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Pirelli erklärt Reifenplatzer

Das sagen die Fahrer zur Pirelli-Analyse

FIA-PK - GP Italien - Monza - Donnerstag - 3.9.2015 Foto: xpb 21 Bilder

Pirelli hat in Monza nach ausführlichen Analysen Erklärungen zu den Reifenplatzern von Nico Rosberg und Sebastian Vettel abgegeben. Wir haben die Stimmen der Fahrer gesammelt.

03.09.2015 Andreas Haupt

Nach dem GP Belgien war die Formel 1-Welt zwiegespalten. Die einen nahmen Pirelli für die Reifenplatzer an den Autos von Nico Rosberg und Sebastian Vettel in Schutz. Die anderen kritisierten den Reifenlieferanten für seine geplatzten Gummis scharf.

Beim GP Italien hat Pirelli am Donnerstag (3.9.2015) die Ergebnisse seiner Analysen offengelegt. Die Ursache für die Reifenplatzer sind laut des Herstellers eine Kombination aus vielen kleinen Trümmerteilen auf der Strecke und dafür anfälligen abgefahrenen Reifen gewesen. Insgesamt habe man durch die Untersuchungen 63 Schnitte in verschiedenen schwarzen Walzen festgestellt, so Pirelli. Davor seien es durchschnittlich 1,2 pro Rennwochenende gewesen.

Pirelli sieht kein strukturelles Problem

Ein strukturelles Problem weist Pirelli von der Hand. Um eine Wiederholung der Spa-Geschehnisse zu vermeiden, will man mit der FIA an einer Lösung arbeiten, die Strecken besser zu säubern. Für den GP Italien schreibt Pirelli höhere Reifendrücke und niedrigere Sturzwerte vor, um die Last auf den Flanken zu reduzieren.

Die Fahrer sind sich einig: Die Sicherheit muss oberste Priorität haben. Doch nicht alle sind mit den Erklärungen und Maßnahmen von Pirelli zufrieden. Wir haben uns auf Stimmenfang begeben.

Sebastian Vettel (Ferrari): "Da ich von einem Reifenschaden betroffen war, hatte ich genaue Einblicke in das, was nach dem Rennen passiert ist. Pirelli hat eine professionelle, detaillierte und klare Analyse durchgeführt. Sie haben die Sache sehr ernst genommen, uns unterstützt und waren uns offen gegenüber. Unser Ziel ist es natürlich die Sicherheit zu verbessern.

Es ist nicht akzeptabel, aus dem Nichts heraus bei diesen Geschwindigkeiten einen Reifenplatzer zu haben. Die kurzfristigen Lösungen sind die eine Sache. Auf lange Sicht müssen wir aber ganz genau verstehen, was passiert ist. Ich denke, es ist klar, dass jeder sein bestes gibt. Wir hatten vor ein paar Jahren mal eine nicht akzeptable Situation. Die unmittelbaren Änderungen haben damals dazu geführt, dass wir keine Probleme mehr hatten. Man sieht also, dass ein professioneller Ansatz die gewünschten Resultate bringt."

Nico Rosberg (Mercedes): "Wenn ein Reifen explodiert, kann man nicht mehr zu 100 Prozent herausfinden, was genau passiert ist. So ist es zumindest in meinem Fall. Es kann nicht genau gesagt werden, ob ein Fremdkörper für den Platzer gesorgt hat. Ich bin mit den Lösungen für Monza zufrieden. Ob die Reifen zu 100 Prozent bombenfest sind, weiß ich nicht. Wir fahren die Reifen schon ein paar Jahre. Die historischen Referenzwerte geben uns am meisten Sicherheit. Wir sind nicht mehr in Spa. In Eau Rouge waren die Kräfte außergewöhnlich hoch. So hoch wie nie zuvor in dieser Saison."

Romain Grosjean (Lotus): "Keiner ist glücklich mit der Erklärung von Pirelli. Seb ist immer auf Strecke geblieben. Kerbs muss ein Auto aushalten können."

