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Pirelli in der Zwickmühle

Spricht die FIA ein Machtwort?

Formel 1 GP Monaco 2013 Pirelli Reifen Foto: xpb 26 Bilder

Die Teams warten weiter auf einen Brief aus Mailand. Noch wissen sie nicht, wie die Reifen beim nächsten Grand Prix aussehen werden. Force India stellt sich weiter gegen jeden Eingriff, der die Charakteristik des Reifens verändert. Damit kann nur noch die FIA den gordischen Knoten auflösen. Indem man eine Änderung aus Sicherheitsgründen akzeptiert.

25.05.2013 Michael Schmidt

Pirelli sitzt zwischen allen Stühlen. Force India blockiert die geplanten Änderungen an der Außenschulter der Hinterreifen mit seinem Veto. Die Ingenieure des britischen Rennstalls haben Angst, dass der Umstieg von einem Stahlring auf einen Kevlarring in der Außenschulter die Fahreigenschaften so verändert, dass man sich Nachteile gegenüber den Teams einhandelt, die bis jetzt mit den Reifen nicht zurecht kommen. Weil aber Pirelli nicht weiter das Ablösen der Lauffläche in Kauf nehmen will, muss etwas passieren.

Reifenchef Paul Hembery beruhigt alle Teams, dass der Eingriff minimal sei und nur die laterale Steifigkeit des Reifens etwas reduziere. Es gehe allein darum, das Ablösen der Lauffläche zu verhindern, und Prüfstandsversuche hätten gezeigt, dass man das mit einem Kevlarrring und mehr Klebstoff bei der Anbindung des Reifengürtels erfolgreich hinbekomme.

Zwei Lösungen sind möglich

Force India behauptet, das ginge auch anders. Man könne auch mit einem Stahlring das Klebemittel so erhöhen, dass die Lauffläche an Ort und Stelle hält. Force India hat einen ehemaligen Bridgestone-Ingenieur in den Reihen, der dieses Problem aus eigener Erfahrung kennt. Das Team aus Silverstone schlägt deshalb vor, entweder diesen Weg zu gehen oder die Pirelli-Lösung am Freitag in Montreal zu testen. Sollte sich dann das Fahrverhalten für die Autos nicht dramatisch ändern, könne man Pirellis Vorschlag auch zustimmen. Doch dieser Weg kostet Zeit, die Pirelli nicht hat. Der italienische Reifenhersteller will, dass dieses leidige Thema endlich vom Tisch kommt.

Spricht die FIA ein Machtwort?

Der Ball liegt jetzt bei der FIA. Wenn Force India auf seinem Veto beharrt, kann nur der FIA-Rennleiter ein Machtwort sprechen. Dann müsste er aber den augenblicklichen Reifen für unsicher erklären, was für Pirelli nicht wünschenswert wäre. Dort spricht man lediglich von einer Schönheitskorrektur. "Die Reifen sind sicher. Es sieht nur blöd aus, wenn sich die Lauffläche ablöst."

Skeptiker wittern schon einen politischen Winkelzug des Weltverbandes. Ist er daran interessiert, dass keine Lösung gefunden wird, um Pirelli zu vergraulen? Man erinnert sich, dass FIA-Präsident vor drei Jahren lieber Michelin als Reifenpartner der Formel 1 gesehen hätte. Doch mit Michelin gibt es ein Problem. Die würden nie Reifen bauen, die nach 20 Runden in die Knie gehen, um die Show zu verbessern. Bernie Ecclestone aber pocht auf Unterhaltung: "Früher waren wir froh um jedes Regenrennen. Jetzt haben wir 19 Regenrennen im Jahr."

Pirelli-Reifen ein Sicherheitsproblem oder nicht?

Bei Red Bull und Mercedes argumentiert man, dass herumfliegende Reifenfetzen die Sicherheit hinterfahrender Piloten gefährden könnten."Bei Hamilton hat es die Hinterradaufhängung zerschlagen. Du willst nicht, dass dir das bei 300 km/h passiert", wirft Ross Brawn ein.

Force India-Sportdirektor Otmar Szafnauer entgegnet: "Da war Hamilton selbst schuld, weil er unbedingt mit dem kaputten Reifen an die Boxen zurückfahren wollte. Di Resta hat in Barcelona das Auto einfach abgestellt. Er hat uns berichtet, dass sich das Problem angekündigt hat. Es kam also nicht überraschend. Wenn du einen klassischen Reifenplatzer hast, fliegen nicht nur Reifenfetzen, sondern auch noch Teile der Karkasse durch die Gegend. Und der Reifen verliert sofort Luft."

Teamchefs mahnen zur Besonnenheit

Pirelli steht bei diesen Diskussionen immer im Regen. In Monte Carlo ließen die Italiener erstmals durchblicken, dass eine Fortsetzung des Formel 1-Engagements nicht in Stein gemeißelt ist. Einige Teamchefs, darunter von Mercedes und Ferrari, haben den Ernst der Lage erkannt und mahnen zur Besonnenheit. Man müsse jetzt schnell eine Lösung finden und Pirelli bei der Lösung des Problems unterstützen. Wenn Pirelli aussteigt, ist keinem geholfen. Dann gibt es auch keinen Ersatz.

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