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Pascal Wehrlein im Interview

"Erste 5 Runden konkurrenzfähig"

Pascal Wehrlein - GP Australien 2016 Foto: sutton-images.com 27 Bilder

Pascal Wehrlein landete bei seinem ersten Formel 1-Rennen in Australien auf Platz 16. Vor allem in der Startphase konnte der Manor-Pilot groß auftrumpfen. Nach dem Rennen analysierte der Rookie, was beim Debüt gut und was nicht so gut gelaufen ist.

21.03.2016 Tobias Grüner
Was nimmst Du mit aus dem ersten Rennen?

Wehrlein: Vor allem den guten Start. Ich habe 7 Positionen gut gemacht. Das zweite Positive ist, dass wir am Anfang konkurrenzfähig waren. In den ersten 6 Runden konnte ich gut mit den anderen Fahrern mithalten. Das war richtig gut. Dann hatten wir aber deutlich mehr Reifenverschleiß als die anderen und mussten früher an die Box. Mit frischen Soft-Reifen waren wir dann von der Pace wieder ähnlich schnell wie die anderen. Am Ende hatte ich dann noch 2 Probleme am Auto - einmal mit der Lenkung und einmal mit den Bremsen.

Ist ein Start in der Formel 1 anders als in der DTM?

Wehrlein: Hier hat man die Kupplung am Lenkrad und nicht mit einem Fußpedal. Danach muss man einfach nur noch die Lücken finden. Es geht alles etwas schneller ab. Wir kommen mit einer höheren Geschwindigkeit an und bremsen später. Da muss man gute Reaktionen zeigen. In der DTM kann man nicht so einfach überholen. Da wird einem ins Auto reingefahren, wenn es dem anderen nicht passt.

Wie lief denn der Start aus Deiner Perspektive ab?

Wehrlein: Ich habe erst nach 2 Kurven realisiert, dass der Start und die erste Kurve richtig gut war. Da war ich schon auf der Höhe von Alonso. In Kurve 3 und 7 ging es dann noch einmal 2 oder 3 Plätze nach vorne. Das war eine richtig gute erste Runde. Ich lag zwischenzeitlich sogar auf Rang 13. Da war ich selbst überrascht. Das war mein erster Start in der Formel 1 und in der Vergangenheit waren die Starts nicht immer meine Stärke.

War die Rennpace besser als im Qualifying?

Wehrlein: Das hatte gestern andere Gründe. Im Qualifying hatte ich Probleme am Auto.

Und im Rennen hast Du Probleme mit Bremsen und Lenkung erwähnt?

Wehrlein: Die Bremsen wurden einfach zu heiß. Die Strecke hier ist ziemlich hart zu den Bremsen. Der Verschleiß ist hoch. Da ist das normal. Die Ingenieure haben mich über Funk informieren dürfen, weil es ein sicherheitsrelevantes Problem war. Das Thema bei der Lenkung war, dass sich die Härte links und rechts unterschiedlich angefühlt hat.

Lief sonst alles so, wie Du es Dir vorgestellt hast?

Wehrlein: Im Grunde schon. Man konnte schon bei den Longruns in Barcelona sehen, dass wir ziemlich viel Reifenabbau hatten. Am Anfang der Stints waren wir immer konkurrenzfähig. Je länger der Run ging, desto schwieriger wurde es.

Wie liefen die Boxenstopps? Da blieb ja vorher nicht viel Zeit zum Üben.

Wehrlein: Die waren okay glaube ich. Man kann sicher noch etwas verbessern, aber für den ersten Boxenstopp im ersten Rennen war das schon ganz gut.

Ist Manor von der Pace her schon am Mittelfeld dran?

Wehrlein: Ich glaube, wir sind noch ein bisschen weg. Wie gesagt: 5 Runden sind wir okay, aber das Rennen geht leider nicht nur 5 Runden.

Den Reifenabbau kann man ja in den Griff bekommen.

Wehrlein: Ja, die Grundpace hat gepasst. Das sehe ich sehr positiv. Ich wäre deutlich enttäuschter, wenn wir einen Riesen-Abstand gehabt hätten. Wir haben aber gezeigt, dass wir zumindest am Anfang des Rennens konkurrenzfähig waren. Jetzt müssen wir nur noch versuchen, die Reifen länger am Leben zu halten.

Ist das Reifenthema auch ein Sache des Fahrstils oder nur Setup?

Wehrlein: Das ist eine Setup-Sache. Wenn das Auto zum Beispiel in schnellen Kurven nicht so gut liegt, dann geht das extrem auf die Reifen. Wenn man da eine bessere Balance findet, dann macht das einen Riesen-Unterschied.

Der Punktetraum lebt also weiter dieses Jahr?

Wehrlein: Ja, auf jeden Fall.

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