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Pirelli mit Selbstkritik

Zu wenig Action an der Reifenfront

Kimi Räikkönen - Lotus - Formel 1 - GP USA - Austin - 16. November 2012 Foto: xpb 29 Bilder

In Sachen Taktik steht den Fans ein langweiliges Rennen ins Haus. Die Gummis von Pirelli halten so gut, dass alle Teams locker mit einem Stopp über die Distanz kommen. Bei Ferrari ist man überzeugt, dass man sogar durchfahren könnte. 2013 will Pirelli weichere Reifen bringen.

17.11.2012 Tobias Grüner

Schon in den letzten Rennen gab es an der Reifenfront kaum Action. In Abu Dhabi und Indien kam der Sieger jeweils mit einem Stopp über die Runden. In Austin wird das kaum anders sein. Der Verschleiß ist in Texas noch geringer als zuletzt. Mit den beiden härtesten Mischungen "Medium" und "Hart" hat Pirelli offenbar die falsche Wahl getroffen.

Pirelli entschuldigt falsche Reifenwahl

Die Reifen-Ingenieure schieben den schwarzen Peter auf den Belag, der in Austin verlegt wurde. Er ähnelt dem Asphalt in Korea, Indien oder Abu Dhabi und ist besonders schonend zu den Reifen. "Es ist fast ein Untergrund wie auf einem Stadtkurs und nicht wie auf permanenten Rennstrecken. Er unterscheidet sich stark von älteren Kursen", erklärt Pirelli-Sportchef Paul Hembery.

Doch zur Vorbereitung auf das Debüt-Rennen in Austin hatte der Reifenausrüster extra Ingenieure nach Texas geschickt. Wie konnte es da zur Wahl der härtesten Mischungen für den US-Grand Prix kommen? "Wir mussten unsere Entscheidung für die letzten Rennen des Jahres schon zwei Monate im Voraus treffen", verteidigt sich Hembery.

Für eine neue Strecke ging man lieber den konservativen und sicheren Weg, bevor unerwartete Probleme auftauchen. "Wir waren uns nicht sicher, ob wir weiter aggressiv sein sollten, wenn es am Ende der Saison um die WM-Entscheidung geht. Wie wollten uns nicht der Frage aussetzen, ob wir die WM entscheiden. Mit dem Wissen damals war das die richtige Entscheidung."

Langweiliges Rennen am Sonntag?

So droht der Formel 1 am Sonntag nun aber ein langweiliges Rennen. Ausgerechnet beim Austin-Debüt. Wenn alles normal läuft, fährt Red Bull an der Spitze weg. Die Strategie gibt der Konkurrenz keine Angriffspunkte. "Es wird wohl ein Einstopper", so Hembery. "Wir haben fast keinen Verschleiß und kaum Abbau der Reifen." Die Autos werden also mit weniger Benzin trotz älterer Reifen eher schneller. Hembery setzt eher auf das Safety-Car, um Spannung in das Thema Strategie zu bringen.

Die einzige Herausforderung an der Gummifront lautet, das schwarze Gold in das Arbeitsfenster zu bringen. "Die Temperaturen sind deutlich niedriger, als wir angenommen haben. Beim Asphalt haben wir mit 15°C mehr gerechnet", so Hembery. "Auf der langen Geraden kühlen die Reifen aus. Außerdem sind die Sitzungen am Morgen hier eine Stunde früher als gewöhnlich. Das hat sich angefühlt wie beim Wintertest."

2013 mit Supersoft nach Austin

Pirelli gibt zu, dass man bei der Reifenwahl in Zukunft wohl etwas aggressiver zu Werke gehen muss. In Korea, Indien, Abu Dhabi und Austin gibt es 2013 weichere Walzen."Da werden wir zu den vier genannten Rennen wohl "Soft" und "Supersoft" mitbringen, wenn wir die Mischungen aus diesem Jahr zugrunde legen."

Hembery geht davon aus, dass die 2013er Autos in Sachen Reifenverschleiß noch besser werden. Deshalb wird auch Pirelli wieder mit tendenziell weicheren Mischungen gegensteuern. "Wenn wir einige zusätzliche Herausforderungen liefern wollen, müssen wir eine aggressivere Herangehensweise an den Tag legen."

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