Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Pirelli enttäuscht über Fahrer-Reaktion

Nicht alle Piloten am Boykott beteiligt

Felipe Massa - Reifenschaden GP England 2013 Foto: xpb 25 Bilder

Zuerst ließen sich die Fahrer von Pirelli-Ingenieuren über die Ursachen der Reifenschäden von Silverstone und die Gegenmaßnahmen informieren. Dann erklärten die in der GPDA organisierten Piloten, dass sie bei weiteren Reifenplatzern nicht am Grand Prix teilnehmen würden. Pirelli reagierte verschnupft.

05.07.2013 Michael Schmidt

Pirelli hatte am Donnerstag um 18.30 Uhr am Nürburgring eine Informationsrunde angesetzt. Die Reifeningenieure erklärten den Piloten, warum die Reifen in Silverstone geplatzt sind und warum das in Zukunft nicht mehr passieren wird.

Trotzdem verschickten die in der GPDA organsierten Piloten 75 Minuten später eine Erklärung, in der sie mit einem Boykott des GP Deutschland drohten, sollten ím Training erneut Reifenplatzer auftreten. War die Präsentation von Pirelli nicht schlüssig genug?

Sebastian Vettel schüttelt den Kopf: "Es hat alles Sinn gemacht, was uns erzählt wurde. Wir sagen ja auch, dass wir in die Gegenmaßnahmen von Pirelli Vertrauen haben. Trotzdem wollten wir unseren Standpunkt klarmachen für den Fall, dass die Reifen nicht sicher sind."

Nico Hülkenberg ergänzte: "Wir haben es für die Fans gemacht. Es hätte schlecht ausgesehen, wenn wir erst nach dem Ernstfall mit dieser Erklärung um die Ecke gekommen wären. Jetzt wissen alle, woran sie sind." Der Sauber-Pilot schloss sich Vettel an: "Ich glaube auch, dass Pirellis Maßnahmen ausreichen. Es sollte nicht mehr passieren."

Räikkönen, Sutil und Bottas nehmen nicht an Fahrer-Revolte teil

Nicht alle Fahrer haben an der Revolte teilgenommen. Kimi Räikkönen, Adrian Sutil und Valtteri Bottas sind nicht in der GPDA organisiert. Sie haben auch kein derartiges Papier unterschrieben und würden im Ernstfall fahren. Da muss man nur darauf warten, wann der erste aus der Protestfront umfällt.

Pirelli reagierte verschnupft auf die Drohung der Fahrer. Sportchef Paul Hembery schüttelte den Kopf: "Ich finde es komisch, dass die Piloten dieses Statement abgeben, kurz nachdem wir ihnen alles erklärt hatten. Wo ist da der Sinn? Wenn wir feststellen müssten, dass die Reifen unsicher wären, würden wir am Nürburgring nicht antreten."

Dann verteilt Hembery noch eine kleine Spitze an Vettel: "Ich habe das Gefühl, dass die Initiative von einigen wenigen Fahrern ausgeht. Wir kehren ab dem GP Ungarn zu den 2012er Reifen zurück. Das haben Red Bull und Vettel doch die ganze Zeit gefordert. Was wollen sie noch?"

Pirelli will neue Testregeln

Paul Hembery ist weiter enttäuscht, dass die Teams Pirelli weiterhin ihre Mithilfe bei der Entwicklung der 2014er Reifen verweigern. "Wir haben immer noch kein vernünftiges Testregelement. Die nächsten beiden Testfahrten in Paul Ricard und Barcelona müssen wir mit unserem Uralt-Renault durchführen, weil die Teams kein Interesse zeigen. Wir wollten nach Saisonende ein 2013er Auto zum Testen. Keiner will uns so ein Auto geben. Wir haben immer noch keine verbindlichen Daten über die Motorleistung und die Abstriebswerte für 2014. Anfang September wollen die Teams eine Reifenspezifikation für nächstes Jahr. Wie soll das gehen? Wir sitzen vor einem weißen Blatt Papier."

Pirelli will FIA-Präsident Jean Todt darauf drängen, eine Reifen-Arbeitsgruppe einzuführen. "Wir hoffen, dass wir beim Young Drivers Test in Silverstone unsere erste Sitzung haben werden und dabei einen klaren Plan aufstellen, wie wir in Zukunft Reifen testen können." In Silverstone bekommt jedes Team je fünf Satz der Ungarn-Reifen in den Mischungen Medium und Hart. Dort können die 2012er Konstruktionen mit den 2013er Mischungen dann zeigen, ob sie die Belastungen auf der härtesten GP-Strecke im Kalender aushalten.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden