpft. Dabei trickste der 66-jährige Engländer seine Gegenspieler mit einem genialen Schachzug aus. Doch der neue starke Mann im Team steht vor gewaltigen Aufgaben. Er muss ein angeschlagenes Schiff auf Kurs bringen.

25.01.2014 Michael Schmidt

Es ist nun fünf Jahre her, als sich Ron Dennis bei McLaren aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hatte. Der Mann, unter dem McLaren zehn Fahrer- und sieben Konstrukteurs-Weltmeisterschaften geholt hatte, gab die Exekutive an Martin Whitmarsh ab. Seitdem ist viel passiert. Der letzte Titelgewinn für McLaren datiert aus dem Jahr 2008. Es gab zwei zweite, einen dritten und 2013 einen enttäuschen fünften Platz im Konstrukteurs-Pokal.

Parallel dazu ließ sich McLaren auf das Abenteuer ein, einen Sportwagen auf eigener Plattform ohne die Mithilfe eines Automobilkonzerns zu bauen. Das ehrgeizige Projekt hätte McLaren vor 18 Monaten fast in den Ruin getrieben, erzählte der abgelöste Teamchef Whitmarsh gegenüber auto motor und sport, fügte aber hinzu: "Jetzt ist McLaren über den Berg. Wir werden früher Gewinne schreiben als erwartet."

Ron Dennis wieder auf der McLaren-Kommandobrücke

Trotzdem ist die McLaren-Gruppe wegen der gewaltigen Investitionen noch mit Verbindlichkeiten in dreistelliger Millionenhöhe belastet. Und das Formel 1-Team hat zwar mit Honda ab 2015 wieder einen neuen Motorenpartner, aber immer noch keinen Nachfolger für Vodafone als Hauptsponsor. Dafür ist Ron Dennis zurück. Und das zu einer Zeit, als viele den 66-jährigen Meistermacher bereits abgeschrieben hatten.

Dennis wurde als König ohne Reich bezeichnet. Es sei zu Unstimmigkeiten mit den anderen Anteilseignern gekommen, hieß es. Namentlich mit Mansour Ojjeh und der Bahrain Mumtalakat Holding. Doch der Mann, der im November 1980 bei McLaren einstieg und für die erfolgreichste Zeit der Firmengeschichte verantwortlich zeichnete, hat sich aller Widerstände zum Trotz auf die Kommandobrücke zurückgekämpft.

Verkauf an China nur mit Dennis

Inzwischen sickern Details durch, wie Dennis das Ruder wieder an sich gerissen hat. Sein Partner Mansour Ojjeh liegt nach einer zweifachen Lungentransplantation im Krankenhaus. Er übergab die Geschäfte zwischenzeitlich an seinen Bruder Abdelaziz Ojjeh.

Den Partnern aus Bahrain wird nachgesagt, dass sie ihre Aktien gerne verkaufen würden, weil sie bereits viel Geld in das Straßenauto-Projekt investiert und Sorge haben, es könnte sich am Ende nicht auszahlen.

Ron Dennis hatte in der Zwischenzeit in China Kaufinteressenten gefunden. Und die wurden offenbar zu seinem Joker. Dennis soll seinen Aktionären ein Kaufangebot vorgelegt haben, dass nur dann seine Gültigkeit hat, wenn er selbst wieder die Kontrolle und Exekutive über die Firma erhält. Das war der Schritt zurück an die Spitze im Staate McLaren.

Boullier als neuer Statthalter

Auf den früheren Erfolgsmanager kommen viele heikle Aufgaben zu. Zunächst will er nach eigener Aussage die Gruppe umstrukturieren und das Formel 1-Team neu aufstellen. Erster Schritt ist die Ernennung seines Statthalters. Es ist ein offenes Geheimnis, dass es sich dabei um den früheren Lotus-Chef Eric Boullier handeln soll. Der Vertrag mit Honda ab 2015 geht noch auf die Initiative von Martin Whitmarsh zurück. Auch die Verpflichtung der Red Bull-Aerodynamiker Peter Prodromou und Dan Fallows.

Doch der zweiterfolgreichste Rennstall der Formel 1 braucht frisches Geld in der Kasse. Hauptsponsor Vodafone ist ausgestiegen. Eigentlich wollte McLaren im Dezember einen Nachfolger präsentieren, aber das verzögerte sich. Auch bei der Präsentation des neuen Autos fehlte der Schriftzug eines neuen Titelsponsors.

McLaren verhandelt mit einem japanischen Technologie-Konzern, an dem aber auch Lotus dran ist. Weil im Firmenlogo die Farben Rot und Orange auftauchen, gab es den Plan, den McLaren wieder in ihrer Hausfarbe orange zu lackieren. Gerüchte sprechen von Sony. Wegen der Farbgebung schwirren aber auch die Namen Canon, Toshiba und Sanyo durch den Raum.

Offenbar hat aber nun Lotus den Japanern das bessere Angebot gemacht. Die Verhandlungen mit McLaren sind ins Stocken geraten. Deshalb wird McLaren zumindest in der Testphase im bewährten Silber antreten.

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