Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Pirelli kalt erwischt:

Reifenunterschied größer als erwartet

Fernando Alonso - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - Sakhir - 4. April 2014 Foto: Pirelli 100 Bilder

Bei Pirelli war nach dem Trainingstag von Bahrain Rätselraten angesagt. Die Unterschiede zwischen den beiden Mischungen waren deutlich größer als erwartet. Die Gummis halten bei kühlen Temperaturen länger als gewollt. Zur Spannung im Rennen können sie wohl nicht beitragen.

04.04.2014 Tobias Grüner

Nur einmal konnte Pirelli-Reifenchef Paul Hembery am Freitag lachen. Im ersten Training rückte Fernando Alonso mit zwei unterschiedlichen Reifenmischungen auf der Vorderachse aus. Der Spanier bemerkte den Fauxpas und legte mitten in der Boxengasse eine Vollbremsung hin. Die Mechaniker mussten das kurzzeitig regelwidrige Auto wieder zurück in die Garage schieben.

"Wir hatten vor der Saison bei der FIA nachgefragt, ob man mit unterschiedlichen Mischungen vorne und hinten fahren kann. Wir haben nicht erwartet, dass jemand diese Art von Mischung mit einem Reifen probiert", grinste Hembery. "Ich habe es im Fernseher gesehen und bin fast vom Stuhl gefallen. Da gab es wohl einen kleinen Fehler."

Pirelli von Reifendaten überrascht

Aus Sicht des Reifenherstellers lief am Freitag (4.4.2014) nicht alles nach Plan. Die ersten Daten überraschten die Gummi-Experten. "Früher war Bahrain eines unserer härtesten Rennen. Aber mit der Verschiebung des Rennstarts nach Sonnenuntergang hat sich das komplett geändert. Wir hatten bei den kühleren Temperaturen eigentlich mit Graining wie in Melbourne gerechnet. Das ist aber nur vereinzelt aufgetreten."

Auch das Verhalten der beiden Mischungen "soft" und "medium" sorgte für Erstaunen. "Die Unterschiede zwischen den Mischungen sind sehr groß - zwischen 1,5 und 2,5 Sekunden. Wir hatten eigentlich mit 1,5 Sekunden gerechnet. In Sachen Verschleiß sind die beiden Mischungen sehr ähnlich. Die Abnutzung ist sehr gering. Man könnte mit einem Satz Reifen praktisch durchfahren."
 
Die Folge daraus ist logisch. Da der weiche Reifen deutlich schneller ist aber kaum verschleißt, werden die Teams versuchen, einen Großteil des Rennens darauf zu absolvieren. In Sachen Strategie bedeutet das somit ein Zweistopp-Rennen, bei dem der härtere Gummi erst zum Ende aufgezogen wird. Theoretisch wäre auch ein Einstopp-Renenn möglich. Aber die lange Fahrzeit auf dem langsameren Medium-Reifen würde zu viel Zeit kosten.

Daten zum Teil widersprüchlich

Ganz eindeutig waren die Daten aus dem Training allerdings nicht, wie Hembery erklärt. "Wir müssen noch genau verstehen, wie groß die Unterschiede der beiden Mischungen über einen kompletten Stint mit viel Sprit sind. Da gab es heute widersprüchliche Ergebnisse. Das ist noch nicht ganz klar. Auch zwischen zwei Fahrern desselben Teams haben wir Unterschiede gesehen – nicht zum ersten Mal in diesem Jahr."
 
Hembery gibt zu, dass der Supersoft-Reifen vielleicht für mehr Action gesorgt hätte. "Dann hätte es ein 3-Stopp-Rennen gegeben." Aber in den ersten Rennen der Saison mit den großen Änderungen wollte Pirelli nicht für zusätzliche Verwirrung sorgen. Für das Rennen sieht Hembery einen großen Favoriten, der sich auch durch Strategie nicht stoppen lässt. "Mercedes könnte 4 oder 5 Stopps machen und noch eine Kaffeepause einlegen."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden