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Pirelli F1-Reifen für 2012

Mehr Farbe für neue Formel 1-Saison

Pirelli Reifen 2012 - wet & intermediate Foto: Pirelli 29 Bilder

Pirelli hat sein Programm für die neue Formel 1-Saison vorgestellt. Die vier Trockenreifen rücken in ihren Gummimischungen näher zusammen, und sie sollen für den TV-Zuschauer einfacher auseinander zu halten sein.

25.01.2012 Michael Schmidt

Pirelli ist bis nach Abu Dhabi gereist, um seine neuen Formel 1-Reifen vorzustellen. Sie sind immer noch rund und schwarz. Nur mit etwas mehr Farbe auf den Flanken. Der Schriftzug ist größer, das Farbband breiter, die Farben greller. Die Farblehre bleibt im Prinzip gleich. Rot für Supersoft, gelb für soft, weiß für medium, silber für hart, grün für Intermediates und blau für Regen.

Um weiß und silber besser auseinanderhalten zu können, wurde das silber abgeschwächt. "Wenn das Auto fährt", erklärte Sportchef Paul Hembery, "dann erscheint der harte Reifen an den Flanken als schwarz und hebt sich ganz klar vom weißen medium-Reifen ab." Viel wichtiger ist, was sich hinter den sechs Reifentypen versteckt."Bernie Ecclestone und McLaren-Chef Martin Whitmarsh haben uns eindringlich gebeten: Helft uns, die Rennen spannend zu machen. Wir versuchen diesem Wunsch nachzukommen", beschreibt Pirelli-Präsident Marco Tronchetti Provera das Entwicklungsprogramm seiner Formel 1-Abteilung über den Winter.

Pirelli-Reifen bekommen neue Form

Zunächst einmal werden die Reifen an den Flanken eckiger. Das vergrößert die Auflagefläche und reduziert den Verschleiß, weil sich die Belastungen für den Gummi besser auf einer größeren Fläche verteilen. Pirelli reagierte damit auch auf die vermutlich reduzierten Abtriebswerte der 2012er Autos. Das Verbot des angeblasenen Diffusors lässt vor allem auf der Hinterachse weniger Anpressdruck erwarten. Deshalb wurde die Karkasse des Hinterreifens dahingehend modifiziert, dass er mehr Grip liefert als im Vorjahr. Außerdem soll die Gefahr von Blasenbildung reduziert werden.

Die Gummimischungen werden generell weicher. Und sie rücken näher zusammen. "Der Unterschied zwischen den beiden Mischungen im Angebot soll nur noch acht Zehntelsekunden betragen", erklärt Hembery. "Im letzten Jahr waren das bis zu 1,5 Sekunden." Das hat die Rennen vorhersehbar gemacht. Die Teams haben versucht, den besseren der beiden Reifen so lange wie möglich im Rennen einzusetzen und haben sich den schlechteren für das Ende des Rennens aufgehoben.

Weichere Reifen für mehr Spannung

Pirelli musste sich im Vorjahr zunächst Kritik anhören, dass die Reifen zu schnell kaputtgehen. Das schlug in der zweiten Saisonhälfte in Stimmen um, die meinten, der Reifen halte zu lange und biete immer weniger Überraschungsmomente. "Das lag hauptsächlich daran, dass die Fahrer und die Teams die Reifen immer besser verstanden haben. Deshalb haben sich die Strategien auch immer häufiger angeglichen", blickt Hembery zurück.

Der Reifenpapst übt auch ein bisschen Selbstkritik: "Wir haben zu oft die Reifenversion soft eingesetzt. Die Teams haben sich darauf eingestellt. Das wird 2012 nicht mehr passieren. Wir werden öfter auch die anderen Reifentypen zum Einsatz bringen." Nur der supersoft behält seine Grip-Charakteristik. Die drei anderen Mischungen soft, medium und hart nähern sich dem weichsten Vertreter in der Pirelli-Familie an.

Der Supersoft-Reifen soll 2012 hauptsächlich auf Straßenkurs und Rennstrecken mit glattem Asphalt eingesetzt werden. Die Marke soft ist für Rennstrecken gedacht, auf denen der Verschleiß traditionell gering ist. Er wird mehr Grip als im Vorjahr bieten, aber diesen Grip auch schneller abbauen. Er soll auch weniger zur Blasenbildung neigen als sein Vorgänger.

Härtere Gummis sollen öfter eingesetzt werden

Der Medium-Reifen ist ein Alleskönner. Einer, der auf glattem wie rauen Streckenbelag eingesetzt werden kann. Er ist für Rennen gedacht, bei denen mit hohen Außentemperaturen gerechnet wird. Die Fahrer kennen diesem Reifen bereits. Er wurde im Freitagstraining zum GP Deutschland auf dem Nürburgring getestet.

Der harte Reifen fristete 2011 ein Mauerblümchendasein. Er wurde nur selten eingesetzt, weil er sich als zu hart erwies. Kaum Grip, aber gut für eine Renndistanz. Das wird sich ändern. Er ist jetzt auf dem Stand des Medium-Reifens vom Vorjahr. Die Gummimixtur ist weicher und ideal für Rennstrecken mit vielen lang gezogenen, schnellen Kurven. Zum Beispiel Sepang und Barcelona.

Auch bei den beiden Reigenreifen hat Pirelli reagiert. Der Intermediate soll wie in seiner ersten Saison 20 Liter Wasser pro Sekunde verdrängen. Für den Fall von Dauerregen oder Wolkenbrüchen wurde der Regenreifen fitgemacht. Das Profil der Hinterreifen wurde völlig neu entwickelt. Er kann jetzt knapp über 60 Liter Wasser pro Sekunde bei 300 km/h verdrängen. Sechs Mal mehr als jeder Straßenreifen.

Neuer Testwagen für Pirelli

Die Frage, auf welchem Auto Pirelli künftige Reifenentwicklungen testen wird, ist noch nicht geklärt. Der 2009er Toyota hat ausgedient. "Wir werden uns Ende Februar mit den Teams zusammensetzen und darüber diskutieren", verspricht Hembery.

Für hochgezogene Augenbrauen sorgte die Präsenz von Vitaly Petrov in Abu Dhabi. Wird er der neue Pirelli-Testfahrer? Darauf wollten sich weder Petrov noch Pirelli festlegen. Im Fahrerlager erzählt man sich eine andere Geschichte. Angeblich ist der Vertrag von Petrov bei Caterham als Ersatz von Jarno Trulli bereits beschlossene Sache. Rubens Barrichello jedenfalls scheint die Hoffnung bereits aufgegeben zu haben. Er urlaubt mit der Familie in Florida.

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