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Patrick Head

Die Teams haben eine Chance verpasst

Patrick Head Foto: Williams F1 143 Bilder

Williams-Technikpapst Patrick Head sieht den Streit um die Formel 1-Zukunft entspannt. Er glaubt, dass am Ende Ferrari und Toyota alleine in der Ecke stehen, weil sie als einzige die Budgetgrenze ablehnen.

22.05.2009 Michael Schmidt

Patrick Head hat schon viele in der Formel 1 kommen und gehen sehen. Er ist nicht unbedingt ein Fan von Max Mosley, doch diesmal stellt sich der stimmgewaltige Engländer auf die Seite des FIA-Präsidenten. "Die einzigen zwei Teams, die sich nicht mit dem Budgetlimit anfreunden können, sind Ferrari und Toyota. Sie werden am Ende allein in der Ecke stehen."

Vernunft wird sich durchsetzen

Head glaubt, dass sich bei den anderen Teams die Vernunft durchsetzt: "Mercedes macht mir den Eindruck, dass sie mit der Budgetdeckelung ganz zufrieden sind. Auch BMW wird auf diese Linie einschwenken. Sie werden müssen. Flavio macht zwar viele Geräusche, doch war es nicht er, der seit Jahren warnt, dass alles zu teuer geworden ist. Was jetzt passiert, ist in seinem Sinn."

Laut Head haben die Teams vergangenen Freitag in London eine große Chance verpasst. "Max ist auf uns zugegangen, hat Gesprächsbereitschaft in der Frage der Höhe des Limits und der Kontrolle signalisiert. Dann kam diese unselige Information, dass Ferrari eine einstweilige Verfügung eingelegt hat. Danach hat er die Sitzung abgebrochen. Jetzt, wo Ferrari vor Gericht verloren hat, wird er nicht mehr so nachgiebig sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er weit von dem 40 Millionen Pfund-Limit abrückt."

Ferrari kann nicht aussteigen

Ferrari hat sich in eine Ecke manövriert. "Bernie hat klar gestellt, dass Ferrari nicht so einfach aussteigen kann. Es gibt Verträge, und solange er sie einhält, erwartet er auch, dass Ferrari sie respektiert. Sollten sie Schluss machen, wird sie Bernie bis ans Ende der Welt verfolgen."

Patrick Head sieht aber auch das Problem, neue Teams für die Formel 1 zu rekrutieren. Außer Toyota ist in den letzten Jahren kein Rennstall dazugekommen, der lange überlebt hätte. "Die GP2-Teams tun sich schwer, ihre drei Millionen für eine Saison zusammenzukratzen. Selbst mit dem Zehnmillionen-Bonus von Bernie wird es schwer, 40 Millionen aufzutreiben. Das ist unheimlich viel Geld. Ich kann nicht verstehen, dass die Leute diese Summe so herunterreden."

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