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Pirelli mit Problemen

"Reifenschäden sehen nicht gut aus"

Pirelli-Reifen - Formel 1 - GP Malaysia - 21. März 2013 Foto: ams 26 Bilder

Der Reifenschaden von Paul di Resta im zweiten Training von Barcelona lässt bei Pirelli die Alarmglocken klingeln. Haben die neuen Gummis einen Konstruktionsfehler? Im Ernstfall schließt Sportchef Hembery Nachbesserungen nicht aus.

10.05.2013 Tobias Grüner

Bei der regelmäßigen Pirelli-Presserunde war am Freitag (10.5.2013) besonders viel los. Ein ungewöhnlicher Reifenschaden am Force India von Paul di Resta weckte das Interesse vieler Journalisten. Nach nur zehn Runden hatte sich die Lauffläche vom Medium-Reifen verabschiedet und zwang den Schotten zum Notstopp.

"Ich habe nur eine Vibration gespürt und bin sofort langsam gefahren", berichtete der Pilot anschließend. Beim Aussteigen traute er seinen Augen kaum. Das komplette Gummi hatte sich von der Karkasse geschält. "Der Reifen hatte sogar noch Luft", schüttelte Di Resta ungläubig mit dem Kopf.

Pirelli-Reifenschaden durch Überhitzung?

Bei Pirelli war man über den Zwischenfall nicht begeistert. "Wenn sich die Lauffläche so ablöst, dann sieht das nicht gut aus", schimpfte Sportchef Paul Hembery. "Im letzten Jahr ist der Reifen einfach komplett auf der Felge kollabiert, wenn es ein Defekt gab. In diesem Jahr löst sich die Lauffläche. So etwas mögen wir gar nicht."

Die Ursache für das Phänomen haben die Reifen-Experten schon ausgemacht. "So etwas haben wir schon in anderen Fällen gesehen, wenn sich die Lauffläche überhitzt." Momentan will Hembery aber noch nicht von einer besonderen Gefahr sprechen. "Von der Anzahl sind die Zwischenfälle im Vergleich zum Vorjahr nicht höher. Sie sehen nur spektakulärer aus."

Sollten sich derartige Reifendefekte in Zukunft aber häufen, könnte Pirelli zum Handeln gezwungen werden. Hembery wollte nicht ausschließen, dass man während der Saison Änderungen vornehmen könnte. "Wir sind allerdings in Sachen Reifentests stark limitiert. Und wenn wir jetzt die Struktur ändern, dann ändert sich auch die Aerodynamik. Das führt zu Vor- und Nachteilen für bestimmte Teams. Das ist kompliziert."

Mindestens drei Stopps im Rennen

Auch ohne den Reifenschaden am Auto von Di Resta wäre der Gummi wieder ein wichtiges Thema geworden. Einige Piloten brachten die Slicks nicht auf Temperatur. Sie kämpften mit Graining. Bei anderen überhitzten die Sohlen. Vor allem die Haltbarkeit des linken Vorderreifens ist begrenzt.

"Vom Reifenverschleiß her sieht es nach einem Dreistopp-Rennen aus. Damit haben wir auch vorher gerechnet", erklärt Hembery. "Ich glaube nicht, dass es jemand mit nur zwei Boxenstopps schafft. Da müsste sich die Strecke schon extrem weiterentwickeln."

Für das Freie Training brachte Pirelli auch noch eine neue Experimental-Mischung. Doch wegen des Regens in der ersten Sitzung wurde der kaum genutzt: "Mit dem Prototyp-Reifen haben wir leider nur vier, fünf Runden zu Beginn der zweiten Sitzung bekommen. Das ist schade. Da hätten wir sicher ein paar interessante Erkenntnisse gewinnen können. Man konnte erkennen, dass der neue Reifen weniger Graining verursacht hat. Das geht also in die richtige Richtung."

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