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Pirelli 2012

Reifen werden weicher und schneller

Pirelli-Reifen - GP Singapur - 23. September 2011 Foto: xpb 67 Bilder

Die Formel 1-Reifen für 2012 sollen tendenziell weicher werden. Pirelli-Sportchef Paul Hembery will den Strategen endlich mal wieder ein paar harte Nüsse zu knacken geben. Die aktuellen Mischungen kennen die Fahrer und Ingenieure bereits zu gut.

12.11.2011 Tobias Grüner

Pirelli war zu Beginn der Saison das große Thema. Die großen Zeitunterschiede der einzelnen Mischungen sorgten für viele Boxenstopps, viele Überholmanöver und viel Spannung. In den letzten Rennen ist die Reifen-Action aber deutlich weniger geworden. Die Teams haben gelernt, mit den Pirelli-Slicks umzugehen.

Neue Herausforderungen für Fahrer und Ingenieure

"Wir sehen, dass sich die Anzahl der Boxenstopps immer weiter reduziert", beobachtet auch Pirelli-Sportchef Paul Hembery. "Die Fahrer behandeln die Reifen besser, die Ingenieure finden bessere Setups, alle lernen immer mehr über die Reifen dazu. Wir müssen versuchen, Ihnen nächste Saison ein paar härtere Nüsse zum knacken zu geben."

Die neuen Mischungen für 2012 sind schon entwickelt. Beim Young Driver Test im Anschluss an das Grand Prix-Wochenende in Abu Dhabi bekommen die Teams einen ersten Eindruck, was sie erwartet. Im Freien Training von Sao Paulo gibt es auch für die Stammfahrer einen kleinen Vorgeschmack, wenn sie erstmals die neue Mischung "hard" aufschnallen dürfen.

Reifen-Mischungen rücken näher zusammen

Hembery verrät, dass Pirelli mit den Mischungen eine Stufe nach unten geht. Der neue harte Reifen ist fast so weich wie der aktuelle "medium". Dafür soll er in Sachen Rundenzeit sogar schneller sein. In Abu Dhabi testete man einen Versuchsreifen, der als "soft" gekennzeichnet war. Die Mischung, die etwas weniger Verschleiß und Blasenanfälligkeit zeigen sollte, war nur 0,2 Sekunden langsamer als die aktuelle Soft-Variante.

"So ähnlich könnte nächstes Jahr der Medium-Reifen werden", erklärt Hembery. "Das heißt, wir brauchen eine noch weichere Soft-Mischung, die zwischen dem neuen Medium und dem Supersoft liegt." Die Lücken zwischen den einzelnen Reifensorten werden somit kleiner. Pirelli peilt einen Abstand von 1,2 Sekunden pro Runde an.

Gerne hätte Hembery auch noch den Supersoft-Reifen einen Tick weicher gemacht. Der Reifenexperte will aber zunächst abwarten, wie die Teams mit den neuen Mischungen zurechtkommen. Neben den Slicks werden übrigens auch neue Regenreifen entwickelt, die sich sowohl in der Struktur als auch im Profil von den aktuellen "Wets" unterscheiden.

Pirelli will nachbessern wenn nötig

Pirelli lässt sich zudem die Möglichkeit offen, während der Saison 2012 noch einmal die Mischungen zu verändern. "Wir werden uns das zu Saisonbeginn noch einmal anschauen", erklärt Hembery. "Die Wintertests sind nicht ideal. Es ist einfach zu kalt." Eigene Reifentests sind bislang noch nicht angesetzt. Dazu fehlt Pirelli auch das notwendige Auto.

"Der alte Toyota steht schon im Museum", grinst Hembery. "Der hilft uns nicht mehr weiter. Wir haben die Teams nach einer Lösung gefragt, aber momentan zeichnet sich noch nichts ab. Ohne eigene Tests kommen wir aber nicht voran. Die Autos entwickeln sich ständig weiter und wir müssen da irgendwie schritthalten." Neben der Simulator-Arbeit seien nur drei Tagessessions notwendig", so Hembery. Nun will man zusammen mit den Teams eine Lösung finden.

Neue Markierungen der Mischungen?

Neben der Zusammensetzung der Reifen denkt Pirelli auch über eine neue Kennzeichnung der verschiedenen Mischungen nach. Die Mischungen sollen weiterhin farblich getrennt werden. Die Unterschiede sollen im TV-Bild besser zu erkennen sein. "Man glaubt gar nicht, wie viele Diskussionen wir hinter den Kulissen über die Markierungen führen", grinst Hembery. "Wir sind mittlerweile Experten, wenn es darum geht, Farbe auf Reifen anzubringen."

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