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Peter Sauber exklusiv

Freude größer als in Malaysia

Sergio Perez Peter Sauber GP Kanada 2012 Foto: Sauber 63 Bilder

Peter Sauber erklärt im Interview mit auto motor und sport, warum er sich über den dritten Platz von Montreal mehr freut als über Rang zwei in Malaysia und warum er sich nach 45 Jahren im Motorsport erst noch an die aktuelle Situation gewöhnen muss.

11.06.2012 Tobias Grüner
Zu welchem Zeitpunkt haben Sie in Montreal gemerkt, dass es für Sergio Perez bis aufs Podium gehen kann?

Sauber: Erst spät. Ich bin ja Realist. Erst als man gemerkt hat, dass die Reifen bei Alonso einbrechen. Man weiß ja, dass beide Fahrer fair miteinander umgehen. Checo fuhr ja in einem richtigen Rausch - und das ohne Reifen zu verbrauchen.

War das Gefühl bei Ihnen an der Boxenmauer ähnlich?

Sauber: Nein, da war keine besondere Aufregung. Ich bin da relativ gelassen. Nach 45 Jahren im Motorsport wird man da etwas ausgeglichen. Und das auf beiden Seiten: Die Enttäuschungen sind nicht so groß und die Freude ist auch nicht so überschäumend. Mich hat es vor allem für die vielen Mexikaner gefreut, die hier an der Strecke waren. Die leben ihre Freude noch richtig aus.

Welchen Stellenwert hat dieser Erfolg - auch im Vergleich zum Podium in Malaysia?

Sauber: Sergio freut sich genau wie ich viel mehr über diesen dritten Platz als über den zweiten in Malaysia. Wir hatten hier in Montreal ein reguläres Rennen von A bis Z. Kein Safety-Car. Praktisch keine Ausfälle. Dieser Platz wurde ehrlich erkämpft - und das von Startplatz 15 aus.

Was wäre mit einem besseren Qualifying möglich gewesen?

Sauber: Diese Überlegungen lassen wir lieber. Aber wir haben auf jeden Fall die Erkenntnis gewonnen, dass unser Auto eines der schnellsten im Feld ist. Hier in Montreal war es vermutlich sogar das Schnellste. Auch in Monaco und Barcelona waren wir schon gut. Diese drei Strecken sind von der Charakteristik sowas von unterschiedlich. Und hier hat man auch noch befürchtet, dass die Hitze nicht so gut ist. Und es ist trotzdem gegangen. Es freut mich ganz extrem, dass die Leute zuhause ein Auto gebaut haben, das überall zu den Schnellsten zählt. Das gibt auch den Fahrern ein Selbstvertrauen, das ganz wichtig ist. Es sind junge Fahrer. Wenn die wissen, dass sie gutes Material haben, können die noch ein bisschen was drauflegen.

Wie sehr überrascht es Sie da, dass Sergio Perez als heißblütiger Südamerikaner so eine kontrollierte und reife Leistung abliefert, bei der er auch im Verkehr die Reifen schont und auf einer für ihn neuen Rennstrecke keine Fehler macht?

Sauber: Wenn er erst einmal in diesem Lauf drin ist, dann geht so etwas. Aber er kann ja auch anders sein.

Muss man auch die Fehler bei so einem jungen Piloten in Kauf nehmen?

Sauber: Bei jungen Fahrern muss man so Einiges akzeptieren. Vom Alter her könnten die meine Enkel sein. Das sind irgendwo noch ein bisschen Kinder.

Waren Sie sich sicher, dass die Einstopp-Strategie aufgeht und die Reifen bis zum Ende halten?

Sauber: Ja. Checo hat ein sehr gutes Verständnis für die Reifen. Wenn er merkt, dass er einen Konkurrenten nicht überholen kann, dann passt er auf die Reifen auf. Er kann aber auch schnell und reifenschonend fahren. Beide unsere Fahrer sind eigentlich das ganze Rennen im Verkehr festgehangen. Vor allem Kimi (Räikkönen). Dann Rosberg. Und am Ende bei Kamui auch noch Di Resta. Da verlierst du jede Runde eine halbe Sekunde.

Jetzt haben wir in sieben Rennen sieben verschieden Sieger. Der Druck liegt nun auf Ihnen, oder nicht?

Sauber: Damit kann ich umgehen. Man muss sich aber erst dran gewöhnen, dass man so ein schnelles Auto hat. Dieser Prozess, der reift gerade bei mir. Das ist ein sehr angenehmes Gefühl als Teamchef.

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