Felipe Massa (Williams): "Wir wollen, dass so ein Problem nie wieder auftritt. Wir wollen zu 100 Prozent verstehen, warum es passiert ist, und was auch immer nötig ist verändern, damit wir die sichersten Reifen haben. Trümmerteile gibt es bei jedem Rennen. Mal mehr, mal weniger. Sicher müssen die Reifen stark genug sein, das auszuhalten. Wir hatten Schlitze in den Reifen während des Wochenendes."

Jenson Button (McLaren): "Auf jeder Strecke kannst du dir die Reifen aufschlitzen. Also könnte es wieder passieren. Pirelli war immer stark danach hinterher, Sicherheit zu gewährleisten. Es ist ihr Recht, extreme Vorschriften zu machen. Aber auf der anderen Seite sind sie ziemlich furchterregend, weil wir so noch nie gefahren sind. Und als Rennfahrer mag niemand von uns Limits. Wir wollen machen, was wir wollen, um so schnell wie möglich zu sein."

Fernando Alonso (McLaren): "Pirelli hat die Expertise über sein Produkt. Ich bin zuversichtlich. Aus Sicherheitsgründen hat Pirelli die richtige Entscheidung getroffen. Auf der anderen Seite ist es seltsam, limitierende Vorschriften zu erhalten. Wir versuchen immer mit neuen Aeroteilen oder sonstigen Entwicklungen jede Millisekunde herauszuholen, und dann musst du plötzlich mit den Reifen in ein neues Arbeitsfenster. Aber die Sicherheit hat eben Priorität."

Lewis Hamilton (Mercedes): "In Eau Rouge wirken große Kräfte auf die Reifen. In Monza gibt es solche Kurven und Abschnitte nicht. Ich denke, dass wir mit den Reifendrücken nicht in die richtige Richtung gehen. Wir bewegen uns aus dem richtigen Arbeitsfenster. Der Verschleiß wird höher sein und der Grip weniger. Das könnte ein ziemliches Desaster werden."

Daniel Ricciardo (Red Bull): "Wir hatten in Spa Blasenbildung auf den Reifen. Das ist dort aber eher üblich. Ich denke, was Pirelli öffentlich gemacht hat, ist das meiste, was sie nach momentanem Stand können. Sie haben uns ein paar Antworten gegeben. Es ist schwer zu sagen, was in der Zukunft passieren wird."

Carlos Sainz (Toro Rosso): "Ich hoffe, sie haben ihre Arbeit richtig gemacht. Ich bin aber überzeugt davon, weil sie die ersten sind, die uns Fahrer keinem Risiko aussetzen wollen. Ich bin auch überzeugt, dass es nicht noch einmal passieren wird und wir in Monza sicher Rennen fahren können. Falls es doch wieder passieren sollte, brauchen wir weitere Untersuchungen."

Marcus Ericsson (Sauber): "Wir bei Sauber hatten in Spa ein paar aufgeschlitzte Reifen. Uns wurde erklärt, dass das von Trümmerteilen auf der Strecke kam."

Nico Hülkenberg (Force India): "Natürlich war es nicht toll, was in Spa passiert ist. Aber wir haben Vertrauen in Pirelli. Ich denke, dass die eingeführten Maßnahmen für Monza für mehr Sicherheit sorgen. Ohnehin kann Pirelli seine Reifen nicht über Nacht ändern, oder innerhalb von zwei Wochen. Das würde allein schon wegen den Vorlaufzeiten bei der Produktion nicht gehen. Ich glaube nicht, dass sich das Auto durch die höheren Reifendrücke komplett anders anfühlt."

Valtteri Bottas (Williams): "Wir haben in dieser Saison nicht so viele Reifenplatzer gesehen. Ich hoffe, dass es eine einmalige Geschichte bleibt. Ich persönlich habe keine Sorgen. Mit den neuen Vorschriften sollte es ok sein."

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