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Piquet

Es kann nur besser werden

Foto: Wolfgang Wilhelm 70 Bilder

Nelson Piquet junior hat sich sein GP Debüt sicher anders vorgestellt. Vorletzter im Training, Ausfall im Rennen, nachdem er 30 Runden lang dem Feld mit mäßigen Rundenzeiten hinterhergefahren ist.

18.03.2008 Michael Schmidt

Den Grund für die langsame Fahrt fanden die Ingenieure eine Stunde nach der Zielflagge, als der Renault R28 zurück in die Garage gebracht worden ist. Die Heckverkleidung war schwer beschädigt. "Mir ist beim Start Fisichella über das Auto geflogen. Ich spürte nur einen Schlag von hinten, konnte nicht mal sehen, wer es war", berichtete Piquet. Ein Raketenstart hatte ihn von Platz 21 auf 12 nach vorne torpediert, doch sobald das Rennen nach drei Runden Safety-Car wieder freigegeben wurde, sackte der Brasilianer immer weiter ab.

Alle Probleme einer Saison auf einmal

"Das Auto war unfahrbar. Hinten fehlte der Abtrieb. Beim Bremsen und Einlenken brach jedes Mal das Heck aus. Ich wollte keine Dummheiten machen und das Auto auf der Straße halten. Leider hat das auch nicht geklappt. Beim Beschleunigen aus einer Schikane raus, fehlte plötzlich der Vortrieb." Teamchef Flavio Briatore nahm den 22-Jährigen in Schutz: "Nelsinho hatte alle Probleme einer ganzen Saison auf einmal. Bei ihm ging alles schief. Er darf sich jetzt nicht verrückt machen lassen und muss sich auf Malaysia konzentrieren. Da kann es nur besser werden."

Piquet haderte mit dem Timing und der Technik. Er schied in der Qualifikation frühzeitig aus, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort war. In der entscheidenden Runde ging er vom Gas, als Adrian Sutils Force India quer vor ihm auf der Strecke stand. "An der Stelle lag ich schon sieben Zehntel unter meiner bisher schnellsten Runde. Es hätte locker zum Weiterkommen gereicht", fluchte der Brasilianer. Der andere Debütant Sebastien Bourdais blieb aus dem gleichen Grund in der erste Quali-Runde hängen. "Wieso bremst Piquet so stark ab?", ärgerte sich Bourdais. "Das hat mir die Runde versaut." Piquet belehrte ihn: "Da waren gelbe Flaggen. Ich wollte keine Strafe kassieren."

Wenig Zeit zum Üben

Der Kurs im Albert Park sieht so simpel aus, und ist doch so schwer lernen. "Nach Suzuka ist Melbourne für Neulinge die schwierigste Strecke", behauptet Chefingenieur Pat Symonds. Vor allem die letzten drei Kurven haben es in sich. Wer dort mit Untersteuern kämpft, kann leicht eine halbe Sekunde liegen lassen. Umso kontraproduktiver waren für Piquet zwei Ausrutscher, ein Getriebedefekt und eine Bremsbalance, die sich weigerte, mehr als 50 Prozent der Kraft nach vorne zu verstellen. Statt Streckenpraxis zu sammeln, schaute Piquet insgesamt 80 Minuten lang zu. Von allen Neulingen spulte er die wenigsten Kilometer vor der Qualifikation ab. Nur 48 Runden gegen 60 für Bourdais, 59 für Glock und 51 für Nakajima.

Die deftige Niederlage gegen Fernando Alonso, gleich im ersten Rennen, war vorgezeichnet. "Jetzt muss er das aus dem Kopf kriegen, sonst geht es ihm so wie Kovalainen im letzten Jahr", erzählt Symonds. "Der hat ein halbes Jahr gebraucht, um sich psychologisch von dem Melbourne-Schock zu erholen." Das wird nicht einfach werden, denn im Fahrerlager wurde schon spekuliert, ob Piquet mit der Formel 1 überfordert sei.

Toro Rosso-Teamchef Franz Tost widerspricht. Er kennt sich aus mit jungen Fahrern. "Piquet fehlen die Kilometer. Er hat im Vergleich zu unserem Sebastian Vettel denkbar ungünstige Voraussetzungen: Den Druck eines Werksteams. Einen Doppel-Weltmeister als Teamkollegen. Ein schwierig zu fahrendes Auto. Keine Zeit, in Ruhe zu lernen. Deshalb sitzt Vettel bei Toro Rosso im perfekten Team. Hier kann er sich in Ruhe weiterentwickeln. Für Piquet wird es ein ganz hartes Jahr."

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