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Pirelli erwartet 2 Stopps in China

Weicher Reifen 1,7 Sekunden schneller

Pirelli-Reifen - Formel 1 - GP China - Shanghai - 10. April 2015 Foto: xpb 97 Bilder

In China könnten die Reifen wieder eine entscheidende Rolle spielen. Wie schon in Malaysia kommt es auf eine schonende Behandlung der sensiblen Gummis an. Das Problem: Die weichen Reifen sind zwar deutlich schneller, aber auch deutlich empfindlicher.

10.04.2015 Tobias Grüner

Beim Saisonauftakt in Australien erlebten die Fans ein langweiliges Ein-Stopp-Rennen. In Malaysia gab es dann genau das Gegenteil: Heiße Temperaturen führten zu einer wahren Reifenschlacht. Während Mercedes 3 Mal an die Box musste, kam Ferrari mit nur 2 Stopps über die Runden und wurde mit dem Sieg belohnt.

Ganz so extrem wird es in China wohl nicht aussehen. Allerdings könnten auch hier die Reifen das Zünglein an der Waage spielen. Nach der Analyse der Daten aus dem Training kommt Pirelli-Sportchef Paul Hembery zu einer überraschenden Erkenntnis: "Die weichen Reifen sind 1,7 Sekunden schneller pro Runde als die Mediums. Das ist etwas mehr als wir erwartet haben."

Weicher Reifen ist der Schlüssel zum Erfolg

Einen ähnlichen Abstand zwischen den Mischungen hatte man schon in Melbourne gesehen. Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied in Shanghai. Die Gummis halten auf der kurvigen Strecke längst nicht so lange wie auf dem Stop & Go-Kurs im Albert Park. "Wir rechnen damit, dass alle Autos 2 Mal an die Boxen kommen müssen", so Hembery.

Das klingt erst einmal nicht besonders spannend. Doch der Eindruck täuscht: "Weil der Unterschied zwischen den beiden Mischungen so groß ausfällt, wollen die Teams natürlich so wenig Zeit wie möglich auf der härteren Mischung verbringen. Es kommt also darauf an, die weichen Reifen lange am Leben zu halten." Laut Hembery halten die gelbmarkierten Gummis je nach Auto 15 - 20 Runden.

Die Reifenbehandlung könnten somit für Ferrari wieder zu einer Trumpfkarte werden. Das rote Auto geht pfleglicher mit den Pirellis um, was auch vom Gummi-Hersteller bestätigt wird: "James Allison hat wieder ein gutes Auto gebaut, das eine optimale Reifenbalance besitzt. Das heißt, dass sich Über- und Untersteuern die Waage halten und die Reifen dabei immer in einem guten Temperaturfenster bleiben."

Shanghai-Strecke fordert Reifen ungewöhnlich

Zu früh sollten Ferrari-Fans allerdings auch nicht jubeln. Bisher war Mercedes vor allem durch einen überdurchschnittlichen Verschleiß auf der Hinterachse aufgefallen. In Shanghai werden allerdings die vorderen Gummis mehr gefordert. Nach dem Training schien es im Mercedes-Lager keine großen Sorgen zu geben.

Eine weitere Besonderheit der chinesischen Strecke: Auf der längsten Gerade im F1-Kalender kühlt die Oberfläche der Reifen jede Runde wieder ab - und das direkt vor dem heftigsten Bremspunkt der Runde. Auch das dürfte Mercedes in die Karten spielen.

Für einen Überraschungsmoment könnten höchstens die Temperaturen im Qualifying sorgen. Erst um 15 Uhr Ortszeit beginnt der Kampf um die besten Startplätze. "Ich erinnere mich, dass die Temperaturen hier vor ein paar Jahren im letzten Abschnitt des Qualifyings mal um 15 Grad in 20 Minuten gefallen sind. Damit hat sich auch das Reifenverhalten dramatisch verändert", so Hembery. Die Hoffnung aufgeben müssen Ferrari-Fans also noch nicht.

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