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Paul di Resta

Der beste Neuling seit Vettel

Paul di Resta Foto: Force India 48 Bilder

Er ist die Überraschung der Saison. Paul di Resta begann seine Formel 1-Karriere mit zwei Platzierungen in den Punkterängen. Die Teamchefs der Konkurrenz haben sich seinen Namen bereits notiert.

16.05.2011 Michael Schmidt

Er war Nummer 59. So viele Fahrer haben seit 1950 ihren ersten Grand Prix in den Punkterängen beendet. Paul di Resta folgt in der Liste der Senkrechtstarter Sebastien Buemi, dem das Kunststück zuletzt 2009 gelang. Der amtierende DTM-Champion setzte dem zehnten Platz in Melbourne im zweiten Grand Prix in Malaysia erneut eine Top Ten-Platzierung drauf.

"In China hat das Rennen vier Runden zu lang für mich gedauert", bedauerte di Resta. "Sonst wäre ich ein drittes Mal in Folge in den Punkterängen gelandet." Bei der Konkurrenz steht der Rotschopf dennoch weiterhin hoch im Kurs. Die Gerüchteküche schreibt di Resta bereits zu Mercedes, sollte Michael Schumacher dort seinen Dreijahresvertrag nicht erfüllen. Paul di Resta gilt jetzt schon als der beste Neuling seit Sebastian Vettel.

Der Einstand des 25-jährigen Schotten überrascht. Auch wenn er 2006 die Formel 3-Euroserie vor Sebastian Vettel gewann. Doch von 2007 bis 2010 blieb di Resta Einsitzern fern. Der neue Force India-Pilot drehte vier Ehrenrunden in der DTM, die er 2010 endlich mit dem Meistertitel abschloss. Normalerweise sind Tourenwagen nicht das ideale Sprungbrett für die Formel 1.

Di Resta schon 2010 auf Sutil-Niveau

Force India führte seinen Ersatzpiloten vorsichtig an die Formel 1 heran. Di Resta durfte sich 2010 in der ersten Trainingssitzung am Freitag an die Formel 1 gewöhnen. Schon da war den Ingenieuren schnell klar, welches Kaliber man im Stall hatte. "Datenbereinigt ist Paul auf dem Niveau von Sutil und Liuzzi gefahren. Manchmal war er sogar besser", verrät Teamdirektor Otmar Szafnauer. Der Stammplatz war deshalb nur Formsache. Ohne Mitgift. Gerüchte, Mercedes hätte finanziell nachgeholfen, werden von allen Seiten dementiert.

Paul di Resta ist ein Musterschüler. Diplomatie hat er spätestens in den vier Jahren DTM gelernt. Was noch fehlte hat ihm sein Manager Anthony Hamilton, der Vater des McLaren-Piloten, beigebracht. Dass er trotz seines Erfahrungsdefizits im Trainingsduell mit 3:1 gegen Adrian Sutil führt, würde manch einen von di Restas Kollegen zu psychologischer Kriegsführung gegen den Teamkollegen veranlassen.

Di Resta bleibt cool: "Ich respektiere Adrian. Er ist unglaublich schnell. Auch wenn es zwischen uns ziemlich eng hergeht, sehe ich keinen Grund für Ärger. Wir fahren beide für das Team. Wenn das weiterkommt, hilft das uns beiden."

Di Resta gut auf Formel 1 vorbereitet

Die Umstellung vom Auto mit Dach auf den Monoposto fiel di Resta nicht schwer: "Du änderst deswegen nicht deinen Fahrstil. Du passt ihn nur an." Die Trainingseinheiten aus dem Vorjahr sind nur bedingt eine Hilfe: "Es gibt in diesem Jahr viele Dinge, die ich komplett neu lernen muss: KERS, der verstellbare Heckflügel, die Reifen."

Die Vorbereitung im letzten Jahr zahlt sich immer dann aus, wenn in einer Trainingssitzung etwas nicht nach Plan läuft. So wie in China, als ein KERS-Problem di Resta am Freitag zum Zuschauen zwang. Oder wie in der Türkei, als das erste Training verregnet war. "Da ich die Abläufe schon kenne, weiß ich, was bei eingeschränkter Trainingszeit zu tun ist."

Für einen Neuling müsste es trotzdem schwierig sein, im Rennen sich laufend auf eine neue Strategie einstellen zu müssen, je nachdem in welchem Zustand die Reifen gerade sind. "Für den Kommandostand ist es schwieriger als für mich. Mein Job ist es, den Ingenieuren so präzise wie möglich mitzuteilen, was der Reifen gerade macht. Es gibt immerhin eine Konstante: Wenn der Reifen einbricht, kommt er nie wieder zurück", schwächt di Resta ab.

Erster Dämpfer in Istanbul

In der Türkei musste sich Paul di Resta erstmals Adrian Sutil geschlagen geben. Im Training stand der Cousin von IndyCar-Champion Dario Franchitti einen Platz hinter dem Gräfelfinger, und auch im Rennen hatte der Deutsche die Nase vorn, bis di Resta wegen eines losen Rades aufgeben musste.

Für den kleinen Einbruch gibt es aber eine Entschuldigung. Di Resta erfuhr in Istanbul, dass sich sein Stiefvater das Leben genommen hatte. Otmar Szafnauer zieht nach vier Rennen eine Zwischenbilanz: "Wir haben mit Sutil, di Resta und Hülkenberg das beste Fahrertrio im Feld."

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