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Peter Gethin gestorben

Abschied vom Rekordmann

Peter Gethin Foto: xpb 37 Bilder

Der englische Formel 1-Fahrer Peter Gethin ist am 5. Dezember nach langer Krankheit gestorben. Vor 40 Jahren gewann der Sohn eines Jockeys seinen einzigen Grand Prix. Das Rennen in Monza ging als der Grand Prix mit dem knappsten Zieleinlauf in die Geschichte der Formel 1 ein.

06.12.2011 Michael Schmidt

Peter Gethin ist tot. Der 1940 in Ewell geborene Sohn eines Jockeys wurde 71 Jahre alt. Er starb am Montag, den 5. Dezember nach langer, schwerer Krankheit. Gethin erlangte Berühmtheit, als er 1971 in Monza einen Grand Prix gewann, der 32 Jahre lang der schnellste der Geschichte war. Gethins Siegerschnitt von 242,616 km/h überlebte bis ins Jahr 2003.

Noch immer Bestand hat der Rekord des GP Italien 1971 für das Rennen mit dem knappsten Zieleinlauf. Gethin wurde in einem Fotofinish mit einer Hunderstelsekunde Vorsprung auf Ronnie Peterson abgewinkt. Selbst der fünftplatzierte Howden Ganley lag nur 0,61 Sekunden zurück.

Gethins Sieg war eine Sensation. Der Engländer galt in der Szene als zuverlässiger Fahrer, dem man WM-Punkte, aber keinen Sieg zutraute. Gethin hatte sich als Meister der Formel 5000 in England einen Namen gemacht. Nach dem tödlichen Unfall von Bruce McLaren bei Testfahrten in Goodwood wurde er bei McLaren als Ersatzfahrer nominiert und gab beim GP Holland 1970 sein Debüt.

Der fünfte Einsatz im kanadischen Mont Trembland brachte den ersten WM-Punkt. Parallel zur Formel 1 fuhr Gethin 1970 für McLaren auch die CanAm-Serie. Er gewann den Lauf in Road America und wurde Gesamtdritter der Meisterschaft.

Mit B.R.M-Power zum Sieg

Die Saison 1971 begann Gethin zunächst wieder auf einem McLaren. Als B.R.M.-Pilot Pedro Rodriguez bei einem Interserie-Rennen am Norisring starb, rückte Gethin hinter Teamkapitän Jo Siffert in die Nummer zwei-Position des erzbritischen Rennstalls.

In Monza schlug seine Stunde. Dabei hatte es nach dem Training nicht nach einem Sieg ausgesehen. Gethin starte nur von Platz elf und war hinter Siffert und Ganley lediglich drittschnellster B.R.M.-Pilot. Während des Rennens riss der Kontakt zur Spitzengruppe zeitweilig ab, aber Gethin schaffte dann doch den Anschluss an einen Pulk, zu dem auch noch Ronnie Peterson, Francois Cevert, Mike Hailwood und Hownden Ganley gehörten.

Während sich die Favoriten Peterson und Cevert gegenseitig belauerten, um in der letzten Runde auf keinen Fall als Erster in die Parabolica zu gehen, nutzte Gethin die Gunst der Stunde und setzte sich mit einem wilden Manöver querstehend an die Spitze. Der Überraschungseffekt und die Kraft seines B.R.M.-Zwölfzylinders reichten aus, um sich gegen die Cosworth-bestückten March und Tyrrell von Peterson und Gethin mit weniger als einer halben Wagenlänge über die Ziellinie zu retten.

Drei Führungsrunden - ein Sieg

Gethin gilt statistisch als der effizienteste GP-Fahrer in 62 Jahren Formel 1. Ihm waren in seiner Karriere nur drei Führungsrunden vergönnt. Trotzdem steht er mit einem Sieg in den Geschichtsbüchern.

Gethin wusste später noch eine nette Anekdote zu seiner Sternstunde zu erzählen. "Teamchef Louis Stanley lud uns am Abend zu einem Essen nach Mailand ein. Meine Freundin und ich durften neben ihm sitzen. Normalerweise war unser Platz bei Teamdinners immer am anderen Ende des Tisches. Neben Stanley durften nur die wichtigen Personen Platz nehmen. Nach dem Essen bot uns Stanley an, uns zum Hotel zurückzufahren. Als wir losfahren wollten, merkten wir, dass der große, schwarze Mercedes hinten einen Platten hatte. Es war am Ende ich, der das Rad wechseln musste.

Nach dem Sieg hatte Gethin nur noch zwei Highlights. 1972 ging er von Startplatz fünf in den GP Monaco, lag komfortabel in den Punkterängen, als er bei strömendem Regen in der Schikane crashte. Später holte er am Ort seines einzigen Sieges als Sechster noch einen WM-Punkt für sein Team.

Gethin mit 30. Starts in der Formel 1

Gethins Formel 1-Karriere klang mit dem GP Kanada 1973 für B.R.M. und dem GP England 1974 für Lola aus. Insgesamt stand er bei 30 Formel 1-Läufen am Start. Nach seiner aktiven Laufbahn wechselte der Monza-Sieger von 1971 ins Management. 1984 wurde er Teammanager des Formel 1-Rennstalls von Toleman. Später gründete er ein eigenes Formel 3000-Team und veranstaltete Rennfahrer-Lehrgänge. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Gethin in seinem Haus in Goodwood.

In der Fotogalerie blicken wir noch einmal auf Gethins Rekord und weitere Formel 1-Bestmarken.

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