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Pirelli macht den Meister

Force India leidet unter Reifenänderung

Paul di Resta - Force India - GP Singapur Foto: xpb 26 Bilder

Der GP Singapur war das vierte Rennen, seit Pirelli zu den alten Reifenkonstruktionen von 2012 zurückgekehrt ist. Inzwischen zeigen sich die Auswirkungen. Red Bull, Mercedes, McLaren und Sauber haben profitiert. Ferrari, Force India und Toro Rosso sind die Opfer.

25.09.2013 Michael Schmidt

Seit dem GP Ungarn fährt die Formel 1 auf Zwitter-Reifen. Die Konstruktion ist von 2012, die Mischungen sind von 2013. Seitdem hat sich viel verändert in der Hackordnung der Formel 1.

Zieht man aus den letzten vier Rennen die Quersumme und nimmt die durchschnittlichen Rundenzeiten als Maßstab, dann ist Red Bull noch überlegener als vorher. Mercedes hat seine Reifenprobleme gelöst. Lotus hielt seinen Platz und Ferrari sackte auf Rang 4 ab. McLaren und Sauber profitierten, Force India und Toro Rosso sehen sich in der Opferrolle.

Pirelli sei Dank: Bye-bye WM-Titel

Fernando Alonso macht den Rückschritt bei Ferrari nicht nur an den schleppenden Erfolgen bei der Aerodynamik fest: "Wir haben ganz klar verloren ab dem Zeitpunkt, an dem die 2012er Pirelli-Reifen zurückgekommen sind. Von da an haben wir uns aus dem WM-Kampf verabschiedet."

Force India und Toro Rosso geht es auf kleinerem Niveau genauso. Force India-Technikchef Andy Green ist sauer: "Ferrari und wir konnten mit den 2013er Reifen extreme Fahrwerksteinstellungen und Luftdrücke fahren, ohne dass die Reifen darunter gelitten hätten. Die anderen konnten es nicht. Red Bull und Mercedes haben wirklich gute Lobbyarbeit geleistet. Das ist ungerecht. Sie hatten die gleiche Chance wie wir, ein Auto für die 2013er Reifen zu bauen. Wenn sie es nicht geschafft haben, ist das ihr Problem. Jetzt wurden sie dafür auch noch belohnt."

Steifere Reifen fordern Aerodynamiker

Für den Laien mag die Änderung klein erscheinen. Für die Ingenieure war sie riesengroß. Die 2012er Pirelli-Reifen federn weniger. Damit kann vorne tiefer und hinten höher gefahren werden. Und durch die geringere Walkarbeit produzieren die Hinterreifen weniger Turbulenzen, die in den Diffusor eindringen könnten. Das hilft zwar allen, aber am meisten denen, die das Auto stark von vorne nach hinten anstellen.

Ferrari und Force India zählen nicht dazu."Das hat uns ein Übersteuern in schnellen Kurven eingebrockt", beschwert sich Green. "Die ganze Aerodynamik im Heck passt nicht mehr, weil es die Reifen weniger verformt. Dadurch ändert sich hinten der Abstand vom Boden zur Straße. Wir haben die Entwicklung am Auto eingestellt und können nur noch mit unterschiedlichen Bodenfreiheiten und Fahrwerkseinstellungen reagieren."

Force India zehrt von seinem Punktevorsprung

Teammanager Andy Stevenson kritisiert: "Wir haben zu wenig aus unserem Vorteil in den ersten Rennen gemacht. Ich hoffe nur, dass uns das nicht noch auf den Kopf fällt." Er kann ruhig schlafen. Der Vorsprung auf Toro Rosso beträgt 31 Punkte. Doch die haben ähnliche Probleme. "Mehr mit der Aerodynamik als mit dem Fahrwerk", lässt Technikchef James Key wissen.

Sauber liegt 43 Zähler zurück. Da müsste schon ein Erdrutsch passieren, um Force India zittern zu lassen. Doch McLaren ist weg. An dem Beispiel zeigt sich, dass Geld Erfolg kauft. McLaren konnte es sich leisten, sein Auto aerodynamisch den neuen Reifen anzupassen. Force India nicht.

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